Evidenz-basierte Empfehlungen zu Hautschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz anhand von 3 repräsentativen Fallbeispielen

Ziel: Exemplarisch wird anhand von drei konkreten arbeitsmedizinischen Fallbeispielen geprüft, inwieweit für ausgewählte, repräsentative Berufsgruppen die Empfehlungen des dreistufigen Hautschutzkonzeptes, bestehend aus Hautschutz, Hautreinigung und abschließender Hautpflege, unter Kriterien der evidenzbasierten Medizin (EBM) gelten. Methode: Zunächst haben wir gemäß der 5-stufigen Vorgehensweise der EBM die folgenden 3 klinischen Fragen konzipiert: Welche Hautschutzmaßnahmen sind für einen 35-jährigen Kfz-Techniker, einen 40-jährigen Chirurgen und einen 25-jährigen Metallarbeiter nach Kriterien der EBM geeignet? Bei der Formulierung dieser konkreten arbeitsmedizinischen Fragen haben wir die einzelnen Berufe der Beschäftigten bewusst so ausgewählt, dass sie als Modelle für ganze Berufsgruppen gelten können. Somit steht der Automechaniker stellvertretend für alle Berufe mit stark verschmutzender Tätigkeit, der Chirurg steht stellvertretend für alle anderen Beschäftigten des Gesundheitsdienstes, die hautbelastenden Einflüssen sowohl durch Desinfektionsmaßnahmen als auch Okklusionseffekte bedingt durch das Tragen von Latexhandschuhen ausgesetzt sind, der Kühlschmierstoff exponierte Metallarbeiter ist repräsentativ für die Gruppe der Feuchtberufe. Eine Literaturrecherche wurde in medline durchgeführt und die so gefundenen Daten kritisch bezüglich Validität und Relevanz bewertet. Ergebnis und Schlussfolgerung: Dem Automechaniker empfehlen wir die Applikation einer Hautschutzcreme vor verschmutzenden Tätigkeiten, da nach vorausgegangener Applikation von Hautschutzcreme Verschmutzungen leichter zu entfernen sind und somit abrasive Reinigungsprodukte eingespart werden können. Dem Chirurgen empfehlen wir, zur Händedesinfektion z. B. bei Visiten oder klinischer Untersuchungen, ein Präparat auf alkoholischer Basis zu verwenden, bei der chirurgischen Handdesinfektion das Bürsten zu unterlassen und die Applikation einer Hautschutzcreme unter dem Latexhandschuh sicherheitshalber zu vermeiden. Evidenzbasierte Empfehlungen zum Stellenwert der verschiedenen Elemente des Hautschutzkonzeptes können für die Berufsgruppe der Metallarbeiter nach derzeitigem Kenntnisstand der Literatur nicht formuliert werden.
Aim of the study: The aim of this study was to evaluate the evidence for the generally recommended three-step programme of skin protection for the prevention of occupational skin diseases, consisting of skin protection, skin cleansing and skin care measures. The skin care in three typical occupations was therefore investigated in order to assess the validity of this concept, according to the criteria of evidence-based medicine. Methods: In accordance with the five steps of evidence-based medicine, first of all the following question was asked: what kind of skin care might be best for a 35-year-old car mechanic, a 40-year-old surgeon and a 25-year-old metal worker? By asking these questions, we hoped to find typical problems in occupational medicine which were representative for other professions. The occupation of the car mechanic is representative for all other professions with exposure to greasy, contaminated substances, while the surgeon is representative for all other health care workers. In this case, disinfecting the hands and the use of gloves (occlusion) are acknowledged to be potential risk factors for skin damage. The occupation of the metal worker was chosen as a model for all other wet-work employees. Literature research was carried out via PubMed as the most convenient access to medline, and all data were evaluated for validity and relevance. Results and conclusions: We recommend the car mechanic should apply a protective skin cream before starting oily work because creams facilitate the removal of sticky oils, greases and resins, thus decreasing the need to wash with potentially irritative abrasives. The surgeon should use an alcohol-based hand rinse during ward rounds or before clinical examinations, should scrub up without the use of a brush, and should avoid the use of protective skin creams while wearing latex gloves. It is not possible at present to give evidence-based recommendations for the different skin care measures necessary for the metal working branch.

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