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Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben eine besondere Relevanz, da sie in Deutschland die führende Ursache für frühzeitigen Tod und mit einer Prävalenz von etwa 8 % in der erwerbstätigen Bevölkerung eine bedeutende gesundheitliche Herausforderung für Betriebe sind (Gößwald et al. 2013). Nach dem DAK-Gesundheitsreport 2023 stehen sie auf Platz 5 der häufigsten Arbeitsunfähigkeitsdiagnosen und auf Platz 4 bei den Arbeitsunfähigkeitstagen.
Groß angelegte epidemiologische Studien wie die INTERHEART-Studie belegen, dass über 90 % der Herzinfarkte auf modifizierbare Risikofaktoren zurückzuführen sind. Führende Gesundheitsorganisationen wie die World Heart Federation leiten daraus ab, dass mindestens 80 % der kardiovaskulären Ereignisse und vorzeitigen Todesfälle vermeidbar sind. Dieses große Präventionspotenzial kann von Betrieben unter anderem im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung genutzt werden.
Als Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sind wir mehr als nur Mediziner – wir sind Architekten eines gesunden Arbeitsumfelds. Gestalten wir es so, dass die Herzgesundheit der Belegschaft durch einen integrierten Ansatz von der Notfallversorgung bis zur Prävention aktiv gefördert wird. Mit diesem Engagement übernehmen wir nicht nur Verantwortung für den Einzelnen, sondern leisten auch einen gesellschaftlichen Beitrag zur Entlastung von Notaufnahmen und ambulanter Versorgung.
Zentrale Aufgabe der betrieblichen Gesundheitsförderung ist es, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten durch eine frühzeitige Identifikation von Risikofaktoren und wirksamen Unterstützungsangeboten nachhaltig zu verbessern.
Uns Betriebsärztinnen und Betriebsärzten kommt hier eine besondere Rolle zu. Durch unsere Nähe zu den Beschäftigten und unsere Kenntnis der Unternehmenskultur befinden wir uns in der einzigartigen Position, Prävention auf mehreren Ebenen zu gestalten. Wir können individualisierte Programme entwickeln und die Belegschaft bei der Umsetzung im Arbeitsalltag wirksam beraten.
Gerade wir Betriebsärztinnen und Betriebsärzte können Betriebe als einzigartiges Umfeld für eine erfolgreiche Förderung der Herzgesundheit gestalten.
Wie solche erfolgreichen Strategien in der Praxis aussehen können, beleuchtet dieser Heftschwerpunkt aus fünf verschiedenen Perspektiven.
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre.
Ihr Alexander Kuhlmann
Facharzt für Arbeitsmedizin und Kardiologie, Robert Bosch GmbH, Bamberg
Literatur
Gößwald A, Lange M, Dölle R, Hölling H: The first wave of the German Health Interview and Examination Survey for Adults (DEGS1). Bundesgesundheitsbl 2013; 56: 611–619. [German]. doi:10.1007/s00103-013-1671-z. PMID: 23703477.
Foto: Antje Wiech