Hauterkrankungen in der Zeitarbeit und in Bildungseinrichtungen

Ziele: Die Bereiche Zeitarbeit und überbetriebliche Bildungseinrichtungen sind verantwortlich für etwa zwei Drittel aller der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) angezeigten Haut-Berufskrankheiten. Ziel der vorliegenden Untersuchung ist es, aus diesem Bereich Beschäftigte mit einem hohen Risiko für arbeitsbedingte Hauterkrankungen zu identifizieren und spezifische Präventionsmaßnahmen zu entwickeln. Methode: 389 Haut-BK-Anzeigen wurden 2004 aus der Zeitarbeit und aus Bildungseinrichtungen gemeldet. Hiervon wurden in einer zufallsbasierten Stichprobe 90 Fälle retrospektiv ausgewertet. Erfasst wurden unter anderem Daten zur Person, zur Diagnose und zu Präventionsmaßnahmen im Unternehmen. Ergebnisse: Die Mehrzahl der gemeldeten Haut-Berufskrankheiten waren allergische Kontaktekzeme (64 % bei Zeitarbeit bzw. 59 % bei Bildungseinrichtungen). Die meisten Haut- Berufskrankheiten (91 % bzw. 81 %) wurden durch den behandelnden Hautarzt gemeldet. In keinem Fall erfolgte eine BK-Anzeige durch den Betriebsarzt. In 6 Fällen (10 %) in der Zeitarbeit und in nur einem Fall (3 %) in Bildungseinrichtungen wurde der Betriebsarzt in das BK-Verfahren mit einbezogen. In keinem Fall aus der Zeitarbeit bzw. in nur zwei Fällen in Bildungseinrichtungen wurde eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 24 durchgeführt. Produktionshelfer und Hilfsarbeiter wiesen gegenüber anderen Zeitarbeitnehmern ein signifikant erhöhtes Risiko für eine angezeigte Hauterkrankung auf (OR 2,6; 95 %-CI 1,51–4,49). Schlussfolgerungen: Aufgrund der Inhomogenität der untersuchten Personengruppe ist ein branchenspezifischer Ansatz für Präventionsmaßnahmen in der Zeitarbeit schwierig zu gestalten. Bei hautgefährdenden Tätigkeiten sind arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 24 und arbeitsplatzbezogene Unterweisungen zum Hautschutz durchzuführen. Insbesondere Produktionshelfer benötigen bei hautgefährdenden Tätigkeiten eine besondere Betreuung. Für Bildungseinrichtungen stellen berufsspezifische Informationsveranstaltungen („Hautschutztage“) einen erfolgversprechenden Präventionsansatz dar. Unternehmer, Betriebsärzte und Unfallversicherungsträger sind aufgerufen, sich stärker für die Prävention von arbeitsbedingten Hauterkrankungen zu engagieren.
Aim: Temporary employment companies and job training facilities are responsible for roughly two thirds of all occupational skin diseases reported to the Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG). The aim of this study is to identify employees at increased risk for occupational skin diseases in temporary employment companies and job training facilities and to develop specific preventive measures. Method: In 2004 389 cases of occupational skin diseases were reported by temporary employment companies and job training facilities. Out of these a random sample of 90 cases was analysed. Data on patient profile, diagnosis and workplace preventive measures were evaluated. Results: Cases of allergic contact dermatitis were reported most frequently (64 % in temporary employment companies, 59 % in job training facilities). Occupational skin diseases were mainly reported by dermatologists (91 % and 81 % respectively). Occupational physicians did not report any occupational skin diseases and they were rarely involved in occupational disease procedures (temporary employment companies 6 cases (10 %); job training facilities 1 case (3 %)). Preventative medical examinations according to the guideline G 24 were conducted in just 2 cases (job training facilities). Production helpers are at a higher risk for occupational skin diseases than other workers in temporary employment companies (OR 2.6; 95 %-CI 1.51–4.49). Conclusions: Due to the heterogeneity of work environments in temporary employment companies it is difficult to develop jobspecific prevention programs. For employees in work environments where the skin is at risk, preventative medical examinations according to the guideline G 24 have to be conducted and instructions in occupational skin protection must be given. Production helpers need to be given special attention with respect to skin protection. Occupation-specific skin awareness programs (“skin protection days”) are a promising prevention strategy for job training facilities. Employers, company physicians and accident insurance institutions need to make more effort to prevent occupational skin diseases.

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