Labour migration in the workplace: Identifying risks and effectively promoting safety and health
The article examines the health effects of labour migration. Many studies show that migrant workers have better health indicators upon arrival in the host country; however, this effect appears to diminish over time. The article analyses some of the underlying reasons for this and suggests preventive approaches to create safe workplace environments.
Arbeitsmigration im Betrieb: Risiken erkennen, Sicherheit und Gesundheit wirksam fördern
Der Artikel befasst sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen der Arbeitsmigration. In vielen Studien zeigen Arbeitsmigrantinnen und -migranten bei der Ankunft im Aufnahmeland günstigere Gesundheitsindikatoren. Jedoch scheint sich dieser Effekt mit der Zeit abzuschwächen. Der Artikel analysiert einige der zugrunde liegenden Ursachen dafür und schlägt präventive Ansätze zur Schaffung sicherer Arbeitsumgebungen vor.
Kernaussagen
- Gesundheitliche Auswirkungen der Erwerbsmigration entstehen primär durch Stressoren im Aufnahmeland.
- Zielgruppenspezifische präventive Angebote können dazu beitragen, dass Erwerbsmigrantinnen und -migranten sicherer arbeiten und langfristig im Aufnahmeland gesünder bleiben.
Einleitung
Migration bildet eine fundamentale Säule des deutschen Arbeitsmarkts. Aufgrund des demografischen Wandels sind viele Branchen wie beispielsweise die Gastronomie, der Gesundheitssektor, die Bauwirtschaft sowie die Transport- und Logistikbranche auf zugewanderte Kräfte angewiesen (Brücker et al. 2026). Migration bedeutet den dauerhaften oder langfristigen Wechsel des geografischen und sozialen Lebensmittelpunkts einer Person über staatliche Grenzen hinweg. Die Arbeits- oder Erwerbsmigration, auf die sich dieser Beitrag fokussiert, bezeichnet die grenzüberschreitende Mobilität mit dem Zweck der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (BAMF 2009).
Demografische Entwicklung
In Deutschland nimmt die Zahl ausländischer Beschäftigter stetig zu. Laut Daten der Bundesagentur für Arbeit wurde im Jahr 2026 erstmals die Grenze von sechs Millionen sozialversicherungspflichtiger ausländischer Beschäftigter überschritten. Da die Zahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit demografisch bedingt kontinuierlich sinkt, wird das Beschäftigungswachstum in Deutschland seit 2023 ausschließlich von ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern getragen (Bundesagentur für Arbeit 2026).
Gesundheitliche Auswirkungen der Migration
Die gesundheitlichen Auswirkungen der Arbeitsmigration sind in der internationalen Forschung umfassend dokumentiert: Weltweit tragen Arbeitsmigrantinnen und -migranten ein überproportional hohes Risiko für arbeitsbedingte Unfälle, körperliche Erkrankungen und psychische Belastungen (Hargreaves et al. 2019; Lin et al. 2025; Lau et al. 2024). Diese erhöhte Vulnerabilität ist jedoch selten auf individuelle Merkmale oder biologische Veranlagungen zurückzuführen. Oft sind Migrantinnen und Migranten beim Eintreffen im Aufnahmeland sogar gesünder als die ansässige Bevölkerung (Aldridge et al. 2018).
Wissenschaftlich wird dies häufig durch den „Healthy-Migrant-Effekt“ erklärt. Die Grundannahme lautet, dass Menschen, die migrieren, im Durchschnitt gesünder sind als die Bevölkerung sowohl des Herkunfts- als auch des Aufnahmelands. Eine Migration setzt nämlich ausgeprägte physische, psychische, soziale und ökonomische Ressourcen voraus. Migrantinnen und Migranten weisen dadurch häufig niedrigere Mortalitätsraten und bessere Gesundheitsindikatoren als die einheimische Bevölkerung auf.
In einer Metastudie wurden Daten von über 15 Millionen Migrantinnen und Migranten aus 92 Ländern analysiert. Dabei zeigte sich eine signifikant niedrigere Gesamtsterblichkeit im Vergleich zur Bevölkerung der Aufnahmeländer (Aldridge et al. 2018). Menschen mit chronischen Erkrankungen oder geringer Leistungsfähigkeit migrieren seltener. Die Ausprägung dieses Effekts hängt stark von der Herkunft, dem Zielland, der Aufenthaltsdauer sowie den konkreten Arbeits- und Lebensbedingungen ab (Moullan u. Jusot 2014).
Viele Studien (Constant 2017; Elshahat et al. 2021; Kluge et al. 2023) berichten, dass dieser anfängliche Gesundheitsvorteil nach nur wenigen Jahren Aufenthaltsdauer im Zielland abnimmt und sich häufig sogar umkehrt. In der Folge verschlechtert sich der Gesundheitszustand dann schneller als der der einheimischen Vergleichsbevölkerung. Diese Verschlechterung wird hauptsächlich postmigratorischen Stressoren zugeschrieben (Elshahat et al. 2021). Dazu zählen unter anderem überdurchschnittlich belastende Arbeitsbedingungen (3-D-Jobs), Sprachbarrieren, psychische und soziale Stressoren, strukturelle Barrieren sowie kulturelle Unterschiede.
Einsatz in belastenden Arbeitsumgebungen
Migrantinnen und Migranten sind nach ihrer Zuwanderung häufig überproportional in Branchen mit erhöhten physischen Belastungen beschäftigt. Hierzu zählen insbesondere das Baugewerbe, die Landwirtschaft, Transport und Logistik, die Gastronomie sowie Reinigungsdienste. Diese Arbeitsplätze sind oft durch ein höheres Unfallrisiko, ungünstige ergonomische Bedingungen, Schichtarbeit, Lärm-, Staub- oder Schadstoffexpositionen gekennzeichnet. In der internationalen Forschung werden diese Beschäftigungen als 3-D-Jobs definiert: „dirty, dangerous and demeaning“ – schmutzig, gefährlich und gesellschaftlich geringgeschätzt (Hargreaves et al. 2019).
Gerade Beschäftigte mit geringen Sprachkenntnissen und niedrigen Qualifikationen sind häufig in diesen Bereichen tätig. Dies führt zu einer multifaktoriellen Gefährdung: Durch fehlende Fach- und Sprachkenntnisse kommt es zum Einsatz an risikoreichen Arbeitsplätzen, bei denen Fehler fatale Folgen haben können. In Kombination mit sprachlichen Barrieren werden Sicherheitsunterweisungen oder akute Zurufe von Kolleginnen oder Kollegen nicht oder zu spät verstanden. Eine Umfrage unter Aufsichtspersonen der Unfallversicherungsträger bestätigte, dass fehlende Sprachkenntnisse als eines der wesentlichsten Gefährdungsrisiken im Betrieb wahrgenommen werden (Boege et al. 2024).
Demnach sind Erwerbsmigrantinnen und -migranten insbesondere dann stark gefährdet, durch einen Arbeitsunfall gesundheitlich beeinträchtigt zu werden, wenn sie die Sprache des Aufnahmelandes nicht oder nur ansatzweise verstehen und sie gleichzeitig in risikoreichen Branchen oder an risikoreichen Arbeitsplätzen beschäftigt sind (Boege 2009). Studien zum Hörverständnis weisen interessanterweise darauf hin, dass in sehr lauten Umgebungen auch Eingewanderte mit sehr guten Sprachkenntnissen Sprache tendenziell schlechter verstehen als Muttersprachlerinnen und Muttersprachler. Das heißt, in bestimmten Arbeitsumgebungen kann das Verstehen gesprochener Warnungen in lauten Umgebungen auch bei guten Kenntnissen einer später erlernten Sprache erschwert sein (Scharenborg u. van Ost 2026).
Psychische und soziale Faktoren
Neben physischen Belastungen spielen psychische und soziale Faktoren eine zentrale Rolle, da die Arbeitsmigration mit zahlreichen Stressoren im Arbeits- und Privatleben einhergeht. Dazu gehören neben den bereits genannten Sprachbarrieren Unsicherheiten hinsichtlich des Aufenthaltsstatus, eingeschränkte soziale Netzwerke, die Trennung von Familienangehörigen, finanzielle Verpflichtungen gegenüber Verwandten im Herkunftsland sowie Erfahrungen von Diskriminierung oder sozialer Ausgrenzung. In vielen Arbeitskontexten kommen zudem geringe Handlungsspielräume und eine hohe Arbeitsplatzunsicherheit hinzu (Evagora-Campbell et al. 2022; Hargreaves et al. 2019; Elshahat et al. 2021).
Langfristige Belastungen solcher Art können zu chronischem Stress führen. Dieser wiederum ist mit einem erhöhten Risiko für psychische und kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden. Die Literatur weist darauf hin, dass sich gesundheitliche Nachteile mit zunehmender Aufenthaltsdauer verstärken, wenn soziale und berufliche Belastungen dauerhaft bestehen (Constant 2017). Im schlimmsten Fall können lang andauernde Belastungen eine vorzeitige Rückkehr begünstigen oder mit sozialem Rückzug und Segregation innerhalb der Aufnahmegesellschaft einhergehen (Berry 1997).
Strukturelle Faktoren
Einige Forschungsansätze (Evagora-Campbell et al. 2022) betrachten die gesundheitlichen Risiken von Erwerbsmigrantinnen und -migranten zunehmend als Folge struktureller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Diese umfassen den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Präventionsangeboten, arbeitsrechtliche Schutzmechanismen, soziale Sicherungssysteme sowie die Wohnbedingungen. Aus dieser Perspektive wird Gesundheit nicht primär als Ergebnis individueller Verhaltensweisen verstanden, sondern als Folge der sozialen und politischen Kontexte, in denen Menschen leben und arbeiten. Arbeitsmigrantinnen und
-migranten sind besonderen Risiken ausgesetzt, wenn sie in prekären Beschäftigungsverhältnissen tätig sind, über geringe Kenntnisse des Arbeitsschutz- oder Gesundheitssystems verfügen oder aufgrund institutioneller Barrieren Präventionsangebote nur eingeschränkt nutzen können. Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Migration sind somit auch Ausdruck sozialer Ungleichheiten (Evagora-Campbell et al. 2022).
Kulturelle Faktoren
Ein Aspekt der sozialen Belastungen entfällt auf kulturelle Unterschiede. Hier muss betont werden, dass kulturelle Unterschiede per se keine inhärenten Stressoren darstellen. Sie entwickeln sich erst dann zu einem Belastungsfaktor, wenn sie im Arbeitsalltag auf starre Strukturen oder mangelnde interkulturelle Kompetenz seitens des Betriebs stoßen. Ein prägnantes Beispiel hierfür ist der Umgang mit Krankheit und Gesundheit: Während in einigen Herkunftsländern eine Arbeitsmoral dominiert, die das Erscheinen trotz Krankheit einfordert (Präsentismus), gilt in vielen Branchen in Deutschland eher das Prinzip, Kolleginnen und Kollegen nicht anzustecken und zu Hause zu bleiben. Weitere Reibungspunkte können zum Beispiel durch divergierende Hierarchieverständnisse entstehen. Unterschiedliche Erwartungen an Hierarchie, Fehlerkommunikation und Rückmeldungen können zu Missverständnissen führen. Das ständige, oft isolierte Navigieren zwischen gegensätzlichen Erwartungshaltungen kann die kulturelle Differenz schließlich in einen chronischen Stressor transformieren, sofern nicht gegengesteuert wird (Hofstede 2001).
Gesundheitliche Folgen der Erwerbsmigration sind demnach ein multifaktorielles Geschehen, das sprachliche, bildungssoziologische, psychische, soziale, strukturelle und kulturelle Aspekte umfasst. Nicht jede Arbeitsmigrantin oder jeder Arbeitsmigrant ist im gleichen Maße gefährdet, durch die Migration gesundheitliche Folgen zu erleiden. Vielmehr spielt die Kombination aus Sprachkenntnissen, Bildungs- und Beschäftigungsbedingungen, diskriminierungsfreiem Zugang zu Ressourcen sowie Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe eine Rolle dabei, inwieweit Menschen mit Erwerbsmigrationsbiografie im Aufnahmeland sicher arbeiten. Gute sprachliche Fähigkeiten der Zielsprache, ein höherer Bildungsabschluss, kulturelle Nähe zur Aufnahmekultur und ein tragfähiges soziales Netzwerk können dabei Schutzfaktoren sein, wohingegen Migrantinnen und Migranten, die weniger dieser Schutzfaktoren aufweisen, gefährdeter sind, gesundheitlich Schaden zu nehmen (Boege 2009; ILO 2016).
Handlungsempfehlungen zur betrieblichen Prävention
Die nachfolgenden Vorschläge zur betrieblichen Prävention zeigen auf, wie Unternehmen sprachliche, strukturelle und soziokulturelle Angebote machen können, um die oben genannten Stressoren zu reduzieren und somit die Arbeitssicherheit für vulnerable Erwerbsmigrantinnen und -migranten zu erhöhen.
Zu den organisatorischen Maßnahmen, die innerhalb des Betriebs getroffen werden können, gehören beispielsweise die Personalauswahl, der Aufbau von Peer-Systemen, praxisnahe Schulungen und Unterweisungen sowie die Verwendung von nicht sprachbasierten Informationsmaterialien. Ein klares Bekenntnis zur diversen Belegschaft, zum Beispiel durch die Haltung der Führungskräfte und der Verankerung im Unternehmensleitbild, ist ein weiterer wesentlicher Baustein, ebenso wie die konkrete Beteiligung und Teilhabe der Erwerbsmigrantinnen und -migranten im Betrieb. Darüber hinaus stärkt die Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern, wie beispielsweise den Unfallversicherungsträgern, die Präventionsarbeit im Unternehmen. Auf die genannten Punkte soll nun im Einzelnen eingegangen werden.
Bei der Personalauswahl kann bereits im Rekrutierungsprozess neben der fachlichen Eignung auch die sprachliche Verständigung beurteilt werden. Bei Defiziten empfiehlt sich die Vereinbarung konkreter, arbeitsbegleitender Qualifizierungsmaßnahmen (z. B. betriebliche Deutschkurse) zum systematischen Aufbau des erforderlichen Sprachniveaus.
Bei Sicherheitsunterweisungen und Schulungen im Betrieb greifen rein textbasierte Instruktionen oft zu kurz, da Sprach- und Lesekompetenz im Einzelfall unzureichend ausgeprägt sein können. Daher sollte das praktische Vormachen, Einüben und Trainieren direkt am Arbeitsplatz, also das Learning by Doing, im Mittelpunkt stehen, um den Lerntransfer nachhaltig zu sichern.
Gute Erfahrungen haben Betriebe auch mit der Implementierung von Paten- und Peer-Systemen gemacht. Als Patinnen und Paten agieren zweisprachige Schlüsselpersonen aus der Belegschaft, die über relevante Sprachkenntnisse, Erfahrung im Betrieb und eine hohe Akzeptanz im Team verfügen. Sie fungieren als Mediatoren, unterstützen die Verständigung und vermitteln, wenn ein Bedarf an qualifizierten Übersetzungs- oder Unterweisungsangeboten besteht. Darüber hinaus dienen sie ihren Peers als Rollenvorbilder für sicheres und gesundes Arbeiten. Um strukturellen Konflikten, Subgruppenbildung oder einer Überlastung einzelner Personen vorzubeugen, ist eine regelmäßige Rotation beziehungsweise Neuzusammensetzung dieser Patensysteme und Teams im Sinne eines modernen Diversitätsmanagements hilfreich.
Ebenfalls in der Praxis bewährt haben sich Filme und Piktogramme: Der Einsatz von zielgruppenspezifischen Erklärvideos, standardisierten Piktogrammen und Bildmaterial ermöglicht eine sprachunabhängige Vermittlung von Gefahrenhinweisen, Betriebsanweisungen und Verhaltensregeln. Digitale Tools wie Übersetzungsprogramme können hier ebenfalls unterstützen.
Neben den bildgestützten Materialien gibt es mehrsprachige Unterweisungsmaterialien der Unfallversicherungsträger. Hierbei ist jedoch formal durch Verständnisfragen sicherzustellen, dass die fremdsprachig instruierten Beschäftigten die Inhalte nicht nur rezeptiv aufgenommen, sondern kognitiv verarbeitet haben und adäquat operationalisieren können. Dies gilt auch für den oben genannte Einsatz von visuellen Materialien und Piktogrammen.
Kultursensible Schulungen für Mitarbeitende und Führungskräfte können das interkulturelle Verständnis fördern und zum gegenseitigen Verstehen beitragen. Da Gefahrenwahrnehmung und Risikobewusstsein durch die individuelle Sozialisation geprägt sind, helfen kultursensible Schulungen, Missverständnisse abzubauen. Dies sensibilisiert auch Führungskräfte zum Beispiel für den Umgang mit unterschiedlichen Hierarchieverständnissen.
Unabhängig von Herkunft oder Hierarchieebene sollte das Unternehmen eine unmissverständliche und verbindliche Haltung zu Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz und zu Diversität zeigen und einfordern. Diese sollte insbesondere von den Führungskräften vorgelebt werden. Eine solche organisationale Klarheit schafft psychologische Sicherheit für alle Beschäftigten.
Ebenso wie die verbindliche Haltung der Organisation ist die partizipative Einbindung von Erwerbsmigrantinnen und -migranten in den Arbeitsschutz eine wichtige Maßnahme, da sie die Beschäftigten aus der Rolle der Empfangenden zu Mitgestaltenden von Sicherheit und Gesundheit macht. Eine solche Einbindung gelingt durch den bewussten Austausch in gemischten, diversen Teams sowie durch die gezielte Ansprache und Qualifizierung zu Sicherheitsbeauftragten oder internen Multiplikatoren.
Ein weiterer wesentlicher Ansatzpunkt für die Prävention ist es, die allgemeine Sicherheits- und Gesundheitskompetenz der zugewanderten Kräfte nachhaltig zu stärken (DGUV 2025). Im Sinne der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung darf diese Kompetenz nicht als reine Bringschuld verstanden werden. Betriebe müssen die Rahmenbedingungen schaffen, in denen Beschäftigte Sicherheits- und Gesundheitskompetenz erwerben und anwenden können.
Schließlich ist es neben den betrieblichen Maßnahmen sinnvoll, die Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern aktiv zu suchen. So bieten die Unfallversicherungsträger spezifische Schulungen und Beratungen zur Thematik an und stellen Präventionskonzepte sowie mehrsprachige Materialien mit klarem Branchenbezug bereit.
Fazit und Ausblick
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nicht die Migration selbst die Gesundheit von Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten bestimmt, sondern vor allem die konkreten Arbeits-, Lebens- und Integrationsbedingungen im Aufnahmeland. Es erfordert daher gute Arbeitsbedingungen, soziale Teilhabe und einen gleichberechtigten Zugang zu Prävention und Gesundheitsversorgung. Wenn es gelingt, sprachliche, rechtliche und soziokulturelle Aspekte verstärkt in die betriebliche Prävention zu integrieren, entsteht ein inklusiver, diverser und zukunftsfähiger Arbeitsschutz, der allen Beschäftigten zugutekommt.
Interessenkonflikt: Die Autorin gibt an, dass keine Interessenkonflikte vorliegen.
Literatur
Aldridge RW, Nellums LB, Bartlett S et al.: Global patterns of mortality in international migrants: a systematic review and meta-analysis. Lancet 2018; 392: 2553–2566. doi:10.1016/S0140-6736(18)32781-8 (Open Access).
Boege K, Mai J, Wetzstein A: Einfluss der Migration auf die Präventionstätigkeit der Unfallversicherungsträger [Influence of migration on the prevention activities of accident insurance institutions]. DGUV Forum 2024; 7–8: 30–37.
Bundesagentur für Arbeit: Beschäftigungswachstum wird von ausländischen Arbeitnehmern getragen: Sechs-Millionen-Marke überschritten. BA Presseinfo 2026; 25: 1–2. www.arbeitsagentur.de/presse/2026-25-beschaeftigungswachstum-wird-von-a… (abgerufen am 21.09.2026).
Constant AF: The healthy immigrant paradox and health convergence. SSRN Electronic Journal 2017; 15: 18–22. doi:10.2139/ssrn.3074307 (Open Access).
Hargreaves S, Rustage K, Nellums LB et al.: Occupational health outcomes among international migrant workers: a systematic review and meta-analysis. Lancet Glob Health 2019; 7: e872–e882. doi:10.1016/S2214-109X(19)30204-9 (Open Access).
Lau K, Aldridge R, Norredam M et al.: Workplace mortality risk and social determinants among migrant workers: a systematic review and meta-analysis. Lancet Public Health 2024; 9: e852–e861. doi:10.1016/S2468-2667(24)00226-3
Lin C-YR, Lau K, Mackey K et al.: Adverse health outcomes among migrant workers and transnational families in the Asia-Pacific: a systematic review and meta-analysis. Lancet Reg Health West Pac 2025; 63: 101259. doi:10.1016/j.lanwpc.2025.101720 (Open Access).
Die komplette Literaturliste mit allen Quellen steht auf der ASU-Homepage beim Beitrag zur Verfügung (asu-arbeitsmedizin.com).
Online-Quelle
DGUV – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung: Fakten-CHECK: Migration im Kontext von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. 2024
https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/4931