Die Gesundheit weiblicher Führungskräfte

Einleitung: Frauen verfügen über vergleichbare Ausbildungsqualitäten wie Männer und sind zu einem ähnlichen Anteil berufstätig. Ihre Präsenz in einigen Berufsfeldern und in Führungspositionen ist noch nicht gleich verteilt, hat sich aber in den vergangenen Jahren deutlich angeglichen. Demnach ist auch die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Frauen in Führungspositionen ein wichtiger betriebswirtschaftlicher Faktor für Unternehmen geworden. Betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitssicherung von Führungskräften orientieren sich jedoch noch immer am Bedarf der männlichen Mitarbeiter. Die Konsequenzen liegen in zunehmenden Ausfallzeiten von Frauen und im Ausstieg aus bzw. Verzicht auf Führungspositionen. Ziel: Zur gesundheitlichen Unterstützung von Frauen in Führungspositionen, entsprechend ihrer Neigungen und Fähigkeiten, ist es notwendig, spezifische Vulnerabilitäten zu identifizieren und zu berücksichtigen. Material und Methoden: In Datenbanken der Disziplinen Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft wurden Originalarbeiten durch verschiedene Verwendung und Verknüpfung relevanter Suchbegriffe recherchiert und nach methodischen Gesichtspunkten und im Hinblick auf die Fragestellung nachselektiert. Ergebnisse: Die kombinierte Verknüpfung der Begriffe „betriebliche Gesundheitsförderung“ und „weibliche Führungskräfte“ ergab keine analysierbaren Treffer. Korrespondierende Themenkomplexe brachten folgende Zusammenhänge hervor: Statistische Angaben zu Häufigkeiten von Frauen in Führungspositionen und zu demografischen Besonderheiten ergaben, dass Frauen im Alter der Familiengründung selten Führungspositionen bekleiden und dass weibliche Führungskräfte häufiger als ihre männlichen Kollegen alleine leben. Arbeiten zu gesundheitlichen Risiken berufstätiger Frauen beschreiben geschlechtsimmanente Erkrankungen, deren Heilung und Verlauf oftmals durch Tätigkeiten mit starken körperlichen Anforderungen, Gefahrenstoffen und Kälte negativ beeinflusst werden. Unterschiedliche Verläufe und Einflüsse bei so genannten geschlechtsneutralen Erkrankungen zeigten sich für den Herzinfarkt, für Rückenleiden und für psychische Symptome. Untersuchungen zur betrieblichen Gesundheitsförderung haben ergeben, dass Frauen von beratenden und Trainingsmaßnahmen im Hinblick auf körperlichen Beschwerderückgang und Zuversicht profitieren. Organisatorische Arbeitsumgestaltung verbesserten Motivation und Produktivität. Schlussfolgerungen: Die Beschreibung der Gesundheit weiblicher Führungskräfte weist widersprüchliche Aussagen zur Doppelrolle und ihren belastenden und begünstigenden Auswirkungen auf die Gesundheit auf, die nahe legen, Selektionsfaktoren zur Homogenisierung der Untersuchungskollektive hinzuzufügen. Bedarfsorientierte betriebliche Präventionsmaßnahmen könnten Frauen die Ausführung von Führungspositionen erleichtern und ihre Arbeitskraft für das Unternehmen stärken.
Introduction: Women and men are equally well educated and employed in equal proportions. Their presence in certain occupational areas and in leading positions is not yet similarly distributed but has become more equal in recent years. Therefore the health and capacity of female executives has also become an important economic factor for companies. Workplace health promotion for executives, however, is still oriented on the needs of male colleagues. The consequences include higher rates of absence for women or their relinquishment of leading positions. Aim: Health promotion for female executives to enable them to carry out a job according to their dispositions and abilities by identification and taking into account of any specific vulnerabilities. Methods: Databases in the disciplines of medicine, psychology, social science and economics were searched for original articles by the application of various combinations of relevant terms and the articles were then selected according to study design and objectives. Results: Searching with the combination of “workplace health promotion” and “female executives” yielded no articles; terms with responses yielded the following results: Statistics for the prevalence and demographic characteristics of female executives showed that women of an age to raise a family more rarely fill leadership positions. Furthermore they live alone more often than their male counterparts. Articles about health risks for employed women describe sex-specific diseases which are often negatively influenced by heavy physical work, hazardous substances, and low temperatures. Differences in the aetiopathology and effects of the so called gender-neutral diseases were demonstrated in cardiac infarction, back pain as well as psychiatric symptoms. Research into workplace health promotion has demonstrated that women benefit from training and advisory measures with a reduction in physical disorders and improvement of confidence. Organizational measures improve women’s motivation and productivity. Conclusion: The publications about the health of female executives are inconsistent, with contradictory statements as to the effects of women’s double role on health, both risk-elevating and risk-reducing influences being recorded. Future studies should define their inclusion criteria more exactly to maximize homogeneity of the study collectives. Workplace health promotion oriented on the participants’ requirements could make it easier for women to fill leadership positions and improve their productivity for the company.

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