Was motiviert Erwerbstätige zur Teilnahme an der saisonalen Influenzaschutzimpfung?
Analyse der Impfbereitschaft im betrieblichen Kontext

Die saisonale Influenzaschutzimpfung ist eine effektive Präventionsmaßnahme und vielerorts Bestandteil der betrieblichen Gesundheitsförderung. Jedoch nehmen weniger Mitarbeiter als erwünscht daran teil. Ziel der vorliegenden Studie war die Analyse der Impfmotivation als Basis für künftige Interventionen, um die Impfrate zu steigern. Dafür wurden 1466 Mitarbeiter eines deutschen Unternehmens schriftlich befragt. Die Ergebnisse zeigten zwischen dem bisherigen Impfverhalten und der Impfintention einen Zusammenhang, der über Handlungsergebniserwartungen vermittelt wurde. Dieser vermittelnde Effekt war jedoch abhängig vom bisherigen Impfverhalten (moderierte Mediation): Ein indirekter Effekt trat nur bei Personen auf, die sich bisher nicht regelmäßig impfen ließen. Betriebliche Impfkampagnen sollten folglich das bisherige Impfverhalten berücksichtigen. Positive und negative Handlungsergebniserwartungen hinsichtlich der Impfung scheinen nur dann zur Teilnahme zu motivieren, wenn jemand in der Vergangenheit nicht oder selten an der Impfung teilnahm. Hingegen scheint die Intention bei regelmäßigen Impfern von diesen Kognitionen unabhängig. Eine Entscheidungsfindung, bei der Pros und Kontras abgewogen werden, wird bei ihnen übersprungen. Die Intention entsteht nahezu automatisch, sobald ein entsprechender Stimulus präsentiert wird.
The seasonal influenza vaccination is an effective preventive measure and a common ingredient of workplace health promotion. However, many employees do not participate. The present study aimed to analyse vaccination motivation as a basis for future intervention to increase the proportion of participants. To this end, 1,466 employees of a German company were asked to fill in a questionnaire. The results document a relationship between past vaccination behaviour and intention to be vaccinated, mediated by outcome expectancies. However, past behaviour represented a substantial moderator in this interplay. The indirect effect was only apparent for individuals who did not undergo the annual vaccination. Vaccination campaigns should therefore take past vaccination behaviour into consideration. Positive and negative outcome expectancies seem to be motivating only when individuals have not or have only rarely taken part in the annual vaccination. In contrast, people who participate annually apparently form their intention independent of outcome expectancies, i.e., they make a decision without elaborating pros and cons of vaccination. Their intention is rather evoked automatically when the appropriate stimulus is presented.

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