Trotz rückläufiger Rauchprävalenzen immer früherer Erstkonsum
Repräsentativdaten zu Tendenzen und Korrelaten des Einstiegsverhaltens Jugendlicher in Deutschland

Ziel: Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht nur die bevölkerungsreichste Nation der Europäischen Union, sie gehört auch zu denjenigen Staaten mit den höchsten Rauchprävalenzen. Der Raucheinstieg erfolgt in den weitaus meisten Fällen bereits im frühen Jugendalter. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es deswegen, den Raucheinstieg Jugendlicher für Deutschland zu beschreiben. Neben dem nominellen Erstkonsum werden dabei auch das Einstiegsalter, Kohortentrends sowie soziale Einflussfaktoren auf den Raucheinstieg simultan untersucht.
Kollektiv und Methode: Auf Basis einer repräsentativen nationalen Querschnittsstudie wurden dazu multivariable Ereignisdatenanalysen durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgte im Jahr 2004 und umfasste eine Netto- Stichprobe von insgesamt 3032 Personen im Alter zwischen 12 und 25 Jahren.
Ergebnisse: In Deutschland rauchen demnach 36 % aller männlichen und 35 % aller weiblichen Jugendlichen. Jeder dritte 13- Jährige hat bereits schon einmal geraucht, mit 15 Jahren hat bereits jeder Zweite erste Raucherfahrungen gemacht. Der Zeitpunkt des Erstkonsums hat sich in den letzten Jahren weiter signifikant vorverlagert. Dabei spielen regionale und soziale Disparitäten eine Rolle: Jugendliche aus ökonomisch schlechter gestellten Regionen Ostdeutschlands, aus unteren Bildungsschichten und aus Raucherhaushalten beginnen signifikant früher mit dem Rauchen.
Schlussfolgerungen: Wie auch bei der Rauchprävalenz der Erwachsenen gehört Deutschland auch beim Raucheinstieg Jugendlicher im europäischen Vergleich zur „Spitzengruppe“. Dies ist vor dem Hintergrund einer über Jahrzehnte defizitären nationalen Tabakkontrollpolitik zu sehen.
The Federal Republic of Germany is the European Member state with the largest population and is also one of the countries with the highest prevalences of tobacco use. Initiation of smoking takes place in the large majority of cases in the early adolescent years. The purpose of this study is therefore to describe initiation of smoking in young people in Germany. In addition to investigating nominal onset of tobacco use, this study conducts a simultaneous investigation of onset age, cohort trends, and social factors influencing the initiation of smoking.
Methods: Multivariable event data analyses were performed for this purpose on the basis of a representative national cross-sectional study. The survey took place in 2004 and involved a total net sample of 3032 individuals aged 12 to 25.
Results: The figures indicate that 36 % of male and 35 % of female young people in Germany are smokers. One in three 13-yearolds have already tasted their first cigarette. By the age of 15, one in two young people have smoked a cigarette. The average age of smoking initiation has declined significantly in recent years. Regional and social disparity is a factor. Youngsters from economically deprived areas of eastern Germany, those from socio-economic groups with low educational qualifications, and children from households with adult smokers start smoking at a significantly earlier age.
Conclusions: As with the prevalence of tobacco use in adults, Germany also heads the European league in terms of age of onset of smoking. This mirrors a decade-long deficient national tobacco control policy.

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