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Age discrimination in job advertisements
45 percent of people in Germany have experienced age discrimination, with 39 percent of them facing it in the workplace. According to experts, workplace discrimination harms the economy in addition to the individuals affected.
Altersdiskriminierung in Stellenanzeigen
In Deutschland haben 45% der Menschen schon einmal Altersdiskriminierung erfahren, 39% der Betroffenen berichten von Altersdiskriminierung im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit. Expertinnen und Experten zufolge schadet dies, neben den Betroffenen, auch der Wirtschaft.
Diskriminierung kommt oft bereits vor der Bewerbung vor: Stellenanzeigen, die sich laut Anzeigentext an „Berufseinsteiger“ wenden oder ein „junges Team“ bewerben, können je nach Kontext altersdiskriminierend wirken. Die Online-Anwaltskanzlei LarFirm hat das Jobportal Stepstone auf ausgewählte Formulierungen untersucht, die unter arbeitsrechtlichen Gesichtspunkten kritisch sein können. Besonders häufig treten solche Begriffe in Anzeigen aus dem Handwerk, dem Gesundheitswesen und dem Ingenieurwesen auf. Insgesamt wurden fast 10.000 Stellenausschreibungen mit mindestens einer der Formulierungen gefunden.
„Berufseinsteiger“ und „junges Team“ sind die häufigsten Formulierungen
Die mit Abstand häufigste potenziell diskriminierende Formulierung „Berufseinsteiger“ wurde in insgesamt 3796 Stellenanzeigen festgestellt. „Junges Team“ folgt mit 3772 Stellenanzeigen auf Platz zwei. Mit großem Abstand befindet sich die Formulierung „Studienabsolvent:innen“ auf Platz drei mit 871 Stellen. „Karrierestart“ und „Schnelllebiges Umfeld“ folgen mit 504 Anzeigen beziehungsweise 194 Ausschreibungen. Die Ansprüche an Bewerberinnen und Bewerber, „Fit und belastbar“ oder ein „Digital Native“ zu sein, wurden 111-mal beziehungsweise 89-mal festgestellt.
Stellenanzeigen im Handwerk nutzen diese Formulierungen am häufigsten
Von den insgesamt 9340 Stellenanzeigen enthielten 2232 Anzeigen im Bereich Handwerk mindestens eine der gesuchten Formulierungen. An zweiter Stelle folgt das Gesundheitswesen mit 1041 Job-Ausschreibungen. Auf dem dritten Platz befinden sich Berufe im Ingenieurwesen, in denen 593-mal potenziell altersdiskriminierenden Formulierungen ausgeschrieben wurden. Die Gastronomie beziehungsweise die Hotellerie sowie die IT landen mit 493 und 480 Anzeigen auf den Plätzen vier und fünf.
Katharina Larverseder, Anwältin und Gründerin von LarFirm kommentiert die Ergebnisse: „Begriffe wie ‚junges Team‘ oder ‚Berufseinsteiger‘ mögen auf den ersten Blick harmlos wirken, können aber – je nach Kontext – eine altersdiskriminierende Wirkung entfalten. Schon der Eindruck, nicht angesprochen zu werden, kann qualifizierte Bewerberinnen ausschließen. Unternehmen riskieren damit nicht nur, wertvolle Fachkräfte zu verlieren, sondern setzen sich auch rechtlichen Risiken aus.
Wir empfehlen, auf solche Formulierungen zu verzichten und Stellenanzeigen rechtlich prüfen zu lassen – das schafft Klarheit und schützt vor vermeidbaren Streitigkeiten.“
Über die Untersuchung
Für die Analyse wurden Stellenanzeigen auf dem Portal Stepstone auf die potenziell diskriminierenden Formulierungen „Berufseinsteiger“, „junges Team“, „Studienabsolvent:innen“, „Karrierestart“, „Schnelllebiges Umfeld“, „Fit und belastbar“, „Digital Native“, „Unter Jahre alt“, „Maximal Berufserfahrung“ und „Junge Karrieren“ untersucht. Dazu wurden die Suchbegriffe auf der Plattform gesucht, und die Anzahl der Stellenanzeigen sowie die Anzahl der Stellenanzeigen nach Berufsfeldern erfasst. Dazu wurden die fünf Berufsfelder mit den meisten Stellenanzeigen, die die Formulierung enthalten erfasst, sowie die Anzahl der Stellenanzeigen notiert. Insgesamt wurden 9340 Stellenanzeigen mit mindestens einer der Formulierungen erfasst und untersucht.
Die Untersuchung wurde am 31. Mai 2025 durchgeführt.