Neuro-Enhancement am Arbeitsplatz
Pharmakologische Prinzipien und ethische Aspekte

Die Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit durch psychoaktive Medikamente, das so genannte „neuro-enhancement“, entwickelt sich seit einigen Jahren sowohl in Grundlagenforschung und klinischer Untersuchung als auch auf dem Gebiet der Neuroethik zu einem viel diskutierten Thema. Immer mehr und neue Pharmaka werden als Neuro-Enhancer untersucht oder bereits eingesetzt. Zu den Substanzen, deren Wirkung für bestimmte Indikationen bereits gesichert ist und denen zukünftig eine Bedeutung als Neuro-Enhancer bei gesunden Personen zukommen kann, gehören Antidementiva mit neuroprotektiver bzw. primär symptomatischer Wirkung (Dimebon, Cholinesterase- Hemmer, Memantin), Ampakine (Ampalax, Farampator), Antidepressiva (z. B. Fluoxetin) und Stimulanzien (Methylphenidat, Modafinil). Neben pharmakologischen Fragen der Wirksamkeit und unerwünschten Nebenwirkungen gewinnen in den letzten Jahren ethische Probleme beim Einsatz von Neuro- Enhancern zunehmend an Bedeutung. Derzeit ist noch keineswegs zu überblicken zu welchen psychischen und biologischen Konsequenzen ein breiterer, mit sanftem Leistungsdruck („soft coercion“) gesteigerter Einsatz der Substanzen führen kann.
Neuro-enhancement, the pharmacological improvement of cognitive performance, has been the subject of increasing interest in both basic scientific research and clinical trials, and also in the emerging field of neuroethics. An ever-increasing number of drugs are currently being developed, tested or are already in use for cognitive enhancement. Substances whose effects in defined medical conditions are known and which may gain significance as future neuro-enhancers in healthy persons include antidementia agents with neuroprotective or primarily symptomatic effects (dimebon, cholinesterase-inhibitors, memantine), ampakines (ampalax, farampator), antidepressants (e.g. fluoxetine), and stimulants (methylphenidate, modafinil). In order to assess potential benefits and risks, long-term pharmacological effectiveness and side-effects need to be evaluated in conjunction with potential ethical issues associated with a possible soft coercion in modern professional settings.

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