Der Einfluss intensiver Aufklärung zu Impfnebenwirkungen auf die ärztliche Beratungstätigkeit nach Grippeschutzimpfung

Ziel: Die Influenza ist eine ernst zu nehmende Viruserkrankung und geht mit großem volkswirtschaftlichem Schaden einher. Obwohl eine Schutzimpfung verfügbar ist, liegt die Durchimpfungsrate in der deutschen Bevölkerung bei lediglich 20 %. Ein wichtiger Grund hierfür sind Bedenken hinsichtlich möglicher Impfnebenwirkungen. Die Datenerhebung sollte untersuchen, ob intensivierte Aufklärung zu Impfnebenwirkungen Einfluss auf die individuelle Bewertung von Lokal- und Allgemeinreaktionen hat. Kollektiv und Methode: Während einer Influenza-Impfaktion im Herbst 2004 wurden 2348 Personen in die Untersuchung eingeschlossen. 1163 zufällig ausgewählte Probanden wurden besonders ausführlich zu möglichen Impfnebenwirkungen nach Grippeschutzimpfung informiert, eine zweite Gruppe von 1185 Probanden erhielt eine allgemeine Impfaufklärung vor Durchführung der Schutzimpfung. Beide Gruppen wurden hinsichtlich ihrer individuellen Bewertung von nach der Schutzimpfung auftretenden Symptomen und der Frequentierung der ärztlichen Sprechstunde verglichen. Ergebnisse: 10,1 % aller Probanden berichteten über Nebenwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit der Schutzimpfung. Aus eigener Initiative meldeten sich 2,2 % der intensiv und 8,3 % der in üblicher Weise informierten Impflinge in der werksärztlichen Sprechstunde. Sofern die Vorstellung infolge grippaler Symptomatik erfolgte, lag in der Gruppe der ausführlich informierten Probanden eine akute Infektionskrankheit als Ursache signifikant häufiger vor. Der zeitliche Mehraufwand durch ausführliche Information hinsichtlich möglicher Impfnebenwirkungen wurde mit 20 s pro Impfling, die zusätzliche Beratungszeit zur Besprechung dieser Symptome in der ärztlichen Sprechstunde mit durchschnittlich 10 min berechnet. Schlussfolgerung: Eine intensive Information zu möglichen Impfnebenwirkungen nach Influenzaschutzimpfung ist hilfreich, um Nachfragen zu Impfreaktionen zu reduzieren. Die nach Grippeimmunisierung auftretenden Begleitsymptome werden von intensiv informierten Probanden besser eingeschätzt. Hierdurch ist es auch möglich, die Ressourcen in der postvakzinalen ärztlichen Beratungstätigkeit besser einzusetzen.
Aim: Influenza is a viral disease which should be taken seriously and which leads to great economic losses. Although vaccination is available, the vaccination rate in the German population is only 20 %. One important reason for this is worries about the possible side effects of vaccination. This data survey is intended to investigate whether intensified education on the side effects of vaccination has any effect on the individual assessment of local and systemic reactions. Method: In autumn 2004 2348 volunteers were included in the investigation during an influenza vaccination campaign. 1163 randomly selected employees were informed in detail about possible side effects after influenza vaccination. A second group of 1185 volunteers were given general information on vaccinations before being vaccinated. The two groups were compared with regard to their individual assessment of symptoms occurring after the vaccination and the frequency of visits to the doctor. Results: 10.1 % of all those vaccinated reported side effects in connection with the vaccination. 2.2 % of those who had been given detailed information and 8.3 % of those given the usual information came to the Works Medical Service surgery of their own accord. In those cases where advice was sought because of influenza-like symptoms, an acute infectious disease was the cause significantly more frequently in the group of those given detailed information. The additional time required to provide detailed information on possible side effects of vaccinations was calculated as 20 seconds per vaccinated person, the additional time needed to discuss the symptoms in the surgery was calculated as an average 10 minutes. Conclusions: Detailed information of possible side effects after influenza vaccination is helpful in reducing the number of queries about vaccination reactions. The symptoms occurring after influenza immunisation are assessed better by the volunteers given detailed information. In this way it is possible make better use of the resources for postvaccination medical consultations.

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