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Präventionsoffensive der Bundesregierung: Arbeitsmedizin als unverzichtbare Brücke zwischen ­Gesund­- heitsversorgung und Arbeitswelt konsequent nutzen

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, wie medizinische Prävention und Gesundheitsförderung im Rahmen eines möglichen zweiten Präventionsgesetzes nachhaltig gestärkt und zukunfts­gerichtet weiterentwickelt werden können. Die DGAUM nutzte die Gelegenheit, um die arbeitsmedizinische Perspektive in die politischen Beratungen einzubringen und auf die besondere Bedeutung der Arbeitswelt aufmerksam zu machen.

Mit rund 46 Millionen Erwerbstätigen ist die Arbeitswelt das größte Präventionssetting in Deutschland. Kaum ein anderer Lebensbereich bietet die Möglichkeit, so viele Menschen regelmäßig und niedrigschwellig mit präventivmedizinischen Maßnahmen zu erreichen. Aus Sicht der DGAUM wird dieses Potenzial bislang noch nicht aus­reichend ausgeschöpft.

Gemeinsam mit den arbeitsmedizinischen Berufsverbänden BsAfB und VDBW setzt sich die DGAUM daher für eine stärkere Einbindung der Arbeitsmedizin in präventive Versorgungsstrukturen ein. Dazu gehören integrierte, sektorenübergreifende Präventions- und Versorgungswege unter Einbeziehung der Arbeitsmedizin, die Anerkennung der Arbeitsmedizin als wichtige Schnittstelle zwischen Prävention, Gesundheitsförderung, Kuration und Rehabilitation
sowie eine bessere Vernetzung von betrieblicher und allgemeiner
Gesundheitsversorgung. Darüber hinaus gilt es, die Möglichkeiten der Arbeitsmedizin gezielt zu nutzen, um große Teile der Bevölkerung über das Setting Arbeitsplatz mit präventiven Angeboten, wie zum Beispiel Schutzimpfungen, zu erreichen.

Die mehr als 9000 Betriebsärztinnen und Betriebsärzte in Deutschland leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag an der Schnittstelle zwischen Arbeitswelt und Gesundheitsversorgung. Sie begleiten
Beschäftigte über viele Jahre hinweg, erkennen gesundheitliche Risiken frühzeitig und unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung wirksamer Präventionsmaßnahmen. Damit verfügen sie über eine besondere Expertise, die bei der Weiterentwicklung präventiver Strukturen stärker berücksichtigt werden sollte.

Mit dem Wechsel von Nina Warken an die Spitze des Bundeskanzleramtes hat Ende Juli 2026 Dr. Carsten Linnemann das Amt des Bundesgesundheitsministers übernommen. Die DGAUM verbindet mit dem Beginn seiner Amtszeit die klare Erwartung, dass die Stärkung von Prävention und Gesundheitsförderung einen hohen Stellenwert in der Gesundheitspolitik einnimmt und konsequent vorangetrieben wird.

Die DGAUM appelliert an Bundesgesundheitsminister Dr. Carsten Linnemann, die im Rahmen der Präventionsoffensive ange­stoßenen Entwicklungen entschlossen fortzuführen und die Arbeitswelt als größtes Präventionssetting Deutschlands systematisch in gesundheits- und versorgungspolitische Reformen einzubeziehen. Wer Prävention nachhaltig stärken will, muss die Arbeitsmedizin als unverzichtbare Brücke zwischen Gesundheitsversorgung und Arbeitswelt konsequent nutzen. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der zunehmenden Verbreitung chronischer Erkrankungen und der Herausforderungen für die Fachkräftesicherung kommt der Prävention im Erwerbsleben eine Schlüsselrolle zu.

Die DGAUM wird diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten und ihre wissenschaftliche Expertise in die politischen Diskussionen einbringen. Der begonnene Dialog bietet die Chance, Prävention in Deutschland nachhaltig zu stärken und die Gesundheitsversorgung stärker auf die Anforderungen einer modernen Arbeitswelt auszurichten. Die Arbeitsmedizin steht bereit, hierzu einen entscheidenden Beitrag zu leisten.

Veranstaltungshinweis:

Refresherkurs:
Arbeitsmedizinische Zusammenhangs­begutachtung

27. November, 9:00–16:30 Uhr, online

Der Kurs richtet sich an Ärztinnen und Ärzte, die bereits das Zertifikat „Arbeitsmedizinische Zusammenhangsbegutachtung“ erworben haben und nach 5 Jahren eine Rezertifizierung vornehmen möchten.

Mitglieder der DGAUM zahlen nur 50 % der Teilnahmegebühr.

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