Psychische Belastung von Lehrkräften an den Schulen Baden-Württembergs

Ziel: Die Arbeit präsentiert die Ergebnisse einer Pilotstudie eines Screenings zur psychischen Belastung der Lehrkräfte an den Schulen Baden-Württembergs. Methoden: Insgesamt wurden über 11 000 an neun verschiedenen Schularten tätige Lehrkräfte befragt. Zu diesem Zwecke wurde ein halbstandardisierter Interviewleitfaden eingesetzt. Das Instrument umfasst 31 Items, die sich in vier Bereiche untergliedern. Das Kollektiv wurde anhand des 95. Perzentils des Gesamtwertes dichotomisiert und mithilfe der logistischen Regressionsanalyse untersucht. Ergebnisse: An den Haupt- und Realschulen finden sich die ungünstigsten, an reinen Grundschulen die günstigsten Werte. Emotional scheinen die Lehrkräfte an den Gymnasien im Vergleich zu den anderen Schularten am wenigsten belastet zu sein. Die multiplen Regressionsmodelle zeigen das Alter als klaren Risikofaktor für einen erhöhte psychische Belastung auf (ORmax = 3,9). Ebenso zeigt sich das weibliche Geschlecht als moderater Risikofaktor (OR = 1,3) Schlussfolgerungen: Ältere weibliche Lehrkräfte an Hauptschulen haben kumulativ die höchste Wahrscheinlichkeit einer Belastung. Maßnahmen für den Erhalt der bedrohten Arbeitsfähigkeit älterer Lehrer scheinen angebracht. Für ein routinemäßiges Screening von Lehrkräften ist der Einsatz eines standardisierten Fragebogens empfehlenswert. Wichtig ist eine klare Definition einer Interventionsschwelle und die Umsetzung entsprechender Maßnahmen. Dazu ist eine sorgfältige Planung und die Koordination aller Beteiligten notwendig.
Aim: This paper presents the results of a pilot-study to assess mental stress in school teachers in the German state of Baden-Württemberg. Methods: Over 11 000 teachers working in nine different types of schools were interviewed with a semi-standardized questionnaire with 31 items arranged in four groups. The collective was dichotomized at the 95th percentile of the mean value and subjected to logistic regression analysis. Results: The response pattern differed in different types of schools, revealing more stress in secondary schools than in primary. Teachers working in Gymnasien (grammar schools) seem to feel the lowest emotional burden. Multivariate analysis reveals older age as a highly correlated (ORmax = 3.9) and female sex as a moderately correlated (OR = 1.3) risk factor for mental stress. Conclusions: Older female teachers at Hauptschulen (the least academic type of secondary school) show the highest cumulative risk of stress. The results indicate a necessity for measures to retain the endangered working capacity of older teachers. For routine screening of stress at work for teachers, a standardized questionnaire is necessary. Intervention has to be planned carefully and implemented at a defined threshold. Essential is the coordination of all stakeholders.

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