ASU Ausgabe: 10-2017

Prävention im Betrieb im Wandel

Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gehören zur menschlichen Arbeit. Erkrankungen und Verletzungen gar nicht erst entstehen zu lassen, ist Aufgabe der Primärprävention. Hier konnten in den letzten Jahrzehnten gute Fortschritte erzielt werden, es besteht aber auch der Anspruch nach einer kontinuierlichen Verbesserung. Die vorliegende Ausgabe von ASU widmet sich diesem Aspekt. Neben der Arbeit der Arbeitsschutzakteure im Betrieb sind neue Ansatzpunkte für die Prävention notwendig. Gesetzlich geregelt ist in Deutschland der Schutz von Beschäftigten bzw. Versicherten. Aufgrund der Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen bzw. von selbstständiger Arbeit muss zukünftig auch darüber nachgedacht werden, wie das gesamte Spektrum der Arbeitsformen sicher und gesundheitsgerecht gestaltet werden kann. Martin Schmauder

Inhaltsübersicht

  1. Prävention im Betrieb im Wandel
  2. Autor

Ausgehend von Diskussionen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit Industrie 4.0 ist ein intensiver Prozess der Beschäftigung mit der Zukunft der Arbeit und den veränderten Rahmenbedingungen und Anforderungen für die Prävention in Gang gekommen.

Im BMAS-Weißbuch „Arbeiten 4.0 „werden u. a. die vier Treiber und Trends

digitale Transformation (Digitalisierung),

Globalisierung,

Demografie und Arbeitskräfteangebot der Zukunft sowie

kultureller Wandel

für die Arbeit der Zukunft und demzufolge auch für die Prävention identifiziert.

Inhaltliche und zeitliche Aspekte der Prävention im Betrieb werden in diesem Heft behandelt. Oleg Cernavin berichtet zum Vorhaben „Prävention 4.0“. Hier geht es darum, konkrete Handlungsempfehlungen und Leitlinien für eine präventive Arbeitsgestaltung in der Arbeitswelt 4.0 zu entwickeln, damit die Akteure in den Betrieben die Potenziale der betrieblichen Prävention in der digitalisierten Arbeitswelt wirkungsvoll nutzen können. Damit im Betrieb eine Kultur der Prävention entsteht, sind normative Vorgaben seitens der Unternehmensleitung notwendig. Martin Schmauder, Christiane Kamusella und Edgar Scherstjanoi stellen die Möglichkeiten der Nutzung von digitalen Ergonomiesystemen bei der Planung von Arbeitssystemen vor. Eine gute Prävention im Betrieb reduziert Ausfallzeiten und vermeidet somit Kosten. Thomas Bömer und Michel Huelke gehen auf den Umgang mit kollaborierenden Robotern am Arbeitsplatz ein. Philipp Lechleiter stellt Interviewergebnisse zum Thema „HR- und Gesundheitsmanagement in der Arbeit 4.0 – Bedarfe und Umsetzungshindernisse in KMU“ vor.

Die anstehende aktuelle Präventionskampagne der DGUV hat das Thema der Präventionskultur zum Gegenstand. Gregor Doepke stellt die inhaltlichen Schwerpunkte der DGUV-Kampagne „Kultur der Prävention“ vor. Auch Heim- und Freizeitunfälle wirken sich auf die betriebliche Situation aus und verursachen Fehlzeiten. Lars Klein dokumentiert die Wirksamkeit der Maßnahmen in Unternehmen zur Verhütung von Unfällen im Heim- und Freizeitbereich.

Unter den betrieblichen Akteuren des Arbeitsschutzes kommt den Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit eine hohe Bedeutung zu. Sie haben die Aufgabe, den Arbeitgeber in allen Fragen des Arbeitsschutzes zu unterstützen. Die DGUV Vorschrift 2 konkretisiert seit 2011 die Aufgaben der Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit nach dem Arbeitssicherheitsgesetz und definiert Aufgaben für die Grundbetreuung und die betriebsspezifische Betreuung. Annekatrin Wetzstein und Marlen Rahnfeld berichten von der Evaluation der DGUV Vorschrift 2 mit dem Beitrag „Erfahrungen aus der Praxis mit der Anwendung der DGUV Vorschrift 2 – Erkenntnisse aus der Evaluation“.

Im Wissenschaftsteil stellen Dietmar Elsler und seine Koautoren Jukka Takala und Jouko Remes die Ergebnisse der OSHA-Studie zu „Kosten von arbeitsbedingten Unfällen und Erkrankungen im internationalen Vergleich“ vor. Unter der Rubrik „Für Sie referiert“ werden weitere Erkenntnisse zur Prävention im Betrieb vorgestellt. Daniel Alexander Vogel zeigt auf, wie Anreizsysteme zur Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit gestaltet werden können.

Die Beiträge zeigen die Entwicklungen und Anforderungen an die Prävention im Betrieb auf. Erkrankungen und Verletzungen gar nicht erst entstehen zu lassen, ist – wie schon ausgeführt – Aufgabe der Primärprävention. Für die zukünftigen Aufgaben werden neue Formen der Prävention notwendig sein, so dass Sicherheit und Gesundheitsschutz weiter verbessert werden.

Literatur

Fussnoten

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