Unter dem Motto „Gesund versorgen – Beschäftigungsfähigkeit als systemische Aufgabe“ diskutierten vom 17. bis 19. Juni Expertinnen und Experten aus Arbeitsmedizin, Gesundheitswesen, Wissenschaft, Politik und betrieblicher Praxis über die Zukunft der Arbeit in Gesundheits- und Sozialberufen.
„Wir müssen Beschäftigungsfähigkeit systemisch denken. Nicht als private Aufgabe einzelner Beschäftigter, sondern als ineinandergreifendes Ergebnis von Politik, Arbeitsorganisation, Prävention und verlässlicher sozialer Infrastruktur“, betonte VDBW-Präsidentin Susanne H. Liebe zur Eröffnung des Kongresses.
Gesundheits- und Sozialberufe bilden eine tragende Säule der gesellschaftlichen Infrastruktur. Sie sichern medizinische Versorgung, Pflege, Betreuung, Teilhabe und Bildung – und ermöglichen, dass andere gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche funktionieren können. Zugleich stehen die Beschäftigten in diesen Bereichen selbst unter hohem Druck: Schichtarbeit, Arbeitsverdichtung, psychische Belastungen, körperliche Beanspruchung, Gewalterfahrungen, Infektionsrisiken und klimabedingte Zusatzbelastungen prägen vielerorts den Arbeitsalltag.
Auch Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, welche erneut die Schirmherrschaft des Kongresses übernommen hat, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung gesunder Beschäftigter für die Versorgungsfähigkeit des Gesundheitswesens: „Die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheits- und Sozialwesens hängt unmittelbar davon ab, ob es gelingt, auch diejenigen Menschen gesund zu erhalten, die täglich Verantwortung für die Versorgung anderer übernehmen.“
Der Kongress greift diese Herausforderungen mit einem breit angelegten Programm auf. Schwerpunkte sind unter anderem lebensphasen- und gendergerechte Arbeitsmedizin, digitale Anwendungen und Künstliche Intelligenz, Infektionsschutz, Gefahrstoffe und Berufskrankheiten, klimabedingte Anforderungen, sozialmedizinische Fragestellungen und Rehabilitation sowie psychische Belastungen und Gewaltprävention.
Ergänzt wurde das Programm durch praxisorientierte Seminare, unter anderem zu Kommunikation, Hautschutz, Reanimation, Postexpositionsprophylaxe, Work Ability Index, psychischen Störungen und Wechseljahren am Arbeitsplatz.