ASU Ausgabe: 02-2014

Schichtarbeit und Krebs – Sind unsere Schichtarbeitnehmer in Gefahr?

M. Nasterlack

(eingegangen am 04. 07. 2013, angenommen am 13. 08. 2013)

Abstract deutsch

Schichtarbeit und Krebs – Sind unsere Schichtarbeitnehmer in Gefahr?

Fast 20 % der arbeitenden Bevölkerung in Europa verrichtet irgendeine Form von Schichtarbeit, häufig mit Nachtarbeit. Aus nahe liegenden technischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gründen kann auf diese Form der Arbeitsleistung nicht einfach verzichtet werden. Schichtarbeit mit Nachtarbeit (in der Folge der Einfachheit halber nur „Schichtarbeit“) steht den natürlichen biologischen und sozialen Rhythmen von Menschen entgegen und kann dadurch zu einer vermehrten gesundheitlichen Belastung führen. Die durch Schichtarbeit verursachte Störung dieser Rhythmen, die so genannte „Chronodisruption“, wird für eine Reihe von Gesundheitsstörungen verantwortlich gemacht. Im Jahr 2007 wurde „Schichtarbeit, die zu Chronodisruption führt“ [„shift work that involves circadian disruption“], von der International Agency for Research on Cancer (IARC) als wahrscheinliches Humankarzinogen eingestuft (Straif et al. 2007; IARC 2010). Diese Einstufung stützte sich nach Auffassung der Expertengruppe der IARC auf eine „ausreichende Beweislage im Tierversuch“ und auf eine „beschränkte Beweislage bei Menschen.“ Während die experimentelle Befundlage tatsächlich als vergleichsweise konsistent gelten kann (Erren et al. 2010), war die epidemiologische Beweisführung bereits kurz nach ihrer ersten Kommunikation kontrovers diskutiert worden (Kolstad et al. 2008). Die vorliegende Arbeit stellt den epidemiologischen Teil der IARC-Bewertung nochmals kurz dar und weist auf einige Schwächen und Inkonsistenzen in der Datenlage hin. Weiterhin werden die Humanstudien angeführt, die seit der IARC-Einstufung zu diesem Themenkreis neu erschienen sind. Schließlich werden die Erfahrungen mit einem speziellen Schichtsystem, das in der BASF SE am Standort Ludwigshafen eingesetzt wird, nochmals kurz dargestellt.

Schlüsselwörter: Schichtarbeit – Krebsrisiko – Chronodisruption – IARC-Einstufung

Abstract English

Shift-work and cancer – Are our shift-workers at risk?

Almost 20 % of the working population in Europe perform some form of shift work, frequently including night-work. For obvious technical, economic and cultural reasons, it is impossible simply to do without this type of work. Shift-work with night-work (hereafter referred to simply as “shift-work”), is contrary to the natural biological and social rhythms of humans, and can lead to increased health stress. The disruption of these rhythms, so-called “chronodisruption”, caused by shift-work is being held responsible for a series of health problems. In the year 2007 “shift work that involves circadian disruption” was classified by the International Agency for Research on Cancer (IARC) as a probable human carcinogen (Straif et al. 2007; IARC 2010). This classification was based, in the opinion of the expert group of the IARC, on "sufficient evidence in experimental animals” and a “limited evidence in humans”. While the experimental findings can actually be considered as comparatively consistent (Erren et al. 2010), the epidemiological evidence became the subject of controversial discussion soon after its first communication (Kolstad et al. 2008). The present work briefly summarizes the epidemiological part of the IARC assessment and points out some weaknesses and inconsistencies in the data situation. Reference is also made to the human studies that have now appeared on this subject since the IARC classification. Finally, the experience with a special shift system used in the BASF SE at its Ludwigshafen location will be briefly described once again.

Keywords: shift-work – cancer risk – chronodisruption – IARC classification

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