ASU Ausgabe: 08-2014

Gesundheitsrisiken im Stall durch Stallluft

J. Hartung

(eingegangen am 02. 07. 2014 [auf Anforderung der Chefredaktion], angenommen am 28. 07. 2014)

Abstract deutsch

Gesundheitsrisiken im Stall durch Stallluft

Die Luft in Nutztierställen enthält eine Vielzahl von Verunreinigungen, denen eine erhebliche Beteiligung an der Entwicklung von Atemwegserkrankungen bei den im Stall gehaltenen Tieren und den im Stall arbeitenden Menschen zugeschrieben wird. Der Anteil der Tierhalter, die über Atemwegsbeschwerden im Zusammenhang mit Stallarbeit klagen, liegt bei 12–20 %. Die Hauptkomponenten der Luftverunreinigungen in Ställen sind Geruchsstoffe, Gase, Mikroorganismen und Staub. Zu den wichtigsten der mehr als 136 Gase gehören Ammoniak (NH3), Schwefelwasserstoff (H2S) und Kohlendioxid (CO2). Die Konzentrationen an Bakterien liegen regelmäßig zwischen 100 und 1000 KBE/l Stallluft. Der Stallstaub besteht bis zu 90 % aus organischen Bestandteilen und kann Konzentrationen bis 10 mg/m³ als Gesamtstaub erreichen. Die Staubpartikel tragen Bakterien, Pilze, Endo-toxine und auch Antibiotikarückstände. Wegen ihrer komplexen Zusammensetzung werden die Luftverunreinigungen der Stallluft zusammenfassend auch als Bioaerosole bezeichnet. Diese können auf Atemwege, Augen und Haut mechanisch, entzündlich, infektiös und allergisch/toxisch einwirken. Die höchsten Bioaerosol-Konzentrationen werden in Legehennenställen (v. a. Volierenhaltung) angetroffen. Dort werden regelmäßig die MAK-Werte (maximale Arbeitsplatzkonzentrationen) für einatembaren und alveolengängigen Staub überschritten. Einen gewissen Schutz bieten richtig angelegte Atemschutzmasken. Zur besseren Einschätzung gesundheitlicher Risiken durch Stallluft sollte ein „Belastungsindex“ für Stall-Bioaerosole entwickelt werden. Dieser könnte helfen, emissionsarme und gleichzeitig tier- und arbeitsfreundliche Haltungssysteme zu entwickeln. Eine zukunftsorientierte, nachhaltige Nutztierhaltung muss künftig – neben Tierschutz, Umweltschutz, Verbraucher-schutz und der die Nutztierhaltung tragenden Ökonomie – auch den Arbeits-schutz verstärkt berücksichtigen.

Schlüsselwörter: Stallluft – Atemwegserkrankungen – Bioaerosole – Belastungsindex

Abstract English

Health risks in farm animal buildings due to the air

The air in farm livestock buildings contains a variety of contaminants which contribute significantly to the development of respiratory diseases in the animals kept in the building and the people working there. The proportion of animal keepers who complain of respiratory symptoms related to working in farm animal buildings is 12–20 %. The main components of the air contamination in farm animal buildings are odorous substances, gases, micro-organisms and dust. Among the most important of the more than 136 gases are ammonia (NH3), hydrogen sulphide (H2S) and carbon dioxide (CO2). The concentrations of bacteria are generally between 100 and 1000 CFU/l of the air in the building. The dust consists of up to 90 % organic components and can reach concentrations of up to 10 mg/m³ total dust. The dust particles carry bacteria, fungi, endotoxins and antibiotic residues. Because of its complex composition, the air contamination in the building is collectively referred to as bio-aerosols. These can have a mechanical, inflammatory, infectious and allergic/toxic effect on the respiratory tract, the eyes, and the skin. The highest bio-aerosol concentrations are found in laying hen houses (especially aviary systems). There, the MWC values (maximum workplace concentrations) are regularly exceeded for inhalable and respirable dust. Properly applied respirator masks offer some protection. In order to better assess the health risks from the air in farm animal buildings, a “contamination index” should be developed for animal building bio-aerosols. This could help to develop low-emission animal husbandry systems which are at the same time animal-friendly and conducive to working in. In the future, a forward-looking, sustainable animal husbandry must give greater consideration not only to animal welfare, environmental protection, consumer protection and a livestock-supporting economy, but also increased occupational safety.

Keywords: farm animal building air – respiratory diseases – bio-aerosols – contamination index

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