Studie zur Ernährung von Studentinnen
Teil II: Wie ernähren sich Studentinnen in Deutschland?

Ziel: In Deutschland gibt es kaum wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit den Ernährungsgewohnheiten von Studenten beschäftigen. Ernähren sich deutsche Studenten wirklich so ungesund, wie in der Laienpresse immer wieder zu lesen ist? Und inwiefern unterscheiden sich z. B. deutsche Studentinnen in ihrem Ess- und Ernährungsverhalten von ihren nichtstudierenden Altersgenossinnen? Diese Frage stellte sich uns im Rahmen unserer Studie „Frauen – Studium – Karriere. Ernährung?“ Ziel der Gesamtstudie war es, nicht nur etwas über die Karriereambitionen von Studentinnen zu erfahren, sondern in diesem Zusammenhang auch etwas über ihr Essverhalten. In einer ersten Teilstudie hatten wir bereits die Anteile an unter-, normal- und übergewichtigern Studentinnen ermittelt und verschiedene Aspekte ihres Essverhaltens diskutiert. Ziel dieser Teilstudie war es nun herauszufinden, wie häufig die Studentinnen welche Nahrungsmittel zu sich nehmen.
Kollektiv und Methode: Im Rahmen unserer Ende 2007 durchgeführten empirischen Studie entwickelten wir dazu einen Fragebogen, der per E-Mail an alle 1044 Studentinnen der Hochschule Furtwangen verschickt wurde. 265 Studentinnen (25,4 %) sandten uns den ausgefüllten Fragebogen zurück. Bei den hier erörterten Ernährungsfragen handelte es sich um geschlossene Fragen.
Ergebnisse: Es zeigte sich ein erstaunlich hoher Anteil an Studentinnen, der regelmäßig Vollwertkost konsumiert. Auch Bioprodukte wurden von einem Teil der Befragten regelmäßig gegessen. Mehr als die Hälfte der Studentinnen aßen mindestens einmal pro Tag Obst, ähnlich hoch war der Konsum an Gemüse und Salat. Nur 6,2 % der Studentinnen waren Vegetarierinnen, die meisten Nicht-Vegetarierinnen aßen pro Woche mindestens zwei- bis dreimal Wurst oder Fleisch. Insgesamt aßen die Studentinnen zwar seltener Fastfood, ihr Süßigkeiten- und Snacks- Konsum war jedoch überraschend hoch. Erstaunlicherweise war der Konsum von Süßem in der Gruppe der untergewichtigen Studentinnen noch etwas höher als bei den Normalgewichtigen.
Schlussfolgerungen: Die gewonnenen Daten zeigen ein recht hohes Interesse der befragten Studentinnen an einer gesunden Ernährung. Dies entspricht den Aussagen früherer Studien, die zeigen konnten, dass sich Frauen – und hier insbesondere gut ausgebildete Frauen – um eine gesunde Ernährung bemühen. Dem recht häufigen Konsum von Obst und Gemüse und der Meidung von Fastfood steht jedoch ein überdurchschnittlich hoher Süßigkeitenkonsum gegenüber. Ob dieses Verhalten ausschließlich Ausdruck weiblicher Ernährungspräferenzen ist oder darüber hinaus auch mit dem zunehmenden universitären Stress in Verbindung gebracht werden kann, lässt sich hier nicht entscheiden. Im Hinblick auf eine zukünftige berufliche Tätigkeit wäre es sinnvoll, an den Hochschulen immer wieder auf die zentrale Bedeutung der Ernährung in Bezug auf Leistungsfähigkeit und Fitness hinzuweisen und den Studierenden mögliche biopsychosoziale Zusammenhänge im Kontext von Arbeit und Karriere zu erläutern.
Aim: To date very little is known about the nutrition habits of university students in Germany. Is the diet of the German student really as unhealthy as the media tell us? And e.g. how do the nutrition habits and food consumption of female university students in Germany differ from those of their contemporaries who are not studying? To answer these questions was one of the aims of our study “Women – University – Career. Nutrition?” We sought information not only about the career ambitions of female German students but, in this context, also about their nutrition habits. In part I of the study we established the proportions of underweight, normal weight and overweight female university students and discussed some aspects of their eating habits. It is the aim of this part of the study to see how often these students eat what kind of food.
Method: As part of our empirical study carried out at the end of 2007 we developed a questionnaire and sent it by e-mail to all 1044 female students of Furtwangen University, Germany. 265 students (25.4 %) sent the filled-in questionnaire back to us. The nutrition and food questions discussed here were closed-ended questions.
Results: Nutrition habits show an astonishingly high proportion of students eating wholefood diets. Also about 30 % of the students often eat so-called organic food. More than half of the students eat fruit at least once a day, similar was the frequency of consumption of vegetables and salad. Only 6.2 % of the students were vegetarians. Most of the nonvegetarians ate meat and/or sausage at least two or three times a week. They rarely ate fast food, but had an astonishingly high level of consumption of sweets and snacks. Surprisingly, the amount of sweets consumed was higher in the group of underweight students than in the group of students in the normal weight range.
Conclusions: These data reveal quite a highlevel of interest in healthy nutrition among the female students surveyed, and agree with the results of former studies which showed that women, especially well educated women, make an effort to eat healthily. But their frequent consumption of fruit and vegetables and their avoidance of fast-food is in contrast to their high level of sweet consumption. We are not sure whether this above-average consumption of sweets and snacks is only an expression of female nutritional preferences or e.g. is a reaction to the increased stress at university today. With regard to their future jobs it would be sensible to inform all students about the importance of nutrition for efficiency and fitness and about the potential bio-psychosocial inter-relationships with working life and career.

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