Cancer Prevention and Early Detection in the Workplace – Opportunities for Occupational Medicine and Companies
The workplace remains a largely underestimated setting for cancer prevention. Companies engage with individuals on a continuous basis and are thereby often more effectively than conventional prevention services within the healthcare system. Occupational health professionals are uniquely positioned to raise awareness of cancer risks at an early stage, embed preventive measures into everyday working life, and encourage participation in early detection and screening programmes. Initiatives such as ONCOnnect demonstrate how companies, occupational health services, and oncology centres can collaborate successfully to advance these goals.
Krebsprävention und Früherkennung im Betrieb – Chancen für Arbeitsmedizin und Unternehmen
Der Arbeitsplatz ist ein bislang unterschätzter Ort der Krebsprävention. Betriebe erreichen Menschen kontinuierlich – oft besser als klassische Präventionsangebote im Gesundheitssystem. Arbeitsmedizinische Fachkräfte können Beschäftigte frühzeitig für Krebsrisiken sensibilisieren, Prävention in den Arbeitsalltag integrieren und die Teilnahme an Früherkennung fördern. Projekte wie das von der Deutschen Krebshilfe geförderte Verbundprojekt ONCOnnect zeigen, wie Unternehmen, Arbeitsmedizin und onkologische Zentren dabei erfolgreich zusammenarbeiten können.
Kernaussagen
- Bis zu 40 % der Krebserkrankungen sind vermeidbar, dennoch werden Präventions- und Früherkennungsangebote von vielen Menschen nicht ausreichend genutzt.
- Der Arbeitsplatz ist ein zentraler Ort für Krebsprävention, da Unternehmen Beschäftigte regelmäßig erreichen und Gesundheitsverhalten nachhaltig beeinflussen können.
- Betriebe können alle Stufen der Prävention unterstützen – von der Risikoreduktion über Früherkennung bis zur erfolgreichen Rückkehr nach einer Krebserkrankung.
- Arbeitsmedizinische Fachkräfte sind wichtige Multiplikatoren, weil sie Beschäftigte frühzeitig sensibilisieren, beraten und zur Vorsorge motivieren können.
- Krebsprävention stärkt Gesundheit und Unternehmen gleichermaßen, indem sie Arbeitsfähigkeit erhält, Fehlzeiten reduziert und die Arbeitgeberattraktivität erhöht.
- Das Teilprojekt “Krebsprävention im Umfeld Arbeit” von ONCOnnect zeigt:: Die Zusammenarbeit von Unternehmen, Arbeitsmedizin und Krebszentren macht Prävention im Arbeitsalltag erfolgreich umsetzbar.
Prävention wirkt – erreicht aber nicht alle
Die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen in der Onkologie ist gut belegt. Etwa 40 % der Krebserkrankungen sind auf vermeidbare Risikofaktoren zurückzuführen (Gredner et al. 2018):
- Rauchen verursacht 19,3 % der vermeidbaren Krebserkrankungen, Alkoholkonsum weitere 2,2 % (Mons et al. 2018);
- Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und übermäßiges Körpergewicht machen zusammen 20,8 % der vermeidbaren Krebserkrankungen aus (Behrens et al. 2018);
- Humanes Papillomavirus (HPV) und andere Infektionen tragen zu 4,0 %, Umweltfaktoren wie UV-Exposition zu weiteren 1,2 % der Krebserkrankungen bei.
Auch Früherkennungs- und Screening-Programme zeigen deutliche Effekte:
- Darmkrebs kann durch Vorsorgekoloskopien häufig verhindert werden, da Vorstufen früh erkannt und entfernt werden können. Aufgrund der frühzeitigen Erkennung und Möglichkeiten der Behandlung sinkt die Mortalitätsrate kontinuierlich (Brenner et al. 2016). Wegen steigender Erkrankungsraten bei jüngeren Erwachsenen sprechen aktuelle Daten zudem für frühere und risikoadaptierte Vorsorgestrategien ab dem 45. Lebensjahr (Tanaka et al. 2023).
- Das Mammographie-Screening ist mit einer signifikanten Reduktion der brustkrebsspezifischen Mortalität assoziiert (Cardoso et al. 2026).
- In der Prostatakarzinomfrüherkennung sprechen aufgrund der frühzeitigen Erkennung und Möglichkeiten der Behandlung aktuelle Evidenz und gesundheitsökonomische Analysen zunehmend für PSA1-basierte, organisierte und risikoadaptierte Screening-Strategien gegenüber der alleinigen digital-rektalen Untersuchung (Muchadeyi et al. 2024).
- Das strukturierte Gebärmutterhalskrebs-Screening kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen um etwa 71 % senken (Leitlinienprogramm Onkologie 2021).
- Für das Hautkrebs-Screening zeigen Studien Hinweise auf eine frühere Diagnosestellung und potenziell geringere Behandlungsintensität, insbesondere beim malignen Melanom (Schuldt et al.
2023). - Neue Programme wie das Lungenkrebs-Screening für stark Rauchende erweitern zusätzlich die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung (Gemeinsamer Bundesausschuss [G-BA] 2026). Es richtet sich an 50- bis 75‑jährige starke Raucherinnen und Raucher sowie Ex‑Raucherinnen und Ex-Raucher (< 10 Jahre Abstinenz) mit ≥ 15 Packungsjahren, nutzt eine jährlich durchgeführte Niedrigdosis‑CT nach strengen technischen Qualitätsstandards und folgt einem klar strukturierten Ablauf mit Erstbefundung, CAD‑gestützter Analyse und definierten Follow‑up‑Intervallen.
Trotz dieser nachgewiesenen Wirksamkeit bleibt die Teilnahme an Präventions- und Früherkennungsangeboten begrenzt – und zwar nicht allein aus mangelndem Wissen oder fehlender Verfügbarkeit. Entscheidend ist vielmehr, wen bestehende Strukturen überhaupt erreichen und ob ihre Angebote verständlich vermittelt werden: Bildungsgrad, Gesundheitskompetenz, kulturelle Krankheits- und Vorsorgeeinstellungen sowie geschlechtsspezifische Rollenbilder bestimmen mit, ob Menschen präventive Angebote wahrnehmen (Kannengießer et al. 2024). Klassische Präventionsstrukturen erfassen diese Realität bislang nur unzureichend – Prävention bleibt damit immer auch eine Frage gesellschaftlicher Teilhabe, Verständlichkeit und gezielter Erreichbarkeit.
Warum der Betrieb eine Schlüsselfunktion für Krebsprävention hat
Krebs betrifft in erheblichem Maße auch Menschen im Erwerbsalter: Rund 5 % aller Krebserkrankungen treten in dieser Lebensphase auf (Deutsche Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe 19.02.2026). Bereits vor dem 65. Lebensjahr erkrankt etwa jede sechste Frau und jeder siebte Mann an Krebs (RKI 2025).
Gerade deshalb gewinnt das Setting Arbeit aus Public-Health-Perspektive zunehmend an Bedeutung. Arbeit ist nicht nur ein Ort wirtschaftlicher Wertschöpfung, sondern auch ein zentraler sozialer Lebensbereich, in dem Menschen einen erheblichen Teil ihres Alltags verbringen, Routinen entwickeln, soziale Beziehungen pflegen und Gesundheitsverhalten formen. Dadurch bietet das Arbeitsumfeld besondere Möglichkeiten, gesundheitsförderliche Impulse nachhaltig in den Alltag zu integrieren und Bevölkerungsgruppen zu erreichen, die durch klassische Präventionsangebote häufig nur begrenzt angesprochen werden. Besonders relevant ist, dass sich im Betrieb individuelle Prävention und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen sinnvoll miteinander verbinden lassen. Während Maßnahmen wie Bewegungsförderung oder Rauchstopp-Programme das individuelle Verhalten stärken, unterstützt die Verhältnisprävention durch gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen, Strukturen und Prozesse eine nachhaltige gesundheitsförderliche Umgebung für die gesamte Belegschaft.
Das Arbeitsumfeld bietet damit Potenziale entlang aller Ebenen der Krebsprävention:
- Primärprävention: Gesundheitsfördernde Angebote wie Bewegungsprogramme, Ernährungsberatung, verhaltensorientierte Gesundheitsaufklärung sowie Zugang zu Entwöhnungsprogrammen der Rauch- und Alkoholprävention können hoch relevante Risikofaktoren reduzieren. Gleichzeitig lassen sich im Sinne der Verhältnisprävention arbeitsbedingte Belastungen durch gesundheitsgerechte Arbeitsorganisation und Verpflegungsangebote oder die Reduktion von Schadstoff- und Strahlungsexposition im Sinne der Arbeitsplatzgestaltung minimieren.
- Sekundärprävention: Arbeitsmedizinische Kontakte ermöglichen eine niedrigschwellige Information über Krebsfrüherkennung und Vorsorgeangebote. Ergänzend können betriebliche Rahmenbedingungen wie flexible Terminmodelle, interne Aufklärungskampagnen und Workshops oder Freistellungsregelungen die Teilnahme an Screening- und Vorsorgeprogrammen erleichtern.
- Tertiärprävention: Auch nach abgeschlossener Krebstherapie bleibt Prävention relevant. Immer mehr junge Menschen erkranken an Krebs und kehren als Langzeitüberlebende in das Erwerbsleben zurück (Tanaka et al. 2023; Zhao et al. 2023). Für viele Krebsüberlebende bedeutet die Rückkehr in das Erwerbsleben mehr als eine funktionale Wiedereingliederung. Arbeit sichert nicht nur den Lebensunterhalt, sondern steht auch für Normalität, soziale Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Zukunftsperspektiven. Gleichzeitig können Langzeitfolgen der Erkrankung und ihrer Behandlung – wie Fatigue, psychosoziale, metabolische oder kardiovaskuläre Beeinträchtigungen – sowie das Risiko von Zweittumoren und veränderte Lebensprioritäten die berufliche Teilhabe erheblich erschweren. Eine nachhaltige Wiedereingliederung erfordert daher nicht nur arbeitsmedizinische Betreuung und stufenweise Anpassung der Arbeitsbedingungen, sondern auch ein verständnisvolles betriebliches Umfeld, flexible Arbeitsstrukturen und eine Kultur der Offenheit gegenüber den langfristigen Folgen einer Krebserkrankung. Betriebsmedizinische Beratung, Kenntnisse zu Supportivangeboten sowie ein unterstützender Umgang durch Vorgesetzte und Kolleginnen/Kollegen können diesen Prozess zusätzlich erleichtern. Darüber hinaus sollte im Arbeitskontext auch der Unterstützungsbedarf von Angehörigen und informell Pflegenden mitgedacht werden (Fondation Cancer 2021). Die Relevanz dieses Ansatzes zeigt sich auch daran, dass rund 90 % der Betroffenen nach einer Krebserkrankung wieder arbeiten möchten, die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit nach der Rehabilitation jedoch nur bei etwa 61 % gelingt (Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsche Krebshilfe 19.02.2026).
Wie Prävention konkret im Arbeitsalltag umgesetzt werden kann, zeigen bereits zahlreiche betriebliche Ansätze:
- Reduktion der Schadstoffexposition durch sichere Alternativen oder Absauganlagen,
- Gesundheitstage mit Informationen zur Darmkrebsvorsorge und vorwiegend pflanzliche, ballaststoffreiche Kost in der Kantine nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Reduktion von stark verarbeiteten Lebensmitteln und zuckerhaltigen Snacks,
- Hautscreenings, Beschattung und Arbeitszeitverlegung für Beschäftigte mit hoher UV-Exposition,
- betriebliche Entwöhnungsprogramme und Verbote für Rauchen und Alkoholkonsum,
- bezahlte Freistellungsregelungen für betriebsärztliche Früherkennungsuntersuchungen. Solche Maßnahmen lassen sich häufig mit bestehenden Strukturen des betrieblichen Gesundheitsmanagements verbinden und durch arbeitsmedizinische Teams begleiten.
- Bereitstellung von aktiven Arbeitsplätzen durch teambasierte aktive Herausforderungen für den Arbeitsweg, um das Pendeln mit dem Fahrrad und die tägliche Schrittzahl in der Mittagspause zu erhöhen. Architektonisch attraktive Gestaltung von Treppenhäusern sowie bezuschusste oder firmeninterner Betriebssportangebote.
Auch Unternehmen profitieren von wirksamer Prävention. Neben gesundheitlichen Effekten können geringere Fehlzeiten, der Erhalt von Arbeitsfähigkeit und Beschäftigungsfähigkeit sowie Aspekte der Fachkräftesicherung relevant sein. Gleichzeitig gewinnt betriebliches Gesundheitsengagement zunehmend an Bedeutung für Arbeitgeberattraktivität und soziale Verantwortung (Hammermann 2026).
Schlüsselrolle der Arbeitsmedizin
Arbeitsmedizinische Fachkräfte nehmen bei der Krebsprävention eine zentrale Rolle ein. Dies gilt insbesondere für migrantische Mitarbeitergruppen und Männer, die Präventions- und Vorsorgeangebote vergleichsweise selten wahrnehmen. Durch Vorsorgekontakte erreichen arbeitsmedizinische Fachkräfte Beschäftigte regelmäßig und oft über viele Jahre hinweg, wodurch kontinuierliche Beziehungen und Vertrauen aufgebaut werden können. Dadurch entstehen Möglichkeiten, individuelle Risikofaktoren frühzeitig niedrigschwellig persönlich und kultursensibel anzusprechen, zur Teilnahme an Früherkennungsangeboten zu motivieren und arbeitsplatzbezogene Gesundheitsrisiken zu identifizieren (Marchi et al. 2026; Klein u. Knesebeck 2018).
Hinzu kommt die enge Schnittstelle zwischen Arbeitsmedizin, betrieblichem Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz. Im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen können beispielsweise UV-Expositionen bei Außendienstberufen, Schadstoffbelastungen oder Schichtarbeit berücksichtigt und präventive Maßnahmen frühzeitig initiiert werden.
Praxisbeispiel: ONCOnnect – Krebsprävention im Arbeitskontext
Einen integrierten Ansatz zur Weiterentwicklung der onkologischen Versorgung verfolgt das Verbundprojekt ONCOnnect (https://www.ccc-onconnect.de). Das von der Deutschen Krebshilfe geförderte Projekt bringt die onkologischen Spitzenzentren in Deutschland zusammen und bearbeitet in thematischen Task Forces zentrale Zukunftsfragen – von Versorgungsstrukturen und Digitalisierung bis hin zur Prävention.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Teilprojekt „Krebsprävention im Umfeld Arbeit“. Gemeinsam mit Unternehmen und Institutionen sowie unter Einbindung arbeitsmedizinischer Expertise werden praxisnahe Maßnahmen entwickelt, die Prävention direkt in den betrieblichen Alltag übertragen.
Im Rahmen des Teilprojekts wurden seit November 2024 gemeinsam mit Betrieben, medizinischen Versorgungspartnern, Selbsthilfegruppen, Institutionen und kommunalen Gesundheitsakteuren verschiedene Formate zur Krebsprävention umgesetzt, unter anderem interaktive digitale und analoge Gesundheitstage und zielgruppenspezifische Schulungsangebote. Thematische Schwerpunkte waren bisher unter anderem Krebsprävention übergreifend sowie Prävention und Früherkennung von Darmkrebs, Hautkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Prostatakrebs, Hodenkrebs und Lungenkrebs. Inhaltlich adressiert das Verbundprojekt ONCOnnect alle Ebenen der Prävention – von der Förderung gesundheitsbewusster Lebensstile über die Steigerung der Inanspruchnahme von Früherkennung bis hin zu Fragen der beruflichen Wiedereingliederung nach einer Krebserkrankung. Erste Rückmeldungen aus den beteiligten Unternehmen zeigen eine hohe Akzeptanz der Angebote und eine gesteigerte Bereitschaft zur Inanspruchnahme von Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen durch die Mitarbeitenden. Darüber hinaus tragen in der Krebsprävention geschulte Mitarbeitende das erworbene Wissen in ihre Familien und ihr soziales Umfeld weiter, so dass Menschen aller Altersgruppen erreicht und für Prävention sowie Früherkennung sensibilisiert werden.
Die Umsetzung erfolgt in enger Kooperation zwischen Betrieben und den regional angebundenen Comprehensive Cancer Centers (CCCs), so dass eine direkte Vernetzung von Arbeitswelt, Arbeitsmedizin und onkologischer Expertise entsteht. Beteiligt sind unter anderem die Spitzenzentren in Leipzig, München (TUM) und Mainz sowie das Nationale Krebspräventionszentrum (NCPC) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ); weitere von der Deutschen Krebshilfe geförderte CCCs wirken als Netzwerkpartner mit.
Damit zeigt das Teilprojekt ONCOnnect exemplarisch, wie Krebsprävention systematisch im Setting Arbeit verankert, wissenschaftlich begleitet und in die Praxis übertragen werden kann.
Fazit: Prävention dorthin bringen, wo Menschen arbeiten
Krebsprävention ist wirksam – ihr Potenzial wird jedoch noch nicht ausgeschöpft. Entscheidend ist, sie dorthin zu bringen, wo Menschen leben und arbeiten. Der Arbeitsplatz bietet dafür besondere Chancen: Hier lassen sich Gesundheitsförderung, Arbeitsschutz und arbeitsmedizinische Expertise unmittelbar verbinden – und Beschäftigte erreichen, die über klassische Untersuchungswege oft nicht erreicht werden.
Arbeitsmedizinische Fachkräfte können dabei als Brücke zwischen Unternehmen, Beschäftigten und Gesundheitssystem wirken. Dass dieser Ansatz praktikabel, akzeptiert und nachhaltig umsetzbar ist, zeigen Projekte wie ONCOnnect. Krebsprävention gehört nicht nur ins Gesundheitssystem – sondern mitten in die Arbeitswelt.
Interessenkonflikt: Das Projekt „Krebsprävention im Umfeld Arbeit“ wird von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Verbundprojekts ONCOnnect gefördert.
Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.ccc-onconnect.de/.
Literatur
Behrens G, Gredner T, Stock C, Leitzmann MF et al.: Cancers due to excess weight, low physical activity, and unhealthy diet. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 578–585. doi:10.3238/arztebl.2018.0578 (Open Access).
Deutsche Krebsgesellschaft & Stiftung Deutsche Krebshilfe. (2026, 19. Februar). Zurück in den Beruf nach Krebs [Pressemitteilung]. https://www.deutscher-krebskongress.de/newsroom/pressemitteilungen/zuru… (abgerufen am 31.07.2026).
Gredner T, Behrens G, Stock C, Brenner H et al.: Cancers due to infection and selected environmental factors. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 586–593. doi:10.3238/arztebl.2018.0586 (Open Access).
Hammermann A: Betriebliche Gesundheitsförderung – resilient in Krisenzeiten. Köln 22. https://www.iwkoeln.de/studien/andrea-hammermann-betriebliche-gesundhei… (abgerufen am 03.06.2026).
Kannengießer L, Ulbrich R, Hasenpusch C, Hrudey I et al.: Determinanten der Inanspruchnahme der Krebsfrüherkennung von älteren Erwachsenen in Sachsen-Anhalt – Welchen Einfluss hat die Gesundheitskompetenz auf die Inanspruchnahme? Bundesgesundheitsbl 2024; 67: 45–56. doi:10.1007/s00103-023-03806-0 (Open Access).
Mons U, Gredner T, Behrens G, Stock C et al.: Cancers due to smoking and high alcohol consumption. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 571–577. doi: 10.3238/arztebl.2018.0571 (Open Access).
RKI – Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland für 2021–2023. RKI 2025; 15. Ausgabe. doi:10.25646/13129 (Open Access).
Die komplette Literaturliste mit allen Quellen kann auf der Homepage der ASU beim Beitrag eingesehen werden (asu-arbeitsmedizin.com).
Foto: Anna-Francesca Di Meo
Info
Was können BetriebsÄrztinnen und -ärzte konkret tun?
Krebsprävention in der arbeitsmedizinischen Praxis
- Vorsorgekontakte gezielt für Prävention nutzen.
- Aktiv auf Früherkennungsangebote hinweisen.
- Risikofaktoren ansprechen (z. B. Rauchen, UV-Exposition) und zu Lebensstiländerung beraten.
- Prävention im Betrieblichen Gesundheitsmanagement verankern.
- Regionale Netzwerke und Projekte (z. B. ONCOnnect) und digitale Präventions-Tools einbinden.
Auch kurze Impulse können die Inanspruchnahme von Prävention erhöhen.
Info
Warum der Betrieb eine Schlüsselfunktion für Krebsprävention hat
Prävention im Betrieb – zentrale Chancen
- Viele Menschen im Erwerbsalter können in ihrem Alltag erreicht werden.
- Niedrigschwelliger Zugang auch für bisher schwer erreichbare Gruppen.
- Betriebliches Gesundheitsmanagement und arbeitsmedizinische Vorsorge nutzen.
- Hohe Akzeptanz durch vertraute Umgebung und regelmäßigen Kontakt.
- Förderung gesunder Verhaltensweisen und gesunder Arbeitsbedingungen.
- Unterstützung in allen Präventionsphasen – von Vorsorge bis Wiedereinstieg nach Erkrankung.
- Beitrag zu mehr gesundheitlicher Chancengleichheit.
- Stärkung von Arbeitgeberattraktivität und sozialer Verantwortung des Unternehmens.
- Multiplikatorwirkung: Gesundheitswissen wirkt auch in Familie und privatem Umfeld weiter.
Der Betrieb ist damit ein zentraler Ort, um Krebsprävention wirksam, alltagsnah und nachhaltig umzusetzen.
Weiterführendes Webinar
24. September 2026, 17:00–19:00 Uhr
1. Potenzial der Krebsvermeidung durch Primärprävention (Prof. Dr. Ute Mons, DKFZ Heidelberg)
2. Krebsprävention und Früherkennung in der Versorgungspraxis sowie Einordnung von des Teilprojekts „Prävention im Umfeld Arbeit“ von ONCOnnect (Prof. Dr. med. Florian Lordick,
Universitätsklinikum Leipzig)
3. Krebsprävention in der betrieblichen Praxis (Dr. Lars Nachbar, Volkswagen)
4. Aktuelle Entwicklungen zum Lungenkrebsscreening (Prof. Dr. med. Volker Harth,
UKE, Hamburg)
Zugang: Die kostenfreie Teilnahme erfolgt über die ASU-Fortbildungsakademie
im Rahmen der digitalen Fortbildungsangebote der Arbeitsmedizin.
Weitere Infos und Anmeldung: https://events.gentner.de/de/webinar-krebspraevention-im-betrieb-chance…
ASU Fortbildungsakademie Webinare
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. med. Florian Lordick, Universitätsklinikum Leipzig
Moderation:
Prof. Dr. Susanne Völter-Mahlknecht, Universitätsmedizin Göttingen
CME-Punkte werden beantragt.
Info
Über die Nationale Krebspräventionswoche
Die Nationale Krebspräventionswoche ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Krebshilfe, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Die drei Organisationen machen damit auf das große Potenzial der Prävention aufmerksam. Die Vision: Krebs soll gar nicht erst entstehen. Die Krebspräventionswoche findet jährlich im Monat September statt. Im Fokus steht jedes Jahr ein anderer Lebensstilfaktor, der das Krebsrisiko beeinflusst.