Bedeutung und Behandlung von arbeitsplatzbezogenen psychischen Störungen und Ängsten in der Psychosomatischen Rehabilitation

Hintergrund und Ziel: Es gibt enge und wechselseitige Beziehungen zwischen psychischen Störungen und dem Arbeitsplatz. Hierbei kommt arbeitsplatzbezogenen Ängsten eine besondere Bedeutung zu. Arbeitsplatzbezogene psychische Störungen erfordern besondere Behandlungsmaßnahmen. Hierfür gibt es in psychosomatichen Rehabilitationskliniken spezielle Therapieangebote.
In der vorliegenden Untersuchung sollen Patienten, bei denen im Rahmen einer stationären psychosomatischen Rehabilitation aus klinischer Sicht spezielle arbeitsbezogene Therapiemaßnahmen eingeleitet wurden, hinsichtlich der allgemeinen Symptombelastung wie spezieller arbeitsbezogener Ängste zu Behandlungsbeginn und -ende mit einer Vergleichsgruppe ohne derartige Behandlungsnotwendigkeit verglichen werden.

Methode: 128 Patienten wurden zu Beginn und zum Ende eines sechswöchigen stationären Rehabilitationsaufenthaltes mit den Selbsteinschätzungsfragebögen Symptom Checkliste und Job-Angst-Skala zu allgemeiner Symptombelastung und zu spezifischen Arbeitsplatzängsten befragt. Arbeitsplatzbezogene Ängste werden in Beziehung zur Therapie während eines sechswöchigen stationären Aufenthalts gesetzt.

Ergebnisse: 76,6 % der befragten Patienten erhielten eine arbeitsbezogene Therapie, d. h. 39,8 % soziotherapeutische Einzelkontakte zu arbeitsbezogenen Fragen, 31,3 % zusätzlich arbeitsbezogene Gruppentherapien und 5,5 % nur Gruppentherapie. Patienten mit arbeitsbezogener Therapie unterschieden sich von Patienten ohne solche Maßnahmen nicht hinsichtlich der allgemeinen Symptombelastung sondern nur dem Grad der Arbeitsängste. Im Verlauf der stationären Rehabilitation kommt es nicht nur zu einer signifikanten Reduktion der allgemeinen Psychopathologie sondern auch der arbeitssbezogenen Ängste und dem Grad der Arbeitsunfähigkeit.

Schlussfolgerungen: Arbeitsplatzbezogene psychische Störungen spielen in der stationären psychosomatischen Rehabilitation eine große Rolle. Sie sind abzugrenzen von der allgemeinen Psychopathologie. Sie benötigen eigene Therapiemaßnahmen. Im Verlauf einer stationären psychosomatischen Rehabilitation ist ein signifikanter Rückgang nicht nur der allgemeinen sondern auch der arbeitsbezogenen psychischen Beschwerden zu beobachten. Dies ist ein wichtiges Element in der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.
Background: There are close reciprocal relationships between psychological problems and the workplace. Especially work-related anxiety is of particular significance. Such disorders require specific treatment which can be provided in inpatient units for psychosomatic rehabilitation.
In the present study, patients assigned specific work-oriented psychosomatic treatment for a variety of individual clinical reasons during inpatient psychosomatic rehabilitation therapy were compared with respect to general symptoms and specific work-related anxiety at the start and end of therapy with patients not requiring such treatment.

Method: 128 unselected patients from a psychosomatic inpatient unit were investigated with the self-anamnestic questionnaires Symptom Checklist (SCL-90-R) and Job-Anxiety- Scale (JAS) at the beginning and the end of their treatment. The effect of therapy on workplace-related anxiety during the 6-week inpatient period was studied.

Results: 76.6 % of patients were given workrelated treatment, i.e. 39.8 % individual sociotherapeutic therapy on work-related questions, 31.3 % additional work-related group therapy, and 5.5 % group therapy only. Patients with and without such special treatments did not differ in symptoms of general psychological distress but only in the level of work-related anxiety. In the course of inpatient treatment there was not only a significant improvement in general symptoms but also in work-related anxiety and in fitness for work.

Conclusion: Work-related mental problems play an important role in patients requiring psychosomatic rehabilitation. They can be differentiated from general psychological problems. They need specific treatment. In the course of inpatient psychosomatic rehabilitation a significant improvement is observed not only in general symptoms but also in work-related mental problems and fitness for work.

Downloads:

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

ASU-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den ASU-Newsletter kostenlos abonnieren:

ASU-Jobbörse

An der richtigen Stelle suchen. Bei der reichweitenstärksten Stellenbörse für die Arbeitsmedizin.

Zur Jobbörse

Kostenloses Probe-Abo

Die aktuelle Ausgabe

Gratis
Probe-Lesen

Jetzt kostenlos testen

Testen Sie unverbindlich zwei Ausgaben „ASU –Arbeitsmedizin | Sozialmedizin | Umweltmedizin“