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Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Prävention

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Bürokratie ist nicht grundsätzlich überflüssig. Dokumentation und Gefährdungsbeurteilungen sind wichtige Bestandteile eines wirksamen Arbeitsschutzes. Problematisch wird es jedoch, wenn formale Anforderungen mehr Zeit binden als die eigentliche Prävention – etwa durch doppelte Erfassungen, uneinheitliche Nachweise, unklare Zuständigkeiten oder Regelungen, die für Großunternehmen entwickelt wurden, aber unverhältnismäßig auf kleine Betriebe übertragen werden.

Für selbstständige Betriebsärztinnen und Betriebsärzte hat das unmittelbare Folgen. Ihre Arbeit findet in vielen Unternehmen statt. Jede zusätzliche administrative Schleife fehlt bei der Beratung vor Ort: beim Gespräch mit der Geschäftsführung oder bei der Begehung. Gerade KMU brauchen keine Bürokratieverwaltung, sondern kompetente medizinische Begleitung.

Bürokratieabbau muss deshalb an den tatsächlichen Abläufen ansetzen. Erforderlich sind klare, verständliche Vorgaben, eine konsequente Orientierung am Risiko sowie Nachweise, die einmal erhoben und weiterverwendet werden können. Digitale Lösungen können helfen – allerdings nur, wenn sie nutzerfreundlich, interoperabel und bezahlbar sind. Arbeitgeber sollten Informationen nicht mehrfach in unterschiedlichen Formaten übermitteln müssen.

Auch die politischen Rahmenbedingungen müssen die Realität selbstständiger Betriebsärztinnen und Betriebsärzte berücksichtigen. Freiberufliche Strukturen sind ein wesentlicher Bestandteil der arbeitsmedizinischen Versorgung. Wer Versorgung sichern will, darf Selbstständige nicht mit Berichtspflichten belasten, die keinen zusätzlichen Nutzen für Gesundheit erzeugen.

Der BsAfB e. V. setzt sich daher für einen Bürokratieabbau ein, der nicht auf Kosten des Arbeitsschutzes geht, sondern ihn stärkt. Weniger unnötige Verwaltung schafft mehr Zeit für Prävention und Beratung. Davon profitieren selbstständige Betriebsärztinnen und Betriebsärzte, Unternehmen und vor
allem die Beschäftigten. Gute Arbeitsmedizin zeigt sich nicht in der Menge der Formulare, sondern in der Qualität der Lösungen, die im Betrieb ankommen, und in der Wirksamkeit, die sie entwickeln.

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