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Large Language Models – ChatGPT & Co. in der Arbeitsmedizin nutzen

Using Large Language Models – ChatGPT & Co. – in Occupational Medicine

Generative Artificial Intelligence (AI), such as ChatGPT, offers enormous potential for occupational physicians. It optimizes prevention work and streamlines daily tasks through efficient media creation, well-founded decision-making, and strategic planning. The article describes how AI can be used responsibly to redesign prevention, taking into account data protection and hallucinations.

Large Language Models – ChatGPT & Co. in der Arbeits­medizin nutzen

Generative Künstliche Intelligenz (KI) bietet Arbeitsmedizinerinnen und -medizinern enorme Potenziale. Sie optimiert Präventionsarbeit und erleichtert den Arbeitsalltag durch effiziente Medienerstellung, fundierte Entscheidungen und strategische Planung. Der Beitrag beschreibt, wie KI verantwortungsvoll genutzt werden kann, um Prävention neu zu gestalten, unter Berücksichtigung von Datenschutz und Halluzinationen.

Kernaussagen

  • Generative KI bietet Arbeitsmedizinerinnen und -medizinern umfassende Unterstützung, um den Arbeitsalltag zu erleichtern, präventive Maßnahmen zu optimieren und präzisere ­Entscheidungen zu treffen.
  • Für effektive Ergebnisse sind präzise Prompts nach dem SOAR-Modell unerlässlich, da sie der KI den notwendigen Kontext und klare Anweisungen liefern, um individuell angepasste Ergebnisse zu erzielen.
  • Trotz des großen Potenzials sind Datenschutz und die kritische Überprüfung generierter ­Inhalte von höchster Bedeutung, um Fehlinformationen („Halluzinationen“) und den ­Missbrauch sensibler Daten zu vermeiden.
  • Die Anwendungsbereiche von KI sind vielfältig, von der effizienten Kommunikation und ­Medienerstellung bis hin zur Unterstützung bei der Planung von Gesundheitstagen, Gefährdungsbeurteilungen und der Nutzung spezialisierter CustomGPTs.
  • Einleitung

    Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel und damit auch die Werkzeuge für Beratende in der betrieblichen Prävention. Künstliche Intelligenz (KI), insbesondere generative KI-Technologien, die in der Lage sind, neue Inhalte wie Texte, Bilder oder auch Ideen zu erstellen, bieten vielfältige Möglichkeiten, den Arbeitsalltag effizienter zu gestalten, präventive Maßnahmen zu optimieren, zu „brainstormen“ und präzisere Entscheidungen zu treffen. Dieser Artikel beleuchtet, wie Arbeitsmedizinerinnen und -mediziner sowie arbeitsmedizinische Fachkräfte solche Technologien sinnvoll einsetzen können, und welche Herausforderungen dabei aktuell zu beachten sind.

    Prompten

    Für effektive Ergebnisse mit generativer KI ist die Qualität der Eingaben – sogenannte Prompts – entscheidend. Generative KI-Technologien wie ChatGPT & Co. können vielfältige Aufgaben im Arbeitsalltag von Präventionsexpertinnen und -experten effizienter gestalten, von der Vorbereitung von Unterweisungen bis zur Erstellung von Protokollen. Um diese Potenziale voll auszuschöpfen und präzisere, individuell angepasste Ergebnisse zu erzielen, ist ein strukturierter Ansatz zur Optimierung der Zusammenarbeit mit der KI unerlässlich: das SOAR-Modell.

    Das SOAR-Modell gliedert einen Prompt in vier wesentliche Komponenten, die der KI den notwendigen Kontext und klare Anweisungen liefern (s. auch ➥ Abb. 1):

  • Situation (S): Dieser Abschnitt definiert den Kontext der Anfrage. Das umfasst Informationen über Ihre Rolle (z. B. als Arbeitsmediziner oder Fachexperte), das spezifische Aufgabenfeld (z. B. die Branche oder Größe des Unternehmens) und alle weiteren relevanten Details, die der KI helfen, die Anfrage präzise zu verstehen und zu bearbeiten.
  • Objective (O): Das „Objective“ beschreibt das übergeordnete Ziel, das mit der Ausgabe der KI erreicht werden soll. Es geht darum, was Sie mit dem Ergebnis der KI bewirken möchten. Dies kann beispielsweise sein, die interne Kommunikation zu optimieren, um die Teilnahme an Initiativen zu fördern, oder einen umfassenden Jahresplan für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) zu formulieren, um die Geschäftsführung zu überzeugen.
  • Aktion (A): In diesem Teil formulieren Sie die konkrete Aufgabe, die die KI übernehmen soll. Hier wird festgelegt, welche Handlung die KI ausführen soll, zum Beispiel einen Text erstellen, Daten analysieren, Ideen brainstormen oder eine Strategie entwickeln. Dies kann auch spezifische Anforderungen an den Inhalt umfassen, wie die Laufzeit einer Kampagne, die einzusetzenden Kommunikationskanäle oder die gewünschten Messverfahren.
  • Resultat (R): Der Abschnitt „Resultat“ legt fest, wie das gewünschte Ergebnis aussehen soll. Hier können Sie die Struktur der Ausgabe bestimmen, beispielsweise durch die Vorgabe von Tabellenformaten, Bullet-Points, Überschriftenebenen oder die Angabe einer maximalen Wort- oder Satzanzahl. Auch die gewünschte Tonalität (z. B. per Sie) kann hier definiert werden. Die genaue Vorgabe des Resultats stellt sicher, dass Sie ein nutzbares und weiter verarbeitbares Ergebnis erhalten.
  • Ein detaillierter Prompt nach dem SOAR-Modell führt zu deutlich hilfreicheren und individuell angepassten Ergebnissen als einfache, kurze Fragen. Die KI kann dabei als „Praktikantin“ betrachtet werden, die klare Anweisungen und Kontext benötigt, um eine Aufgabe richtig zu verstehen.

    Während für schnelle, einmalige Anfragen kurze Prompts ausreichen können, ist die Anwendung des SOAR-Modells für wiederkehrende oder komplexere Aufgaben absolut sinnvoll, um kontinuierlich hochwertige Ergebnisse zu erzielen. Es empfiehlt sich, eine Prompt-Bibliothek anzulegen, um diese effektiven Anfragen bei Bedarf schnell wiederzuverwenden.

    Datenschutz – eine zentrale ­Herausforderung

    So viel Potenzial generative KI auch bietet, der Datenschutz ist eines der größten Themen und muss unbedingt beachtet werden. Fachkräfte müssen sicherstellen, dass KI-Tools datenschutzkonform eingesetzt werden, insbesondere bei der Verarbeitung personenbezogener oder betriebsinterner Informationen.

    Wichtige Hinweise zum Datenschutz:

  • Überprüfen Sie immer die Datenschutzeinstellungen Ihres KI-Tools, bevor Sie es verwenden. Verbessern Sie das KI-Modell nicht mit Ihren Daten, da es sonst Fachinhalte, verwendete Unterlagen und spezifische Anforderungen lernen und diese möglicherweise Dritten zugänglich machen könnte. Bei den meisten Tools ist das mit wenigen Klicks erledigt.
  • Geben Sie der KI kein Feedback (mit Daumen hoch/runter), da ansonsten die Daten weitergegeben werden.
  • Geben Sie keine sensiblen oder personenbezogenen Daten ein, wenn Sie die Datenschutzeinstellungen nicht genau kennen oder dem Anbieter dahingehend nicht vertrauen, dass diese sich an ihre Geschäftsbedingungen halten.
  • Effektive Kommunikation und ­Medienerstellung mit KI

    Generative KI ist perfekt geeignet, um Texte zu schreiben und kann so maßgeblich zur Arbeitserleichterung und zur kreativen Unterstützung beitragen.

    KI kann professionelle, zielgruppengerechte und ansprechende Texte für Kommunikationsmaterialien wie E-Mails oder Broschüren erstellen. Mithilfe der passenden Prompts können so in kürzester Zeit ansprechende Einladungen für Seminare oder umfassende Kommunikationsstrategien für Veranstaltungen wie Gesundheitstage generiert werden, inklusive Zeitplänen, kanalspezifischen Zielen und Textentwürfen.

    KI kann auch lange Texte zusammenfassen. Sie ermöglicht die effiziente Erstellung von strukturierten und professionellen Protokollen nach Begehungen oder Workshops, indem Stichworte diktiert und automatisch umgewandelt werden.

    Bei der Einführung neuer Maßnahmen kann die KI sogar helfen, die Befürchtungen, Erwartungen und Ängste der Zielgruppe zu antizipieren und Argumentationshilfen sowie Formulierungen für die interne Kommunikation zu liefern (siehe Beispiel im Infokasten).

    Viele Arbeitsmedizinerinnen und -mediziner wollen KI für die effiziente Erstellung von Präsentationen nutzen. Dabei ist zu beachten, dass diese Tools am besten arbeiten können, wenn sie mit viel Hintergrundwissen gefüttert werden, also Zielgruppe, zu erreichende Lernziele und geplanter Umfang.

    ChatGPT, Gemini und Copilot können selbst auf dieser Basis gute Strukturen und didaktische Konzepte für Präsentationen, Unterweisungen und Seminare erstellen. Für die Erstellung einer PowerPoint-Präsentation sind spezialisierte Tools sinnvoller, um auch eine ansprechende grafische Aufbereitung zu erhalten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass starre Corporate-Design-Vorgaben in der Regel schwierig einzuhalten sind.

    Auch für die Visualisierung komplexer Themen gibt es spezialisierte KI-Tools, die Infografiken und Mindmaps auf Basis von Texten oder Aufzählungen generieren (➥ Abb. 2).

    Besonders nützlich ist die Fähigkeit der KI, vorhandene Präsentationen an eine neue Zielgruppe anzupassen, indem sie Beispiele, Sprachstil, Struktur und Interaktivität entsprechend modifiziert.

    Generative KI kann bei der Erstellung von Jahresplänen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) helfen, einschließlich Zeitplänen, Ressourcenverteilung und Kennzahlenanalysen. So können diese Technologien angewiesen werden, einen detaillierten Plan zu erstellen, der den Übergang von Einzelmaßnahmen (Betriebliche Gesundheitsförderung, BGF) zu einem systematischen, evidenzbasierten und nachhaltigen BGM strukturiert. Dazu gehört auch die Formulierung von SMART-Zielen (spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert), basierend auf verschiedenen Kennzahlensystemen wie der Arbeitsunfähigkeits-(AU-)Quote, Mitarbeiterzufriedenheit oder Arbeitsunfallrate. Dazu kann die KI wie eine Mitarbeiterin fungieren, die Strategien erarbeitet und dann gleich für die nächste Arbeitsschutzausschusssitzung die Unterlagen dazu vorbereitet.

    Abb. 2:  Kommunikationstipps mit einer KI (eigene Darstellung)

    Abb. 2: Kommunikationstipps mit einer KI (eigene Darstellung)

    Wissenschaftliche Recherche

    Für die Recherche bietet KI Unterstützung, ist jedoch mit Vorsicht und Einschränkungen zu genießen. Dazu muss man zunächst wissen, wie generative KI funktioniert: Sie berechnet, grob gesagt, welches nächste Wort (oder welcher nächste Wortteil) die höchste Wahrscheinlichkeit hat. Sie „denkt“ nicht „logisch“ nach. Daher hat generative KI auch die Tendenz zu „Halluzinationen“, das heißt, sie erfindet überzeugend klingende, aber falsche oder irreführende Informationen. Die KI-Modelle versuchen immer mehr, auch ihre Angaben mit Online-Quellen zu hinterlegen, aber eine KI kann schlecht zwischen qualitativ hochwertigen und unbrauchbaren Quellen unterscheiden.

    Deshalb sind drei grundlegende Tipps für die Recherche mit KI unerlässlich:

  • Lesen Sie genau und kontrollieren Sie die Fakten mit Ihrem Fachwissen. Übernehmen Sie keine ungeprüften Texte, besonders bei gesundheitlichen oder sicherheitskritischen Themen. Und gerade als Beratende in Firmen müssen Arbeitsmedizinerinnen und -mediziner ja auch für Nachfragen kompetent zur Verfügung stehen. Lassen Sie sich daher keine Inhalte liefern, die Sie dann nur ablesen, aber nicht fachlich beurteilen können.
  • Stellen Sie bei zitierten Studien oder Statistiken Rückfragen, fordern Sie Quellenangaben ein und nutzen Sie dort die Suchfunktion zur Verifizierung. Es kann vorkommen, dass genannte Autorinnen und Autoren, Studien oder ganze Websites nicht existieren!
  • Setzen Sie KI nicht für die Recherche ein, wenn die Antworten sicher nicht öffentlich verfügbar sind, wie bei Normen, technischen Richtlinien, Patenten oder spezifischen Fachbüchern. Für ausführliche Literaturrecherchen können Sie spezialisierte Tools wie Consensus oder die „Deep Research“-Funktionen von Gemini und ChatGPT nutzen.
  • Gefährdungsbeurteilung und ­Maßnahmenentwicklung

    Generative KI-Technologien bieten Präventionsexpertinnen und -experten vielfältige Möglichkeiten, ihren Arbeitsalltag effizienter zu gestalten und präzisere Entscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere für die Bereiche der Gefährdungsbeurteilung an Arbeitsplätzen und der Entwicklung passender Maßnahmen. Dazu können die Systeme per Texteingabe angewiesen werden, um maßgeschneiderte Maßnahmenvorschläge für spezifische Risiken zu erhalten.

    KI hat auch den Vorteil, dass große Datenmengen in kürzester Zeit analysiert und Muster erkannt werden können. Nicht nur bei Tabellen und Texten, sondern auch bei Bildern und Videos.

    Es gibt bereits Apps, die Gefährdungen auf Basis von Arbeitsplatzfotos erkennen und passende Maßnahmen vorschlagen können. Mithilfe dieser Tools können die erkannten Gefährdungen dann dokumentiert und die relevanten Stakeholder darüber informiert werden, was den Prozess innerhalb von Organisationen deutlich vereinfacht.

    Immer mehr Dokumentationsanbieter integrieren auch KI-Features in ihre Software, so dass beispielsweise weitere Maßnahmen von einer KI vorgeschlagen werden können.

    Selbstverständlich muss vor allem bei der Verarbeitung von Fotos oder Videos auf den Datenschutz geachtet werden!

    CustomGPTs für spezialisierte ­Aufgaben

    CustomGPTs sind spezialisierte KI-Assistenten, die im Gegensatz zu allgemeinen KI-Modellen gezielt auf bestimmte Anwendungsbereiche, Branchen oder individuelle Bedürfnisse optimiert sind.

    Sie können so trainiert werden, dass sie spezifische Sprachstile, Fachbegriffe und Arbeitsweisen übernehmen und sich optimal an die Anforderungen von Unternehmen oder an eine ganz spezielle Aufgabe anpassen.

    CustomGPTs lassen sich mit firmeneigenen Datenbanken, Anleitungen oder Richt­linien verknüpfen und füttern, um umfangreiche Projekte effizient zu unterstützen. Dies ist ideal, um wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren oder auf spezifisches Hintergrundwissen zurückzugreifen.

    Anwendungsbeispiele in der Prävention

  • Analyse von Homeoffice-Arbeitsplätzen: Ein CustomGPT kann Fotos von Homeoffice-Arbeitsplätzen hinsichtlich ergonomischer, sicherheitstechnischer und arbeitspsychologischer Aspekte analysieren und Empfehlungen geben. Im Hintergrund wurde das CustomGPT angewiesen, einen speziellen Beratungsablauf einzuhalten und bei den Maßnahmenempfehlungen spezifische, firmeninterne Aspekte zu beachten (siehe Beispiel in ➥ Abb. 3).
  • Gestaltung von Maßnahmen bei psychischen Fehlbelastungen: Custom-GPTs können dabei helfen, Maßnahmen gegen psychische Fehlbelastungen zu konzipieren. Eine „Arbeitspsychologin“ als CustomGPT kann beispielsweise auf spezifische Ansätze und Fachwissen trainiert werden, um Beratungsprozesse gezielt zu unterstützen.
  • Workshop-Planung: Ein trainiertes CustomGPT kennt bevorzugte Übungen und Methoden, um schnell individuelle Workshop-Konzepte zu entwickeln. Auch die Autorin verwendet ein solches Tool regelmäßig für ihre Zwecke.
  • Coaching-Methoden: KI-Modelle bieten Coaching auf Basis spezifischer Ansätze an und unterstützen damit gezielt Beratungsprozesse.
  • BGF-Empfehlungsmaschinen: Ein Chatbot hilft Beschäftigten dabei, aus einer großen Fülle die passende betriebliche Gesundheitsförderungsmaßnahme für ihre aktuelle Gesundheitssituation zu finden.
  • CustomGPTs bieten eine höhere Präzision und bessere Anpassungsmöglichkeiten als normale KI-Modelle. Sie können auch mit Beschäftigten, Seminarteilnehmenden oder Kundinnen und Kunden geteilt werden, um individuelle Unterstützung abseits der persönlichen Betreuung durch die Präventionsexpertinnen und -experten zu bieten.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KI im Bereich der Gefährdungsbeurteilung und Maßnahmenentwicklung nicht nur eine Arbeitserleichterung ist, sondern auch eine kreative Sparringspartnerin und Lernbegleiterin sein kann.

    Planung von Gesundheitstagen

    Konkret kann generative KI bei der Planung und Kommunikation von Gesundheitstagen in folgenden Bereichen umfassend unterstützen:

  • Zielgruppenanalyse: Die KI ist in der Lage, eine genaue Zielgruppenanalyse zu erstellen, indem sie typische Merkmale und bevorzugte Informationskanäle der relevanten Beschäftigtengruppen beschreibt. Darüber hinaus kann die KI dazu eingesetzt werden, die Befürchtungen, Erwartungen und Ängste der Zielgruppe bezüglich des Themas Gesundheitstag zu analysieren. Dies ermöglicht es, die Kommunikation optimal auf die Empfängerinnen und Empfänger abzustimmen und damit die Teilnahmequoten zu erhöhen.
  • Themen- und Formatideen: Die KI kann vielfältige und kreative Ideen für Themen und Formate von Gesundheitstagen vorschlagen. Dies reicht von Vorträgen, Workshops und Gesundheitschecks bis hin zu innovativen Ansätzen wie Team-Challenges oder Outdoor-Aktivitäten, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Mitarbeitenden, altersbedingte Unterschiede oder die Branche abgestimmt sind. Auch Vorschläge, die nur ein geringes Budget benötigen, kann man sich hier liefern lassen.
  • SMART-Ziele: Um den Erfolg eines Gesundheitstags messbar zu machen, unterstützt die KI bei der Definition von SMART-Zielen. Beispiele hierfür sind die Festlegung konkreter Teilnahmequoten, die Steigerung des Gesundheitsbewusstseins durch Vorher-Nachher-Umfragen oder die Verbesserung des sozialen Klimas nach gemeinsamen Aktionen. Damit ist auch die Nachhaltigkeit im Fokus und die strategische Beurteilung eines solchen Gesundheitstages möglich.
  • Ablaufplanung und Slogan-Erstellung: Die KI kann einen detaillierten Ablaufplan für den Gesundheitstag erstellen, der konkrete Zeitangaben und Beschreibungen der einzelnen Programmpunkte enthält. Gleichzeitig hilft sie bei der Entwicklung von einprägsamen Slogans und Namen für die Kampagne liefert.
  • Fazit und Ausblick

    Künstliche Intelligenz, ins­be­sondere generative KI-Tools, bietet Arbeitsmedizinerinnen und -medizinern ein großes Potenzial, den Arbeitsalltag zu erleichtern. Von der Automatisierung administrativer Prozesse über die Unterstützung bei der Medienerstellung bis hin zur strategischen Planung können diese Tools als wertvolle Assistenten, kreative Sparringspartner und Coaches dienen.

    Der Schlüssel zum erfolgreichen Einsatz liegt im bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie. Dies bedeutet, die Stärken der KI gezielt für die richtigen Aufgaben zu nutzen, klare Qualitätskontrollen für generierte Inhalte einzuführen und sich der Grenzen, insbesondere der „Halluzinationen“ und des Datenschutzes, stets bewusst zu sein.

    Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen KI-Kompetenz – angefangen bei einfachen Prompts bis hin zur Nutzung spezialisierter CustomGPTs – können Fachkräfte die Potenziale dieser Technologie optimal ausschöpfen und so einen echten Mehrwert für die betriebliche Prävention schaffen.

    Interessenkonflikt: Die Autorin ist Geschäftführerin der Akademie „Pioniere der Prävention“. Weitere Interessenkonflikte liegen nicht vor.

    Abb. 3:  Screenshot von CustomGPT (eigene Darstellung)

    Abb. 3: Screenshot von CustomGPT (eigene Darstellung)

    Beispiel

    Befürchtungen, Erwartungen und Ängste der Produktions­mitarbeiterinnen und -mitarbeiter

    Befürchtung: „Ich werde überfordert, weil ich keine Erfahrung im Schweißen habe.“

    Argumentation:

  • Die Schulung erfolgt schrittweise und praxisnah.
  • Niemand wird ins kalte Wasser geworfen – es gibt erfahrene Kolleginnen/Kollegen und ­Trainerinnen/Trainer, die unterstützen.
  • Es gibt klare Sicherheitsvorgaben, und niemand wird Aufgaben unternehmen, für die sie
    oder er nicht qualifiziert ist.
  • Formulierung für die Kommunikation:

    „Wir wissen, dass Schweißen eine anspruchsvolle Tätigkeit ist. Deshalb werdet ihr gut ­vorbereitet: Es gibt Schulungen, Praxisübungen sowie erfahrene Kolleginnen und Kollegen,
    die euch Schritt für Schritt begleiten. Ihr werdet erst dann aktiv mitarbeiten, wenn ihr
    euch sicher fühlt.“

    Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

    39. Internationaler A+A Kongress 2025

    Die Autorin ist Referentin des 39. Internationalen A+A Kongresses, der vom
    4. bis 7. November 2025 in Düsseldorf parallel zur A+A Leitmesse stattfindet.

    Die Basi, Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der
    Arbeit e. V., organisiert diese Veranstaltung, die zu den wichtigsten der Branche
    weltweit zählt – mit aktuellen Themen rund um Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

    Weitere Infos: www.basi.de

    In eigener Sache

    SAVE THE DATE

    Am 22. Januar 2026 wird die Autorin Veronika Jakl im Rahmen eines ASU-­Webinars ein „Live KI Prompting“ für die arbeitsmedizinische Praxis anbieten.

    Kontakt

    Mag. Veronika Jakl
    c/o Jakl GmbH; Hirschstettner Straße 19/IS 20; 11220 Wien

    Foto: privat

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