Arbeitsmedizinische Vorsorge bei Belastungen des Muskel-Skelett-Systems

Ziel: Inhalte und Schwerpunkte der Beratung von Unternehmen und Beschäftigten durch den Betriebsarzt bei Funktionseinschränkungen des Muskel-Skelett-Systems sollen dargestellt werden. Methode: Auf Grund einer Bilanz der gegenwärtigen Praxis innerhalb und außerhalb von betriebsärztlichen Diensten werden die Themenfelder der Beratung beschrieben. Ergebnisse: Die Beratung der Arbeitnehmer ist zu differenzieren, ob bei den Beschäftigten individuelle Risiken für Muskel-Skelett-Erkrankungen, manifeste Funktionsstörungen mit Beschwerden unter der Arbeitsbelastung oder schwerwiegende Befunde mit drohenden Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit vorliegen. Alle Empfehlungen müssen die Vielfalt der individuellen körperlichen, beruflichen und sozialen Bedingungen berücksichtigen. Beschäftigte sollten neben der Aufklärung über ihre Befunde u. a. Empfehlungen für eine ergonomische Mitgestaltung der eigenen Arbeit, für Änderun gen des Lebensstils wie körperliches Training und für die Beteiligung an Gesundheitsförderungsmaßnahmen erhalten. Unterstützung wird besonders bei der indikationsgerechten Auswahl des breiten Angebots von Maßnahmen im Gesundheitssport und Fitnesstraining benötigt. Betriebsärzte sollen verstärkt berufsorientierte Rehabilitation anstoßen und die Beschäftigten bei Anträgen unterstützen. Für die Beratung des Arbeitgebers ist vermehrt ergonomische Kompetenz des Betriebsarztes gefordert, um individuelle Maßnahmen mit den Erfordernissen des betrieblichen Erfolgs in Übereinstimmung zu bringen. Schlussfolgerungen: Durch die arbeitsmedizinische Vorsorge bei Belastungen des Muskel-Skelett-Systems wird der Betriebsarzt in besonderem Maß als Gesundheitsmanager gefordert. Dabei sind die unterschiedlichen Rahmenbedingungen je nach Branche und Unternehmensgröße zu beachten.
Aim: To describe the content and main emphasis of advice given to businesses and their employees by the company physician in cases of patients with functional disorders of the musculoskeletal system. Methods: The topics covered during consultation are described on the basis of a study of current practices in occupational medicine and in other medical services. Results: The advice given to the employee differs depending on the individual risk of musculoskeletal disorders, and on whether manifest functional disorders with symptoms arising during physical work or severe symptoms which endanger the capacity to work have been diagnosed. All recommendations must take into account the multiplicity of individual physical, occupational and social conditions. Employees should be given not only an explanation of their symptoms but also recommendations for ergonomic changes in their way of working, for changes in life style, physical training and for involvement in health-improvement programs. Particularly necessary is advice as to which of the large choice of health sports and fitness training schemes is appropriate in the individual case. Company physicians should recommend workoriented rehabilitation measures more frequently and support the employee’s applications. To be able to offer the employer advice, the company physician requires increasingly ergonomic competence so that the treatment of the individual can be brought in line with t her equirements of operational success. Conclusions: Occupational-medical care of patients with musculoskeletal problems requires the physician to develop particular skills as health manager. The requirements differ according to the branch of industry and the size of the company involved.

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