Arbeitsmedizin in der DDR und Vereinigung der Fachgesellschaften

1989 hatten beide deutsche Staaten eine international anerkannte Arbeitsmedizin, obwohl sie sich in den Grundlagen, der Zuordnung, der Arbeitsweise grundsätzlich voneinander unterschieden. Es werden die Besonderheiten und auch die Möglichkeiten des Betriebsgesundheitswesens in der DDR aufgeführt. Grundverständnis war die Hygiene und damit die Prävention, der politische Auftrag bestand darin, der Arbeiterklasse eine gute medizinische Betreuung zu gewähren. Daraus ergaben sich Chancen und Probleme.
Bereits 1958 war die Arbeitshygiene in der DDR obligatorisches Lehrfach. An allen medizinischen Hochschuleinrichtungen bestanden eigenständige Lehrstühle. Nach 1990 blieben von den 9 noch 4 Einrichtungen mit (relativer) Eigenständigkeit übrig.
In der DDR war „Arbeitsbedingte Erkrankungen“ eine der 5 Hauptforschungsrichtungen in der Medizin. Nach 1990 gab es insbesondere vom BMFT Aktivitäten, diese interdisziplinäre Forschung zu erhalten.
Zur Fachgesellschaft in der DDR gehörten alle Wissenschaftsdisziplinen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Die Strukturen der entsprechenden Fachgesellschaften in der BRD waren erheblich anders. Dies war ein Grund, weshalb keine Vereinigung stattfand, die ostdeutsche Gesellschaft sich auflöste.
Chancen, die in einer tatsächlichen Vereinigung gelegen haben, wurden und konnten möglicherweise auch zu diesem Zeitpunkt nicht genutzt werden. Bei der Übernahme des dualen Systems des betrieblichen Arbeitsschutzes der BRD gab es in der arbeitsmedizinischen Praxis in den ostdeutschen Ländern keine fundamentalen Probleme dank auch des gut ausgebildeten Fachpersonals.
The occupational medicine in both German states was internationally accepted in 1989, although base, origin, subordination and organisation were profoundly different. The characteristics and opportunities of the former East Germany’s occupational medicine will be discussed in this paper. The basic principle was hygiene, and therefore prevention. The political task was to ensure good medical care for the working class, although this resulted in problems as well as opportunities.
As early as 1958, occupational hygiene became an obligatory branch of medical study in the GDR. Independent chairs for occupational hygiene existed at all 9 medical universities, while after 1990, 4 of the 9 remained with “relative” independence.
Within the GDR, “work-related diseases” stood for one of the five major directions in medical research. In the years to come after the German reunification, it was in particular the Federal Ministry of Research and Technology (BMFT) which made efforts to preserve this interdisciplinary research.
All scientific specialists of occupational and health protection had belonged to the GDR’s professional society “Gesellschaft für Arbeitshygiene und Arbeitsschutz”. The structures of relevant societies within former West Germany differed substantially. This is one reason why a simple unification of both systems never took place, and East Germany’s professional society was instead dissolved.
In summary, the opportunities inherent in a true unification were not realised and possibly even could not be realised at that time. After adopting the dual system of health and safety at work of the FRG, no fundamental problems appeared in the eastern part of the country. This is not least thanks to the well-educated specialist staff in this field.

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