ASU Ausgabe: 03-2014

Systematisches Literatur-Review und Metaanalyse zur Bestimmung von Risikofaktoren für die Koxarthrose

G. Spahn1

M. Kaiser1

S. Gantz2

M. Schiltenwolf2

B. Hartmann3

R. Schiele4

G.O. Hofmann5

(eingegangen am 23. 07. 2013, angenommen am 25. 11. 2013)

Abstract deutsch

Systematisches Literatur-Review und Metaanalyse zur Bestimmung von Risikofaktoren für die Koxarthrose

Ziel: Die Arthrose des Hüftgelenks (Koxarthrose) ist eine der wichtigsten orthopädischen Erkranklungen weltweit. Bei der Entstehung dieser Erkrankung können endogene Faktoren (Disposition, Dysplasie) aber auch exogene Faktoren wie Traumen oder biomechanische Überbelastung in Beruf und Sport eine Rolle spielen. Das aktuelle Review wurde mit dem Ziel durchgeführt, gesicherte Risikofaktoren für die Koxarthrose basierend auf den Ergebnissen der aktuellen Studienlage zu identifizieren.

Methode: In den einschlägigen medizinischen Datenbanken (PubMed, Medline, Cochrane, EMBASE und Web-of-Science) wurde zunächst ein systematisches Review durchgeführt. Suchbegriffe waren „hip“, „osteoarthritis“, „coxarthritis“, „risk“, „incidence“ und „prevalence“. Die anschließende Metaanalyse erfolgte nach den PRISMA (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-analyses) Richtlinien.

Ergebnisse: Von ursprünglich 8442 bei der Primärrecherche gefundenen Abstracts wurden schließlich 81 Arbeiten (31 Längsschnitt-Studien und 50 Querschnittsstudien) in die Auswertung einbezogen. Die Gesamtprävalenz der Koxarthrose beträgt 7,9 %. Die durchschnittliche Inzidenz liegt bei 20,1 (95 % KI 14,3–26,7) pro 10 000 Personenjahren. Die Prävalenz ist am Höchsten in radiologischen Studien (9,4 %), gefolgt von Bevölkerungsbefragungen (7,2 %). Die niedrigsten Raten finden sich bei Studien, die die Notwendigkeit einer Endoprothesenimplantation als epidemiologisches Maß annehmen. Während steigendes Lebensalter mit einer OR = 1,8 (95 % CI 1,6–1,8; p < 0,001) signifikanter Risikofaktor ist, bestehen keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Weitere gesicherte Risiko-faktoren sind Übergewicht (OR = 2,3 (95 % KI 1,9–2,6); p < 0,001) und Hüft-dysplasie (OR = 2,2 (95 % KI 1,8–2,7); p < 0,001). Auch ein Hüfttrauma stellt einen signifikanten Risikofaktor dar (OR = 3,5 [95 % KI 1,7–7,3; p = 0,001). Eine weitere Reihe von Faktoren erhöhen ebenso das Risiko erhöhen: femoroazetabuläres Impingement, ethnische Faktoren und berufliche Belastung.

Schlussfolgerungen: Obwohl es eine große Zahl epidemiologischer Studien zur Genese der Koxarthrose gibt, ist die derzeitige Evidenzlage zu echten Risikofaktoren der Erkrankung eher gering. Die Koxarthrosehäufigkeit steigt mit dem Lebensalter bei beiden Geschlechtern signifikant an. Übergewicht oder Fehlstellungen wie Dysplasie oder posttraumatische Deformität sind alleinige Faktoren (Ergebnisse prospektiver Längsschnittstudien). Für viele als sichere Risikofaktoren angenommene Umstände, so auch der M. Perthes und die Epiphysiolysis capitis fermoris, besteht bislang keine gesicherte Evidenz. Hier wird in den nächsten Jahren intensiver Forschungsbedarf bestehen.

Schlüsselwörter: Koxarthrose – Risikofaktoren – Literatur-Review – Meta-analyse

Abstract English

Risk factors for hip osteoarthritis (coxarthrosis). Results from a systematic review and meta-analysis

Aim: The hip osteoarthritis (coxarthrosis) is one of the most frequent orthopaedic diseases worldwide. The disease can be caused by different endogenous factors (disposition, dysplasia). Secondly exogenous factors can influence the occurrence of hip osteoarthritis. Above all these factors are biomechanically: hip injury or biomechanical overload in occupation or sports. This actual review was performed to identify significant or possible factors in the genesis of hip osteoarthritis.

Methods: The guidelines for systematic reviews and meta-analyses strictly were estimated (PRISMA (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-analyses)). The search was performed for investigation of the terms “hip“, “osteoarthritis“, “coxarthritis“, “risk“, “incidence“ und “prevalence“. The systematic review was performed by using the databases PubMed, Medline, Cochrane, EMBASE und Web-of-Science.

Results: Primarily a total of 8442 abstracts was identified during the search. From these a total of 81 papers (longitudinal studies n=31, cross-sectional studies n = 50) was included in the actual meta-analysis. The crude prevalence of hip osteoarthritis independently of any adjustments was 7.9 %. The mean crude incidence was 20.1 (95% KI 14.3–26.7) / 10,000 person years. The quotes did depend on the concrete study design. These were higher in surveys or clinical studies than in radiological studies. The lowest incidences were evaluated in studies which did address the requirements of a hip replacement as index for hip osteoarthritis. Age is the most important risk factor for an incident hip osteoarthritis: OR = 1.8 (95% CI 1.6–1.8; p < 0.001). No significant differences regarding the osteoarthritis of the hip were seen between men and woman. Further significant risk factors for hip osteoarthritis are overweight or obesity (OR=2.3 (95% KI 1.9–2.6); p < 0.001), hip dysplasia (OR = 2.2 (95% KI 1.8–2.7); p < 0.001) and hip injuries (OR = 3.5 [95% KI 1.7–7.3; p = 0.001).

Conclusions: Although there are a large number of epidemiological studies there is little evidence about the risk factors for hip osteoarthritis. Independently from the patients gender the prevalence rises significantly to the patients’ age. Body overweight as well as hip dysplasia and injuries are real and significant risk factors for an incident hip osteoarthritis (results from longitudinal studies). A number of other factors potential also are possible risk factors (results from cross-sectional studies) Femoro-acetabular Impingement, ethnic factors or occupational load. Consequently the mechanisms of the pathogenesis in hip osteoarthritis are not clearly understood. For this further investigations (prospective longitudinal studies, clear definitions for hip osteoarthritis and large populations) are urgently needed.

Keywords: coxarthrosis – risk factors – review – meta-analysis

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