Prävention berufsbedingter Handekzeme durch Hautschutzmaßnahmen – Ergebnisse einer betrieblichen Interventionsstudie

Ziel: Berufsbedingte Hauterkrankungen stehen seit vielen Jahren an der Spitze der angezeigten Berufserkrankungen, wobei die Dunkelziffer noch sehr viel höher ist. Neben der Ersatzstoffprüfung, technischen und organisatorischen Maßnamen wird allgemein der Anwendung von Hautschutzmaßnahmen eine hohe Bedeutung bei der Prävention arbeitsbedingter Handekzeme zugeschrieben. Bisher fehlen jedoch kontrollierte, in Betrieben durchgeführte Studien, die sich mit den Effekten von Hautschutzmaßnahmen beschäftigen. Um dies zu untersuchen, haben wir in einem Betrieb mit hoher Hautbelastung ein Hautschutzprogramm etabliert und evaluiert sowie studienbegleitend die Beschäftigten berufsdermatologisch untersucht. Methode: Zunächst wurden bei den 180 gewerblichen Mitarbeitern in einem Metall verarbeitenden Betrieb mit bekannter hoher Hautbelastung eine berufsdermatologische Bestandsaufnahme – einschließlich einer berufsdermatologischen Evaluation der einzelnen Arbeitsplätze unter Präventionsgesichtspunkten – sowie eine Hautschutzanalyse durchgeführt. Darauf aufbauend wurde in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Betriebsarzt und der Sicherheitsfachkraft ein Hautschutzprogramm, bestehend aus adäquaten Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemitteln, für den gesamten Betrieb etabliert. Außerdem wurde die für die Umsetzung des Hautschutzprogramms notwendigen Unterrichtungen bzw. Unterweisungen von Führungskräften und Beschäftigten durchgeführt. Ergebnisse: Zu Beginn der Studie wurden bei 26 % der Beschäftigten Hautprobleme festgestellt, die in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit standen. In fast 50 % der Fälle wurde nie oder nur selten Hautschutz benutzt. Adäquater Hautschutz wurde fast nie angewandt. Ein Hautschutzprogramm, das heutigen berufsdermatologischen Anforderungen entspricht, existierte nicht bzw. war nur in Ansätzen vorhanden. Nach der Etablierung des Hautschutzprogramms und der Durchführung der entsprechenden Unterweisungen erfolgte eine 8-monatige Nachbeobachtungszeit, in der mehrere berufsdermatologische Untersuchungen sowie weitere Unterweisungen (Individualprävention) der Beschäftigten durchgeführt wurden. Bei der Abschlussuntersuchung wurden nur noch bei 8,7 % der Beschäftigten in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehende Hautprobleme festgestellt. Schlussfolgerungen: Insgesamt konnte gezeigt werden, dass durch Etablierung und Unterweisung in ein an die berufliche Hautbelastung abgestimmtes Hautschutzkonzept die Prävalenz berufsbezogener Handekzeme signifikant gesenkt werden kann. Darüber hinaus konnten wichtige Erkenntnisse für die Etablierung von Hautschutzprogrammen im Betrieb gewonnen werden.
Objectives: Occupational contact dermatitis takes the first rank of all occupational diseases in many countries and the true incidence of work-related hand eczema is under-reported. In the prevention of occupational contact dermatitis the use of personal skin protection measures is strongly recommended. However, there is a lack of intervention field studies to demonstrate its efficacy. Therefore we conducted a field study with dermatological examinations in a metal-working plant where workers were exposed to irritant substances, and investigated the efficacy of an established skin protection programme. Methods: First, a professional dermatological appraisal of the current status and a skin-protection analysis were carried out for 180 company employees, and a dermatological evaluation of each workplace from the aspect of prevention was conducted. Using the information obtained, a skin protection programme for the whole company was devised and subsequently set up. The focus was on selecting an appropriate skin protection programme comprising skin protection, skin cleaning and skin care, together with instruction on skin protection, i. e. providing relevant information, instruction and advice to senior managers and the staff. The project therefore entailed close co-operation between the company physician and the safety officer. Results: At the beginning of the study 26 % of the employees were found to have skin problems related to the work they were doing. In 50 % of the cases skin protection was never or only rarely used, the right kind of skin protection almost never being applied. There was no skin protection programme that met today’s professional dermatological requirements, or, at the most, merely the first signs of one. After the programme had been set up and suitable instruction and information given, there was a follow-up observation period of eight months, during which several professional dermatological examinations of the employees were carried out and further instruction (individual prevention) was given. In the final examination only 8.7 % of the employees were found to have skin problems related to the work they were doing. Conclusions: All in all, it was demonstrated that the prevalence of occupationally-related hand eczema can be significantly reduced by setting up and providing instruction in a skin protection concept matched to the hazards the skin is exposed to at work. Additionally, valuable knowledge and experience were gained in implementing industrial skin protection programmes.

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