Burnout-Erleben, Akzeptanz und Nutzung von Gesundheitsangeboten in Betrieben aus Sicht psychosomatischer Patienten

Fragestellung: Betriebliches Gesundheitsmanagements zielt darauf ab, im Interesse der Arbeitnehmer wie der Arbeitgeber, die Gesundheit von Mitarbeitern zu fördern. In wieweit wurden bzw. werden in diesem Rahmen gemachte Angebote zumal von gesundheitlich belasteten, konkret von manifest psychosomatisch erkrankten Mitarbeitern, genutzt?

Methodik: 133 konsekutiv in der Medizinisch- psychosomatischen Schön Klinik Roseneck aufgenommene, zumeist unter Depressionen leidende, als Angestellte oder Beamte tätige Patienten wurden bezüglich ihrer Arbeitssituation, ihres beruflichen Belastungs- und Burnout-Erlebens sowie ihrer Kenntnis und Nutzung betrieblicher Gesundheitsangebote befragt.

Ergebnisse: Die Mehrzahl der befragten Patienten (Alter um 50 J.) erlebte sich in erheblichem Maße durch berufliche Probleme belastet und identifizierte sich mit den Begriffen „Ausgebrannt“ bzw. „Burnout“. Bei etwa der Hälfte der Patienten wurde eine erhebliche Distanz zum Arbeitgeber deutlich; eben diese Patienten hatten nicht an betrieblichen Gesundheitsangeboten teilgenommen und schlossen dies mangels Vertrauens auch zukünftig aus. Sie setzen u. a. primär nicht auf das Mitarbeiterwohl gerichtete Interessen und einen problematischen Umgang des Arbeitgebers mit der Schweigepflicht unterliegenden Daten voraus.

Perspektiven: Unabhängig von Inhalten und Qualität betrieblicher Gesundheitsangebote ist für deren Nutzung und damit deren Effizienz die Frage von Betriebsklima und Vertrauen gerade von Seiten belasteter Mitarbeiter mitentscheidend. Sich hieraus für das betriebliche Gesundheitsmanagement ergebende Fragen werden diskutiert.
Questions: The aim of occupational health management is the support of employees’ physical and mental health. Occupational health management should benefit both employee and employer. What percentage of employees, especially of those with already compromised health, are using such services?

Methods: 133 patients working as employees or civil servants, and suffering mostly from depression, were consecutively admitted to the psychosomatic hospital Schön Klinik Roseneck, with a long-standing emphasis on cognitive behavioural therapy. Subjects were evaluated with regard to perceived working conditions, work-load and perceived burn-out, as well as to knowledge about and utilization of health-related services at their workplace.

Results: Most of the patients (age about 50 years.) perceived themselves as suffering to a high degree from job-related burdens. Accordingly they perceived themselves as being „burnt-out“. Half of the patients quoted high emotional distance to their employer; these patients especially did not participate in health-related services at the workplace. They showed little confidence in their employer, assuming inadequate confidentiality concerning sensitive individual data and that the individuals well-being is not the true aim of such facilities.

Perspectives: Notwithstanding intentions, contents and quality of occupational health management in prevention of somatic and mental disorders, the efficacy of such efforts depends greatly on their utilization by stressed employees. The data indicate that trust and working atmosphere are crucial aspects for the success of any health programmes in the workplace. Consequences for health management concepts and practices in the workplace are discussed.

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