Medizinisches Lexikon der beruflichen Belastungen und Gefährdungen

Entnommen aus dem Medizinischen Lexikon der beruflichen Belastungen und Gefährdungen, K. Landau - G. Pressel (Hrsg.), 2., vollständig neubearbeitete Auflage 2009. Das Lexikon können Sie in unserem Bookshop erwerben.

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Pestizide

Der Begriff „Pestizid“ leitet sich von lat. pestis = Seuche und caedere = töten ab. Es handelt sich um eine aus dem englischen Sprachgebrauch übernommene Bezeichnung für Chemikalien, die zur Bekämpfung lebender Organismen (Schädlinge) eingesetzt werden. Unter anderem zulassungsrechtlich kann dabei zwischen Pflanzenschutzmitteln und Bioziden unterschieden werden. Während Pflanzenschutzmittel vorrangig für den Einsatz in der Landwirtschaft vorgesehen sind und dazu dienen, Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse vor Schädigung durch Tiere, Pflanzen oder Mikroorganismen zu schützen, werden Biozide auch im nichtlandwirtschaftlichen Bereich eingesetzt. Bei Letzteren kann eine grobe Unterscheidung in Schädlingsbekämpfungsmittel, Desinfektionsmittel, Material- und Prozesskonservierungsmittel sowie sonstige Biozide (z. B. Schutzmittel für Lebens- und Futtermittel, bewuchshemmende Anstriche) erfolgen.
Als biozide Wirkstoffe finden sowohl anorganische als auch organische Substanzen unterschiedlichster Struktur Verwendung. Dieser können fest, flüssig, gasförmig oder in Lösungen und Suspensionen eingesetzt werden. Die Ausbringung erfolgt dabei häufig in einer Formulierung, die neben dem eigentlichen Wirkstoff weitere Hilfsstoffe enthält. Zahlreiche biozide Wirkstoffe werden sowohl in der Landwirtschaft als auch im nicht landwirtschaftlichen Bereich eingesetzt. Häufig erfolgt dabei eine Klassifikation nach dem Zielorganismus (Tabelle 1).
Für jedes Anwendungsgebiet stehen mehrere Stoffgruppen zur Verfügung, einige Stoffgruppen werden für mehrere Anwendungen eingesetzt. Es gibt deshalb häufig keine spezifische Zuordnung zwischen Anwendungsgebiet und chemischer Struktur. Von den weit über 20 Substanzklassen mit ca. 1000 Wirkstoffen können daher nur die wichtigsten und häufigsten aufgeführt werden, zumal ständig neue Wirkstoffe entwickelt werden. Neben anorganischen Verbindungen wie Schwefel oder Metallsalzen handelt es sich hierbei überwiegend um organische Substanzen (s. Tabelle 2).

Dieser Eintrag ist ein Auszug aus dem Medizinischen Lexikon der beruflichen Belastungen und Gefährdungen, K. Landau - G. Pressel (Hrsg.), 2., vollständig neubearbeitete Auflage 2009. Das Lexikon können Sie in unserem Bookshop erwerben.

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