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Drugs and chronic infectious diseases among inmates – DRUCK-Haft Pilot Study at Bremen prison
The Robert Koch-Institute (RKI) has investigated the prevalence of HIV and hepatitis B and C, as well as the status of care for these infections, among incarcerated individuals who use drugs. The “DRUCK-Haft” pilot study, conducted at the Bremen correctional facility in the summer of 2025, also tested the feasibility and acceptance of such a study within a prison setting.
Drogen und chronische Infektionskrankheiten bei Menschen in Haft – Pilotstudie DRUCK-Haft in der JVA Bremen
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat das Vorkommen von HIV, Hepatitis B und C sowie die Versorgungssituation dieser Infektionen bei inhaftierten Menschen, die Drogen konsumieren, untersucht. Mit der Pilotstudie „DRUCK-Haft“ in der Justizvollzugsanstalt Bremen im Sommer 2025 wurden auch Machbarkeit und Akzeptanz einer solchen Studie in einer JVA getestet.
Für die Studie befragte das RKI-Studienteam inhaftierte Menschen mit der Vorgeschichte eines Drogenkonsums mit einem Fragebogen, ihre Blutproben wurden im RKI auf die Infektionen getestet, außerdem befragte das RKI-Studienteam auch JVA-Personal.
Die meisten teilnehmenden Inhaftierten waren Männer, im Median 36 Jahre alt und die Hälfte von ihnen mehrfach inhaftiert, alle hatten jemals im Leben Drogen konsumiert. 58 % berichteten injizierenden Konsum, davon 19 % auch in Haft. Die Infektionsprävalenzen waren hoch – aktive Hepatitis B 3,7 %, aktive Hepatitis C 19 %, HIV 3,2 % – während Testung und Behandlung in Haft selten waren. 54 % der Teilnehmenden mit Vorgeschichte eines injizierenden Konsums wurden aktuell in Haft substituiert. Häufig berichtet wurden Diskriminierung (80 %), psychische Belastungen und psychiatrische Diagnosen.
Ergebnisse der Interviews mit dem Personal zeigten vor allem Herausforderungen bei der psychiatrischen Versorgung sowie strukturelle Defizite wie Personalmangel, Wartezeiten, Informationslücken. Das Personal empfahl mehr Ressourcen, den Ausbau sucht- und psychiatrischer Angebote, vereinfachte administrative Abläufe, Schulungen für Personal und Wissensverbesserung zu Prävention und Übertragung von Infektionen bei Inhaftierten, sowie bessere Übergangs- und Nachsorge.
Die Schlussfolgerung der Forschenden: Zur Eindämmung von Virushepatitis und HIV sollte die Haftzeit konsequent für Testung, Behandlung und Prävention genutzt und Zugangsbarrieren abgebaut werden. Das RKI-Studienteam wurde von einer Medizinanthropologin begleitet, die die Machbarkeit und Akzeptanz der Datenerhebung evaluierte. Das Ergebnis: Die Studie war insgesamt sehr gut machbar und wurde sowohl seitens des Personals als auch der inhaftierten Teilnehmenden sehr gut akzeptiert. Das Studienteam empfiehlt, die Studie auf weitere Haftanstalten auszuweiten, um eine aussagekräftigere Datengrundlage zu gewinnen.
Online-Quelle
Abschlussbericht und weitere Informationen zu Haft und Gesundheit