Verbesserung des Arbeitserlebens in ambulanten Pflegediensten durch den Einsatz professioneller Steuerungsinstrumente?

Ziel: Da die Arbeit in ambulanten Pflegediensten oft körperliche und psychische Belastung mit sich bringt, soll in diesem Artikel der Frage nachgegangen werden, ob eine professionelle Steuerung von Arbeitsprozessen – z. B. durch den Einsatz des Resident Assessment Instrument (RAI) – helfen kann, diese zu minimieren.

Kollektiv und Methode: Im Rahmen einer cluster-randomisierten kontrollierten Studie wurde in 29 von 69 Pflegediensten das RAI eingeführt. Zu Beginn, in der Studienmitte und zum Abschluss der Studie wurden die Pflegekräfte unter anderem bezüglich ihrer Arbeitszufriedenheit und -belastungen befragt. Aufgrund sehr unterschiedlicher Intensität der RAI-Nutzung in der Interventionsgruppe, wurden mittels Faktorenanalyse zusätzlich zwei Subgruppen gebildet (optimale und suboptimale RAI-Umsetzer) und ebenfalls analysiert.

Ergebnisse: Eine generelle, relevante Verbesserung der Arbeitsplatzfaktoren in der Interventionsgruppe konnte nicht gezeigt werden. Die Interventionsgruppe zeigt oftmals eine kurzzeitige Verschlechterung des Arbeitserlebens, die im Studienverlauf aber wieder zurückgeht. Die optimalen RAI-Umsetzer zeigen teilweise eine bessere Ausgangsposition und in einigen Bereichen auch eine bessere Entwicklung, suboptimale Umsetzer eine eher schlechtere Ausgangsposition. Wenn die absolute Entwicklung des Arbeitserlebens (Beginn vs. Ende der Studie) betrachtet wird, ist festzustellen, dass die suboptimalen RAI-Umsetzer immer eine Verschlechterung aufweisen.

Schlussfolgerungen: Der Erfolg des RAI scheint also abhängig vom Umsetzungsgrad zu sein. Deutlich erkennbar ist vor allem die Gefahr einer erhöhten Arbeitsplatzbelastung bzw. geringeren Zufriedenheit bei schlechter oder unzureichender RAI-Umsetzung. Eine gute Umsetzung kann sich tendenziell aber positiv auswirken.
Aim: Nurses in home care service-providers suffer from high physical and psychosocial work load. It is the aim of this article to investigate whether a professional assessment instrument like the Resident Assessment Instrument (RAI) can help to reduce such work load.

Method: In a cluster-randomized controlled trial RAI was implemented in 29 of 69 home care services. Nurses were asked to evaluate their physical and psychosocial work load and work satisfaction three times during the study. Because of a different degree of implementation two additional subgroups were created and analyzed to distinguish between optimal and suboptimal users.

Results: In general, there is no relevant improvement of work load and job satisfaction of nurses in the treatment group. Even a temporary decline was investigated during the study. Some of the optimal users show good initial values and tend to improve over the course of the study, whereas suboptimal users start with worse values. It appears that suboptimal users show always a worsening in work load and job satisfaction (begin vs. end of the study).

Conclusions: Success or disappointment of the implementation of RAI seems to depend on the degree of implementation. On the one hand it appears that a suboptimal implementation of RAI involves the risk of a decline and on the other hand an optimal implementation might tend to provoke better outcomes in terms of work load and satisfaction.

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