KKMU haben in der Regel keine festangestellten Betriebsärztinnen und Betriebsärzte oder Sicherheitsfachleute und sind daher auf niederschwellige und ortsunabhängige Lösungen und Informationen angewiesen. Ein niederschwelliger Zugang zu einer arbeitsmedizinischen Betreuung und Versorgung durch digitale Angebote kann also bei der Umsetzung und Anwendung von Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes hilfreich, wenn nicht sogar essenziell sein. Digitale Angebote können – sofern möglich – digitale beziehungsweise onlinegestützte Gefährdungsbeurteilungen, arbeitsmedizinische Vorsorgen und telemedizinische Sprechstunden sowie allgemeine Beratungen von Unternehmen und Betrieben bis hin zu ASA-Sitzungen umfassen.
Gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hat die DGAUM zu Beginn dieses Jahres das Projekt „Digitale Anwendungen in der Arbeitsmedizin ins Leben gerufen.
Ziel ist eine Verbesserung der arbeitsmedizinischen und sicherheitstechnischen Beratung und Versorgung von KKMU. Niederschwellige digitale Anwendungen sollen einen Beitrag leisten, dass auch kleine Betriebe und deren Beschäftigen von einer arbeitsmedizinischen Betreuung und gesundheitsfördernden Arbeitsgestaltung profitieren. Angesprochen werden sollen im Rahmen dieses Konzepts in erster Linie Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner sowie Sicherheitsfachkräfte, die kleine Betriebe und Unternehmen betreuen. Diese sollen über den Nutzen von digitalen Anwendungen in der Arbeitsmedizin sowohl informiert und aufgeklärt als auch bei der konkreten Umsetzung entsprechend durch Schulungen und Fortbildungen unterstützt werden. Geplant sind unter anderem die Erstellung von Informationsmaterialien,
E-Learnings und andere Weiterbildungsmaßnahmen.
Den Auftakt bildete am 19. März ein Symposium im Rahmen der 66. Wissenschaftlichen Jahrestagung der DGAUM mit rund 150 Teilnehmenden. Im Rahmen der Veranstaltung wurden zunächst die Ursachen und der Status Quo beschrieben und im Anschluss Lösungen aufgezeigt, wie kleinere Unternehmen arbeitsmedizinisch unterstützt werden können. Die Vorträge können auf der Projektseite abgerufen werden, wo Sie auch weitere Informationen zum Projekt finden.
www.dgaum.de/digitale-anwendungen-in-der-arbeitsmedizin/