ASU Ausgabe: 05-2018

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Praxistipps für KMU

Psychische Gefährdungsbeurteilung als Chance sehen: Die gesetzliche Pflicht zur psychischen Gefährdungsbeurteilung beeinflusst das BGM im positiven Sinne. Sie ist zudem eine gute Möglichkeit für KMU, um über eine analytische Herangehensweise ein ganzheitliches BGM zu implementieren. Hier ist zukünftig eine stärkere Einbindung der Betroffenen (Partizipation) wichtig.

Die notwendigen Ressourcen bereitstellen: Zur erfolgreichen Implementierung eines zukunftsfähigen BGM sind sowohl ausreichende finanzielle als auch personelle Ressourcen nötig. Geschäftsleitungen sind hier gefordert, mehr zu investieren. Auch bedarf es klarer Verantwortlichkeiten und der Bereitstellung von Personal – weit mehr als bisher.

Gesundheitskultur verankern: Durch die Verankerung von Gesundheit in der Betriebskultur lebt das BGM. Das ist bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr nachhaltig möglich. Doch auch schon davor lassen sich in Abstimmung mit Berufs- und Verwaltungsschulen Konzepte zur Gesundheitsbildung entwerfen, die eine Stärkung der Gesundheitskompetenz beinhalten.

Mehr Unterstützungsangebote für Führungskräfte: Das Engagement der Führungskräfte ist der wichtigste Faktor für die Weiterentwicklung des BGM. Ausreichend Unterstützungsangebote sind notwendig, um sie für diese Schlüsselfunktion zu qualifizieren.

Eigene Mitarbeiter einbinden und aufsuchend denken: Die Ausbildung von Beschäftigten zu Gesundheitsbotschaftern ermöglicht die direkte und kontinuierliche Erreichung der Beschäftigten am Arbeitsplatz. Das erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit, ist ressourcenschonend und verbessert das interne Know-how.

Innovative Konzepte für Beschäftigungsformen: KMU müssen sich durch flexiblere Arbeitsmodelle auf neue Beschäftigungsmodelle einstellen. Hier sollten die Beschäftigten zunächst selbst zu ihrer favorisierten Arbeitsweise befragt werden. Sind Beruf und Privatleben besser vereinbar, können die zeitliche und emotionale Komplexität der beruflichen Tätigkeit und damit möglicher Stress reduziert werden.

Auf ressourcenstärkende Maßnahmen setzen: In Zukunft gewinnen ressourcenstärkende Maßnahmen wie Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit), Stresstoleranz sowie Schlaf und Erholung an Bedeutung. Auch im Sinne der komplexeren und umfangreicheren Anforderungen an die Beschäftigten wird es noch wichtiger werden die eigenen Potenziale der Beschäftigten zu stärken.

Lebenslanges Lernen weiter fördern: Als wichtigstes BGF-Thema sollte Lebenslanges Lernen in die Betriebskultur integriert werden und von den Auszubildenden bis hin zu den älteren Beschäftigten reichen. Der Erwerb von Kompetenzen – beispielsweise zum gesundheitsgerechten Umgang mit Arbeit und Privatleben oder mit digitalen Medien – spielt hier eine wichtige Rolle.

Gesundheitskommunikation ausbauen: Maßnahmen, Investitionen und Erfolge im BGM müssen bekannt gemacht werden. Zentral ist es dabei, systematisch vorzugehen und BGM-relevante Kommunikationsbereiche zu nutzen. Dazu zählen etwa Öffentlichkeitsarbeit, Mediawerbung, Verkaufsförderungsmaßnahmen oder Eventmarketing. Die persönliche Kommunikation ist im Kontext des BGM jedoch besonders wichtig.

Erfolge messen und Fakten schaffen: Nutzen und Kosten der BGM-Maßnahmen müssen kontinuierlich überprüft und mithilfe eines Kennzahlensystems transparent gemacht werden. Das hilft, den Überblick zu bewahren und den Fokus gezielt zu setzen. Zudem liefert es Argumente zur Durchsetzung der wichtigen Maßnahmen.

Digitale BGF und Datenschutz: Die Sicherheit von personen- und gesundheitsbezogenen Daten hat mit dem zunehmenden Einsatz von digitalen Lösungen größte Priorität. Eine frühe Einbindung der Datenschutzbeauftragten und des Betriebsrats sowie ein transparenter Umgang den Beschäftigten gegenüber ist ratsam.

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