ASU Ausgabe: 11-2013

Hautbelastung in den verschiedenen Berufsgruppen

K. Landau 1

R. Brauchler 2

J. Kiesel 3

A. Presl 4

(eingegangen am 23. 04. 2013, angenommen am 08. 10. 2013)

Abstract deutsch

Hautbelastung in den verschiedenen Berufsgruppen

Ziel: Hautbelastungen spielen bei den Arbeitsunfähigkeitszeiten und auch den anerkannten Berufskrankheiten eine bedeutende Rolle. Bisher wurden jedoch vorwiegend bereits manifeste Erkrankungen in den verschiedenen Berufsgruppen verglichen. Die Frage der Belastungen durch irritative bzw. sensibilisierende Einwirkungen in den Berufsgruppen ist nur in einzelnen, oft regional ausgelegten Untersuchungen behandelt. Unsere Studie analysiert irritative/sensibilisierende Hautbelastungen nach Berufsgruppen und untersucht insbesondere die Superposition der Hautbelastung mit anderen physikalisch-chemischen Belastungsfaktoren.

Kollektiv und Methode: Diese Untersuchung analysiert die Hautbelastungen in einem Patientenkollektiv (n = 3988), das sich einem orthopädischen Rehabilitationsverfahren im Rahmen der medizinisch-berufsorientierten Rehabilitation (MBO®/MBOR) in der Klinik Bavaria unterzogen hat. Auf den dadurch vorhandenen Selektionsbias sei hingewiesen. Die Einstufung der Hautbelastung wurde (neben der Kodierung weiterer 82 Belastungsmerkmale) mit dem Bavaria Rehabilitations Assessment (BRA) durch besonders geschulte Arbeitsmediziner mit ordinalskalierten Stufenschlüsseln vorgenommen. Die statistische Auswertung erfolgte mit dem Chi²-Test nach Pearson und dem asymptotischen Kruskal-Wallis-Test.

Ergebnisse: In 77 % aller Fälle lag eine irritative oder sensibilisierende Hautbelastung vor. Die Berufsgruppen Bau, Montage, Gastronomie und Pflege wiesen sowohl höhere Mediane bzw. Mittelwerte als auch nach oben verschobene Spannweiten der Hautbelastung auf. Die Belastung durch Hautreizstoffe ist über die Berufsgruppen ungleich verteilt. Gemeinsamkeiten gibt es jedoch bei der Einwirkung durch Feuchtarbeit, aggressive Reinigungsmittel und Chemikalien. Berufsgruppen, die einer starken Belastung mit Hautreizstoffen ausgesetzt sind, wiesen auch hohe Einstufungen von Körperhaltung, Kraftaufwand, im Gefährdungscharakter der Tätigkeit, und den physikalisch-chemischen Belastungen (Klima, Lärm, Vibrationen, Beleuchtung u. a.) auf. Bis auf die situativen Einwirkungen handelt es sich dabei um indifferente Belastungssuperpositionen, da sie unterschiedliche physiologische Engpässe ansprechen. Kumulative Belastungssuperposition lag dagegen bei den Belastungsarten Hautreizstoffe, Hitzearbeit, Kälte/Feuchte, inhalative Stoffe sowie Gefährdungscharakter vor. Die Berufsgruppe Bau wies die stärksten kumulativen Superpositionen auf.

Schlüsselwörter: Hautbelastung – Berufsgruppen – Belastungssuperposition

Abstract English

Skin health risks in specific occupations

Objective: Although skin conditions figure significantly in the list of recognized occupational diseases and also in the statistics of time lost through worker incapacitation, reports published to date relate primarily to comparisons of cases in various occupational groups where symptoms are already manifest. The question of skin health risks to which certain occupational groups are exposed through irritant or sensitizing factors has only been addressed in a few isolated, frequently regional, studies. Our study analyzes irritant/sensitizing skin stresses by occupational group and focuses, in particular, on superimposition of skin stresses on other physical/chemical stress factors.

Study population, methodology: This investigation analyzes skin stresses in a patient population (n=3988) undergoing orthopaedic rehabilitation in the Medical/Occupation-oriented Rehabilitation (MBO®/MBOR) Department of the Bavaria Clinic. This inevitably created a certain degree of selection bias. The skin stress was classified on an ordinal scale by specially trained industrial medical officers using the Bavaria Rehabilitations Assessment (BRA) procedure, which was also used to code the patients for 82 other stress criteria. Pearson‘s Chi² Test and the asymptomatic Kruskal-Wallis Test were used for the statistical analysis.

Results: Skin lesions caused by irritant or sensitizing factors were present in 77 % of all cases. Workers in the building industry and in assembly, catering and nursing jobs were found to exhibit not only higher median and mean skin stress levels, but also higher upper standard deviations than in other occupations. Although stresses caused by irritant or sensitizing substances are spread unevenly across the different occupational groups, it was possible to identify common factors, including work in damp conditions and with aggressive detergents and chemicals. Occupations exposed to high stress levels through these types of substances also tended to have jobs involving forced postures, high levels of force exertion and above-average exposure to physical/chemical hazards (climate, vibrations, lighting conditions etc.). Aside from specific, situation-related effects, the stress superimpositions were indifferent, because they affected different physiological bottlenecks. However, cumulative stress superimpositions were present in stresses attributable to skin irritants, work in overheated conditions, cold or damp, inhaled substances and hazard character. Workers in the building industry exhibited the highest degree of cumulative superimpositions.

Keywords: skin stress – occupational groups – stress superimposition

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