Die Integration der Arbeitsmedizinisch-Orthopädischen Mehrstufendiagnostik in den Ablauf von Arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen

Ziel: Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems verursachen heutzutage etwa ein Drittel aller betrieblichen Ausfallzeiten, erhebliche Behandlungskosten und sind die häufigste Ursache für Frühberentungen. Ziel dieser Arbeit war, die Praktikabilität des im Rahmen eines Forschungsprojektes der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gemeinsam mit der Orthopädischen Universitätsklinik Bochum entwickelte vierstufige Diagnostikprogramm im Rahmen von arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen zu testen. Methode: Die arbeitsmedizinisch-orthopädische Mehrstufendiagnostik wird mehrdimensional in Ebenen und Blöcke unterteilt. Während die Blöcke A, B und C eher einer funktionell-topographischen Untergliederung folgen, beinhalten die vier Ebenen in ihrer Genauigkeit abgestufte Untersuchungsverfahren. Die Ebenen 1 (Check-Up-Ebene) und 2 (Grunduntersuchung) können von allen medizinischen Fachrichtungen angewendet werden, während die Ebenen 3 und 4 Orthopäden vorbehalten bleiben. Ergebnisse: Die Integration der 29 Untersuchungsitems der Ebene 1 und sofern erforderlich entsprechender Items der Ebene 2 in den Untersuchungsablauf von routinemäßig durchgeführten arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen bei 100 Bergleuten des Steinkohlenbergbaus zeigte, dass die Durchführung dieser arbeitsmedizinisch-orthopädischen Mehrstufendiagnostik mit einem standardisierten Untersuchungs- und Dokumentationsablauf nur mit einem geringen zeitlichem Mehraufwand von ca. 2 bis 3 Minuten verbunden ist. Schlussfolgerungen: Die Anwendung der arbeitsmedizinisch-orthopädischen Mehrstufendiagnostik nach Grifka/Peters als standardisiertes Untersuchungsverfahren im Rahmen normaler arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen führt zu verlässlichen und vergleichbaren Aussagen über das gesamte Muskel-Skelett-System. Sie erlaubt sowohl durchgehende Verlaufsbeobachtungen einzelner Patienten wie auch epidemiologische Studien von Patientenkollektiven. Die betriebliche Präventionsarbeit sowohl im Individualfall wie auch im Gesamtkollektiv wird deutlich verbessert
Aim: Musculoskeletal disorders represent the main cause of absenteeism. The aim of this study was to test the practicability of a multi-step inventory of examinations for the musculoskeletal system within normal occupational health examinations. Method: This multi-step inventory consists of four levels each with three blocks. The first level (check-up) and the second level (elementary examinations) can be used by all medical disciplines, level three and four only by orthopaedic physicians. Results: 29 items from the first level, and where necessary items from the second level, were integrated in the occupational health examinations of 100 coal mine workers. With only an additional 2 to 3 minutes needed, this multi-step inventory was highly practicable. Conclusions: The integration of this standardised multi-step inventory for the musculoskeletal system in occupational health examinations allows reliable and comparable statements to be made. It may improve the management of occupational health for each worker as well as for a whole group.

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