FASUM hat diesen Ehrenpreis nach Professor Dr. Ing. Heinrich Dupuis (1927–2016) benannt. Prof. Dupuis war als erfolgreicher Wissenschaftler fast 30 Jahre am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Mainz beschäftigt und zählte auf seinem Gebiet zu den renommiertesten Forschern weltweit.
Patrick Aligbe (Jahrgang 1976) absolvierte zunächst eine Ausbildung für den Polizeivollzugsdienst. Bereits während dieser Tätigkeit entwickelte sich sein starkes Interesse an juristischen Themen, so dass er berufsbegleitend ein juristisches Studium begann. Auf seinem weiteren Berufsweg war er zunächst als Sachbearbeiter für Polizei- und Ordnungsrecht im Bayerischen Staatsministerium des Inneren tätig, bevor er 2011 in den Bereich Arbeitsschutz der B.A.D. GmbH wechselte. Patrick Aligbe entwickelte seine Expertise an der Schnittstelle Recht, Medizin und Arbeitsschutz kontinuierlich weiter. Von 2017 bis 2019 qualifizierte er sich berufsbegleitend an der Westfälischen-Universität Münster für den Bereich Medizinrecht. Herr Aligbe ist heute als Rechtsreferent in der Rechtsabteilung der BG prevent GmbH tätig.
Im Rahmen seiner Lehrtätigkleit ist er Lehrbeauftragter für Medizinrecht und zudem sehr gern gesehener Referent in den ärztlichen Weiterbildungskursen u. a. in den Gebieten Arbeitsmedizin, Sozialmedizin, Infektionsschutz sowie des sozialen Arbeitsschutzes. Neben seiner Vorträgstätigkeit ist Herr Aligbe als Autor zahlreicher rechtswissenschaftler Fachaufsätze und berufspraktischer Bücher sowie auch durch Kommentierungen von Gesetzestexten bestens bekannt.
In seiner Laudatio wies Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. Stephan Letzel, der Vorsitzende von FASUM, bei der Preisübergabe auf die besonderen fachlichen Verdienste und das nachhaltige Engagement von Patrick Aligbe in der arbeitsrechtlichen Wissensvermittlung hin. Mit dem Heinrich-Dupuis-Preis wird eine Persönlichkeit geehrt, die juristische Expertise, didaktische Kompetenz und berufliche Integrität in vorbildlicher Weise vereint. Zudem betonte Prof. Letzel in seiner Würdigung des Preisträgers, dass dieser auch die Ärztinnen und Ärzte stets dazu ermahne, sich auf ihre medizinische Expertise zu konzentrieren und sich nicht in rechtliche Fragestellungen zu verstricken.
Kennzeichnend für die Tätigkeit von Herrn Aligbe sind seine klaren und präzisen Stellungnahmen zu arbeitsrechtlichen Fragestellungen. In einem komplexen und auslegungsbedürftigen Rechtsgebiet gelingt es ihm, rechtliche Sachverhalte strukturiert, verständlich und praxisnah darzustellen. Diese Klarheit wird in der Fachwelt als außergewöhnlich und besonders wertvoll wahrgenommen.
Hervorzuheben ist zudem seine fachliche Redlichkeit, die sich in der offenen Kommunikation fachlicher Grenzen ausdrückt. Die Bereitschaft, auch explizit auf nicht abschließend beantwortbare Fragen hinzuweisen, unterstreicht seinen verantwortungsvollen Umgang mit juristischen Problemen und stärkt die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen.
Sein umfangreiches Fachwissen verbindet Herr Aligbe mit einem ausgeprägten didaktischen Geschick. Insbesondere in interdisziplinären Fortbildungsformaten gelingt es ihm, arbeitsrechtliche Inhalte adressatengerecht aufzubereiten und für die berufliche Praxis nutzbar zu machen. Sein Engagement als Referent in arbeitsmedizinischen Kursen stellt hierbei einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung dar.
Darüber hinaus zeichnen Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit die Zusammenarbeit mit Herrn Aligbe aus. Trotz seiner hohen fachlichen Reputation verzichtet Herr Aligbe auf Selbstdarstellung und stellt konsequent die Sache sowie den fachlichen Diskurs in den Mittelpunkt.
Mit dem Heinrich-Dupuis-Preis wurde eine Persönlichkeit geehrt, die für eine sachorientierte, praxisnahe und verantwortungsvolle Fachkultur steht.
Stephan Letzel, Mainz