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Pflege entlasten mit KI

Ziel ist die Entwicklung eines datenschutzkonformen, offenen KI-Ökosystems, das Pflegefachpersonen im Berufsalltag entlasten soll. Wie lässt sich Künstliche Intelligenz so einsetzen, dass sie Pflegefachpersonen im stressigen Klinik- und Pflegealltag wirklich unterstützt? Dieser Frage geht das neue Forschungsprojekt „Smart Vitality Care“ (SVC) nach, das an der Hochschule München (HM) koordiniert wird. Das Forschungsprojekt entwickelt und evaluiert ein KI-gestütztes Open-Source-Informationssystem, das Pflegefachpersonen vor der Überlastung durch Informationsrecherche und -pflichten im Pflegealltag schützt. Das interdisziplinäre Verbundprojekt bringt dabei die Technologieexpertise der Studienfakultät MUC.DAI (Munich Center for Digital Sciences and AI) mit dem gesundheits- und pflegewissenschaftlichen Fokus von MUC.HEALTH (Munich Campus for Health and Engineering) zusammen.

Wenn Technik mehr Last als Hilfe ist
Pflegefachpersonen verbringen einen erheblichen Teil ihres Arbeitsalltags mit Dokumentation, Informationssuche und der Nutzung verschiedener digitaler Systeme. Statt Arbeitsabläufe zu vereinfachen, führen viele Anwendungen bislang zu zusätzlicher Komplexität und einer hohen kognitiven Belastung. Verschärft wird die Situation durch eine fragmentierte Softwarelandschaft aus unübersichtlichen Insellösungen: Statt zu entlasten, erhöhen schwer zu bedienende Systeme und wachsende Datenmengen die Belastung des Personals. „Mit Smart Vitality Care wollen wir zeigen, dass Künstliche Intelligenz in der Pflege kein zusätzliches System ist, das bedient werden muss, sondern ein Werkzeug, das wirklich entlastet. Entscheidend dafür ist, dass wir die Lösungen von Anfang an gemeinsam mit den Pflegefachpersonen entwickeln – nur so entsteht ein KI-Einsatz, der im Alltag tatsächlich ankommt und Vertrauen schafft“, erklärt Projektleiter Dr. Philipp Tschochohei.

Intelligentes KI-Ökosystem für den Pflegealltag
Im Mittelpunkt des dreijährigen Forschungsprojekts steht die Entwicklung und wissenschaftliche Evaluation eines offenen KI-Ökosystems. Dieses besteht aus zwei zentralen Bausteinen: einem intelligenten Dashboard, das pflegerelevante Informationen situationsgerecht für die Pflegefachpersonen bei der Arbeit bündelt und priorisiert. Ein Open-Data-Katalog wiederum ermöglicht es, in Forschung und Praxis bewährte Best Practices für unterschiedliche Anwendungsfälle zugänglich zu machen. Diese Lösungen werden gemeinsam mit Pflegefachpersonen entwickelt und in Labor- sowie Praxistests kontinuierlich erprobt. Dabei verfolgt das Projekt einen „Privacy-by-Design"-Ansatz, denn die eingesetzten KI-Systeme trainieren ausschließlich mit anonymisierten Interaktionsmustern und nicht mit sensiblen Gesundheitsdaten.

Am Ende der Projektlaufzeit soll die Entwicklung einer „Skalierungsstrategie 2035“ stehen, mit der das entwickelte KI-Ökosystem langfristig in die Regelversorgung der bayerischen Pflegelandschaft überführt werden soll.

Partner und Förderung
Das Projekt „Smart Vitality Care“ ist ein gemeinsames Forschungsprojekt der HM, der Technischen Hochschule Rosenheim und der MyOnClinic GmbH. Es wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) gefördert und läuft von Februar 2026 bis Januar 2029. Zu den assoziierten Partnern gehören die AOK Bayern, die Diakonie München & Oberbayern, der Paritätische Wohlfahrtsverband Bayern, das Pflegeheim Anthojo Brannenburg, das Pflegeheim Wiltschka, das Pflegepraxiszentrum Nürnberg, Portabiles HealthCare Technologies sowie die Vereinigung der Pflegenden Bayern.