Zusammenhang zwischen arbeitsbezogenem Verhaltens- und Erlebensmuster und dem Dienstalter von Polizeibeamten

Ziel: Die Gesundheitsberichterstattung der Landespolizei Sachsen-Anhalt zeigt sowohl den hohen Krankenstand, insbesondere auch bei älteren Beamten als auch eine stetige Zunahme an psychischen Erkrankungen. Das Vorhandensein von dienstaltersspezifischen Unterschieden hinsichtlich der Auswirkungen von polizeilichen Belastungssituationen bei Polizeibeamten gilt als belegt. Zur Verstärkung zielgruppenspezifischer Präventionsmaßnahmen wurde der Zusammenhang zwischen dem arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebensmuster bei Polizeibeamten und dem Dienstalter, differenziert nach Mitarbeitern sowie Führungskräften untersucht.

Kollektiv und Methode: Es wurden 457 Polizeibeamte zu den relevanten Variablen befragt. Für die Darstellung des Zusammenhangs zwischen Dienstalter und arbeitsbezogenem Verhalten und Erleben konnten die Daten von 414 Polizeivollzugsbeamten ausgewertet werden.

Ergebnisse: Von den 457 befragten Polizeibeamten konnten alle mit etwa gleicher Verteilung einem der vier unterschiedlichen AVEM-Muster zugeordnet werden (G: 25,2 %; S: 26,3 %; A: 26,7 %; B: 21,9 %). Es zeigt sich, dass mit zunehmendem Dienstalter die Gruppe der Polizeibeamten, die zu übermäßiger Verausgabung neigen, zunimmt. Die Mitarbeiter zeigen keine ungünstige Musterentwicklung im Zusammenhang mit dem Dienstalter, weisen aber im Vergleich zu den Führungskräften eine ungünstigere Musterverteilung auf. Das Verhalten und Erleben der Führungskräfte stellt sich mit steigendem Dienstalter ungünstiger dar.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass eine gezielte Entwicklung von präventiven Maßnahmen für dienstältere Beamte erforderlich ist, um die negativen Folgen der Belastungssituation abzupuffern. Die Ausgangsbasis ist hierbei günstig, da mehrheitlich auf ein hohes berufliches Engagement abgestellt werden kann.
Aim: The health monitoring of the police of Saxony-Anhalt reveals both high absenteeism, especially among older officers, and a steady increase in mental illness. The existence of service-age-specific differences in the effects of workplace stress situations for police officers is considered proved. To improve preventive measures for specific target groups, the relationship between workrelated behaviour and experience patterns and the number of years worked was studied for various ranks of police officers.

Methods: 457 police officers were asked by questionnaire about the relevant parameters. Furthermore the data for 414 officers were evaluated with respect to the relationship between seniority and work-related behaviour and experience.

Results: Of the 457 respondents, all police officers could be assigned to one of the four different AVEM (Arbeitsbezogenes Verhaltensund Erlebensmuster: work-related behaviour and experience patterns) pattern (G: 25.2 %, S: 26.3 % A: 26.7 % B: 21.9 %). It appears that with increasing seniority, the proportion of police officers prone to overexertion increases. The lower ranks do not show any adverse developments over time in connection with the pattern of service, but in comparison with the higher ranks have a less favourable distribution pattern. Behaviour and experience of higher rank officers changes unfavourably with increasing seniority.

Conclusions: The results show that a targeted development of preventive policies for senior officers is required to buffer the negative effects of workplace stress. The starting situation here is favourable because the majority can be assumed to have a high level of professional commitment.

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