Für Beschäftigte in Notaufnahmen oder im Rettungsdienst, für Lehrkräfte sowie für viele weitere Berufsgruppen mit engem Kunden- oder Publikumskontakt gehört Gewalt inzwischen beinahe zum Berufsalltag. Schätzungen zufolge haben zwischen zehn und 30 Prozent der Beschäftigten in Deutschland bereits Gewalt am Arbeitsplatz erlebt, sei es in physischer oder verbaler Form. „Gewalt ist ein zentrales Thema – branchenübergreifend, besonders jedoch im Gesundheitswesen und im öffentlichen Dienst. Und die Tendenz ist steigend“, sagt Professor Volker Harth, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM).
Das zweite Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ wurde Ende November 2025 veröffentlicht. Zusammen mit dem Bundeslagebild „Häusliche Gewalt“ zeigt es auf, dass die Gewalt gegen Frauen zunimmt, gerade auch im häuslichen Bereich. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer. Als bislang wichtigste Ergebnisse der Umsetzung der „Gewaltschutzstrategie“ zum besseren Schutz von Frauen vor Gewalt, die von der vergangenen Bundesregierung beschlossen und von der aktuellen übernommen wurde, sind bislang die Inkraftsetzung des Gewalthilfegesetzes (GewHG) Anfang 2025 und die Einrichtung von länderspezifischen Fach- und Koordinierungsstellen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention zu nennen.
Gewalt gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen steht zunehmend im Fokus des Arbeitsschutzes und auch der breiten Öffentlichkeit. Beschäftigte berichten über Beleidigungen, Bedrohungen, Angriffe oder Sachbeschädigungen. Kliniken investieren in Sicherheitsvorkehrungen, Security-Mitarbeitende und sogar Selbstverteidigungskurse. Aus arbeitsmedizinischer Perspektive sollen das reale Gewaltrisiko beleuchtet und mögliche Ansätze für den präventiven Arbeitsschutz vorgestellt werden.
Diese Studie untersucht die Exposition gegenüber Aggression und Gewalt am Arbeitsplatz, wobei der Fokus sowohl auf tätigkeitsspezifischen Unterschiede in der Häufigkeit der Exposition als auch auf die zwischen den Gruppen variierenden Auswirkungen dieser Exposition auf das Wohlbefinden gelegt wird.
Gewaltereignisse sind in Einrichtungen des Gesundheitsdienstes und der Wohlfahrtspflege keine Seltenheit. Seltener ist jedoch der systematische und analytische Umgang mit Aggressionen und Gewalt. Aber wie kann dies erreicht werden? Welche Rolle haben Arbeitsschutzexpertinnen und -experten im Betrieb dabei? Eine Gefährdungsbeurteilung, die das Thema Gewalt aufgreift, ist zentraler Bestandteil eines gelungenen Gewaltpräventionsmanagements. Sie kann den betrieblichen Umgang mit herausforderndem Verhalten entscheidend verbessern und damit auch zu einer Reduktion von Gewaltereignissen beitragen. Im folgenden Artikel werden zwei Methoden zur Gefährdungsbeurteilung durch Gewaltereignisse aufgezeigt.
Die Kampagne #GewaltAngehen der Gesetzlichen Unfallversicherung wird auf den Gesundheitsdienst ausgeweitet.
Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. veröffentlicht einen Leitfaden zur Prävention von Gewalt im Krankenhausumfeld. Die zentrale Aussage ist deutlich: Gewalt hat im Krankenhaus keinen Platz.
Beschäftigte von Krankenhäusern sind immer häufiger von gewalttätigen Übergriffen betroffen.
Die Fälle häuslicher Gewalt in Deutschland haben deutlich zugenommen.
BAuA untersucht Häufigkeit von Gewaltereignissen und damit in Verbindung stehende Arbeitsmerkmale in der ambulanten Pflege.
Die Berichte über Angriffe auf Rettungskräfte und Feuerwehrleute zu Silvester schockieren. Die gesetzliche Unfallversicherung ist der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit verpflichtet. Die DGUV fordert daher: Diese Gewalt muss aufhören.
Führungskräfte müssen Beschäftigte vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz schützen. Dafür brauchen sie eine klare Haltung – und das notwendige Wissen, wie sie im Fall von Übergriffen richtig reagieren.
H. Schuffenhauer
R. Hettmannsperger-Lippolt
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige Gesellschaft mbH, Fachbereich Pflege und Gesundheitz
(eingegangen am 06.10.2021, angenommen am 09.12.2021)
Violence against nurses in emergency departments. An explorative analysis of stress, coping...
Gewalt gegen Pflegende in Notaufnahmen
Hintergrund: Die Gewaltbereitschaft von Patienten gegenüber Pflegenden hat zugenommen. Durch sie wird nicht nur das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt, sondern vor allem durch...
Sind Sie schon einmal direkt oder indirekt mit Mobbing und Gewalt am Arbeitsplatz in Kontakt gekommen?
Das neue Internetangebot des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) gibt Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegekräften gesicherte Informationen dazu, wie man Gewalt in der Pflege erkennen und vorbeugen kann. Zudem findet man Telefonkontakte zu Beratungsangeboten deutschlandweit, die Betroffenen weiterhelfen können.
„Herr Dr. Hanke, Sie haben mir geschrieben, dass Sie sich an die wissenschaftliche Begründung zur Berufskrankheit 1318 Erkrankun-gen des Blutes, des blutbildenden und des lymphatischen Systems durch Benzol nicht gebunden fühlen. Wie soll ich das verstehen?“ Die Stimme der Geschäftsführerin war...
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Ziel des Artikels ist es, einen Überblick über das Auftreten,, die Folgen und Risikofaktoren von gewalttätigen Übergriffen, insbesondere sexuelle Übergriffe, gegen Beschäftigte im Gesundheitswesen zu geben. Dazu werden Ergebnisse einer großen Zahl von Studien dargestellt, in denen dieses Thema behandelt ist. Hierbei wird Bezug genommen auf das Auftreten von Gewalt am Arbeitplatz in Allgemeinkrankenhäusern, psychiatrischen Einrichtungen und Notaufnahmestationen. Schlussfolgernd werden Empfehlungen zur Prävention und zum Umgang mit diesem Thema vorgestellt.