Überlegungen zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen in der arbeitsmedizinischen Weiterbildung – Grundlage eines Weiterbildungskonzepts an der Bayerischen Akademie für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin

Mit dem Forschungsvorhaben F 5189 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wurden didaktische Modelle für die betriebsärztliche Qualifikation gemäß § 3 ASiG entwickelt. Diese wurden im Rahmen des modernen europäischen Arbeitsschutzes für die arbeitsmedizinischen Weiterbildungskurse an der Akademie für Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz in der Ärztekammer Berlin und der Sozialund Arbeitsmedizinische Akademie Baden-Württemberg zwischen Juli 2001 und Juni 2003 umgesetzt. Ziel: Die Bayerische Akademie für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin hat darauf aufbauend in ihren arbeitsmedizinischen Kursen 2004 die Idee der Gruppenarbeit mit Kasuistiken integriert. Anhand von arbeitsmedizinisch relevanten Einzelthemen werden den Kursbesuchern neben dem erforderlichen Fachwissen fachwissenübergreifende, nicht tätigkeitsspezifische, langfristig nutzbare Kenntnisse und Fähigkeiten – so genannte Schlüsselqualifikationen – vermittelt. Zu den Schlüsselqualifikationen zählen u. a. Flexibilität, Kommunikations-, Kooperationsfähigkeit- und Sozialkompetenz sowie Teamfähigkeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Kollektiv und Methode: Es entwickelte sich ein Konzept, das sich über die drei Weiterbildungseinheiten hinweg erstreckt. Im Kurs A werden die Grundlagen der Kommunikation und des Konfliktmanagements, im Kurs B Themen der Kooperation wie Gruppendynamik und Moderationstechniken und im Kurs C Merkmale der interdisziplinären Zusammenarbeit vermittelt. In unserem Beispiel leitet der Arbeitsmediziner eine Arbeitsschutzausschusssitzung bzw. einen Arbeitskreis Gesundheit zum Thema psychosoziale Belastungen. Zunächst erhalten die Teilnehmer eine theoretische Fundierung, anschließend werden die Inhalte im Rollenspiel eingeübt. Die Inhalte der Rollenspiele orientieren sich an Kasuistiken aus dem arbeitsmedizinischen Alltag. Ergebnisse: Gemeinsam mit allen Teilnehmern werden die Rollenspiele entsprechend der Grundlagen besprochen. Schlussfolgerungen: Abschließend galt es, den Transfer der Inhalte in den arbeitmedizinischen Berufsalltag zu sichern. In dieser Form wurden die Veranstaltungen in 2004 erstmalig durchgeführt.
In the research project F 5189 of the Federal Institute for Occupational Safety and Health (FIOSH, German acronym BAuA), didactic models for qualifications in occupational medicine were developed in line with §3 of the German Occupational Safety Act (German acronym AsiG). These models were put into practice in courses in modern European occupational safety at the academy for occupational medicine and health protection in the Medical Association Berlin and at the academy for social and occupational medicine in Baden-Wuerttemberg between July 2001 and June 2003. Aim: In 2004 the Bavarian academy for occupational, social and environmental medicine integrated the idea of teamwork and role games involving casuistics into their training programmes. In addition to imparting specialized knowledge of topics central to occupational medicine, the courses attempted to give the participants information and abilities which would be useful on a long-term basis, independent of the branch of industry involved – so-called key qualifications. These key qualifications include flexibility, ability to communicate, to co-operate and function socially, ability to work in a team and to co-operate with persons from other disciplines. Method: The concept produced a course extending over three training units. In course A, the participants were introduced to the basics of communication and conflict management. In course B topics of co-operation such as group dynamics and presentation techniques were demonstrated and in course C interdisciplinary co-operation was practised. In our example the participants led a committee meeting on industrial safety and a working group on psychosocial stress. First the participants were taught the theoretical basis, then practice was obtained in role games. The role games were based on everyday occupational medical situations. Results: The role games were discussed with all the participants together in the light of theoretical considerations. Conclusions: Finally it was essential to assure transfer of the newly acquired knowledge into everyday professional life. The courses were carried out in this form for the first time in 2004.

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