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Herz-Kreislauf-Stillstand am Arbeitsplatz

Der außerklinische Herz-Kreislauf-Stillstand (OHCA) ist ein häufiges Ereignis, bei dem der Ort die Prognose unter anderem aufgrund der Wahrscheinlichkeit für eine Ersthelfendenreanimation beeinflusst. Internationale Daten¹ zeigen, dass 0,3–4,7 % der OHCAs am Arbeitsplatz auftreten und dann im signifikant besseren Ergebnis resultiert sind als an anderen Orten (1). Für Deutschland ist jedoch unklar, wie der OHCA am Arbeitsplatz sich von anderen Orten, insbesondere von der Wohnung, unterscheidet. In dieser Studie werden die Reanimation am Arbeitsplatz und der Wohnung, insbesondere im Hinblick auf Ersthelfendenreanimationsquote, AED-Einsatz und Wahrscheinlichkeit des Überlebens mit guter neurologischer Funktion verglichen.

MethodeWir führten eine retrospektive, deskriptive und vergleichende Analyse aller von 2015 bis 2024 im Deutschen Reanimationsregister (GRR) erfassten OHCA-Fälle in der Wohnung sowie am Arbeitsplatz durch. Eingeschlossen wurden Erwachsene (≥ 18 Jahre) mit tatsächlich begonnenen Reanimationsmaßnahmen. Das GRR basiert auf freiwillig und anonym übermittelten Datensätzen und derzeit 198 Rettungsdienstsystemen (2). Für die Analysen wurden nur Standorte mit „guter Datenqualität“ berücksichtigt, weil nicht alle Systeme einheitliche Verfahren übermitteln können: OHCA-Inzidenz > 30/100 000 Einwohner pro Jahr, eine „return of spontaneous circulation“ (ROSC)-Rate < 80 %, Angaben zum ROSC-after-cardiac-arrest-Score (RACA-Score) in > 60 % der Fälle sowie, falls zutreffend, dokumentierte innerklinische Verläufe in > 30 % der Fälle. Neben dem Einsatzort wurden unter anderem der primäre EKG-Rhythmus, die mutmaßliche Genese des Herz-Kreislauf-Stillstands und die Vorerkrankungen (Pre-Emergency Status PES 1–5, 1: ohne Vorerkrankungen; PES 5: moribund – die Patientin oder moribunder Patient, der voraussichtlich die nächsten 24 Stunden nicht überlebt) analysiert. Der primäre Endpunkt war das Überleben mit gutem neurologischen Ergebnis, definiert als CPC („cerebral performance categories“) 1 oder 2 (gute beziehungsweise mäßige zerebrale Leistungsfähigkeit) bei Krankenhausentlassung.

Numerische Variablen wurden als Median und Interquartilsabstand (IQR) dargestellt, kategoriale Variablen als Häufigkeiten und Prozentanteile. Die Berechnungen erfolgten mit IBM SPSS Statistics 29 (Armonk, NY, USA).

Die Studie wurde von der Ethikkommission der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Referenznummer D 631/21) sowie vom wissenschaftlichen Beirat des GRR (Referenznummer 2021–13) genehmigt.

ErgebnisseEs wurden 1 369 (1,9 %) OHCAs am Arbeitsplatz und 45 579 (64,4 %) in der Wohnung erfasst und in die Analyse eingeschlossen. Patientinnen oder Patienten mit OHCA am Arbeitsplatz waren jünger (Median 56,4 versus 73,2 Jahre), häufiger männlich (87,6 % versus 64,8 %) und weniger vorerkrankt (PES 1 + 2: 63,1 % versus 31,9 %).

https://www.aerzteblatt.de/archiv/titel/dae/2026/16/herz-kreislauf-stillstand-am-arbeitsplatz-b58e4794-2ec2-41da-85cb-d7545d385418