Diagnostisches Management von Patienten mit chronischer Müdigkeit

Ziel: Wir berichten über das differentialdiagnostische Management von Patienten, die mit der Verdachtsdiagnose „Chronic Fatigue Syndrom“ (CFS) an einer arbeitsmedizinisch-internistischen Ambulanz vorstellig geworden sind. Ziel war die Optimierung des diagnostischen Prozederes sowie die Gewinnung von Aufschlüssen hinsichtlich der Ursachen der Beschwerden. Methode: 67 Patienten wurden zwischen Oktober 1999 und Dezember 2001 an die Ambulanz der Abteilung für Arbeitsmedizin mit der Verdachtsdiagnose CFS überwiesen. Bei allen Personen wurde eine internistische, eine psychiatrische und eine neurologische Abklärung an der hiesigen Universitätsklinik durchgeführt. Ergebnisse und Schlussfolgerung: Es zeigte sich, dass die Verdachtsdiagnose zum überwiegenden Teil nicht bestätigt werden konnte. Nur 20 (30 %) der 67 Personen erfüllten die Diagnosekriterien. Insgesamt lagen 64 Ausschlussgründe vor. Zum einen war dies auf die Nichterfüllung der Basiskriterien zurückzuführen (n = 30), zum anderen auf psychiatrische Erkrankungen, die ein CFS ausschließen (n = 24). Neurologische (n = 5) und internistische Ausschlussgründe (n = 4) sowie Adipositas (n = 1) waren weitaus seltener. Bei jenen 20 Patienten, die den CFS-Kriterien entsprechen, besteht eine hohe Komorbidität zu psychiatrischen Erkrankungen (n = 45). Der psychiatrischen Untersuchung muss somit ein zentraler Stellenwert in der CFS-Abklärung eingeräumt werden. Es gibt Gründe für die Annahme, dass es sich beim CFS um eine psychiatrische Erkrankung handelt.
Aim: We report on the investigation and management of patients, who were admitted at the Department of Occupational Health, University of Vienna, with a potential diagnosis of “Chronic Fatigue Syndrome” (CFS). Aim of the study was to establish guidelines for the diagnostic management of those patients. Method: 67 patients with the potential diagnosis of CFS were investigated between October 1999 and December 2001 in collaboration with the psychiatric services. Results and conclusion: We observed that the potential diagnosis of CFS could be confirmed only in 20 patients (30 %). This was due to the lack of fulfilment of the basic-criteria for the diagnosis of CFS (n = 30) as well as due to the presence of psychiatric disorders that exclude the diagnosis of CFS (n = 24). Neurological conditions (n = 5), organic conditions (n = 4) and adipositas (n = 1) which exclude the diagnosis of CFS were rarely present. Those 20 patients who fulfilled the diagnostic criteria of CFS often suffered from other psychiatric disorders (n = 45). This fact may imply an etiological association.

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