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Ausgabe: 01-2012, Seite 10 18
Institut für Arbeits- und Sozialmedizin (Direktor: Prof. Dr. med. Thomas Kraus), RWTH Aachen1, Tropenmedizin und Gelbfieberimpfstelle, Düsseldorf2
J. Martin1, B. Rieke1,2, K. Neppach1, T. Küpper1
Umweltfaktoren und persönliches Verhalten bestimmen das spezifische Risikoprofil von jungen Freiwilligen in sozialen Projekten von nichtstaatlichen Organisationen
Zusammenfassung: Junge Freiwillige sind während ihrer Zeit in
internationalen Sozialprojekten vielen Risiken
ausgesetzt bzw. setzen sich selbst einer
Reihe von Risiken während ihrer Arbeits- und
Freizeit aus. Das Risikospektrum weicht wie
erwartet von dem anderer Gruppen ab. Im
Vergleich zu Kollektiven mit einem höheren
Durchschnittsalter sind die Anzahl und der
Umgang mit Sexualkontakten der wichtigste
Unterschied. Besonders Freiwilligen in Lateinamerika
setzten sich aufgrund der hohen
Partnerfrequenz und nur teilweisem Kondomgebrauch
großen Risiken aus. Zudem
sollten junge Freiwillige besser auf mögliche
Hygienestandards in den Bereichen Verpflegung,
Wasserversorgung und sanitären Einrichtungen
vorbereitet werden. Um die Rate
der Durchfallerkrankungen zu senken, muss
in Vorbereitungsseminaren über Aufbereitungsmethoden
von Trinkwasser, ebenso wie
mögliche Konsequenzen von nicht behandeltem
Trinkwasser, das nicht industriell
abgefüllt ist, informiert werden. Einige Impfungen,
besonders Typhus (Asien, Afrika)
sowie Pertussis und Masern (Afrika), sollten
in der reisemedizinischen Beratung der Freiwilligen
mehr fokussiert werden. Um die Vorbereitung
junger Freiwillige zu verbessern, ist
eine qualitativ hochwertige und thematisch
an ihr Risikoprofil angepasste Beratung vor
der Ausreise nötig, idealerweise eine Kombination
aus individueller Besprechung und
allgemeinem Seminar mit praktischen Trainingseinheiten.
Es ist wichtig, junge Freiwillige
nicht nur frontal zu belehren, sondern
ein Verständnis zu erarbeiten, da die Risikobereitschaft
mit dem tatsächlichen Verhalten
auf Reisen assoziiert ist.
Stichworte: soziale Projekte – nichtstaatliche Organisationen – Prävention – Risikoprofil – sexuelle Kontakte – Hygiene – sanitäre Einrichtungen – Impfungen
Environmental factors and personal behaviour determine the specific risk profile of young volunteers in social projects of non-state organisations
Abstract: Young volunteers are exposed to many
risks during their time in international social
projects, or expose themselves to a range of
risks during their work and leisure time. The
risk spectrum varies as expected from that
of other groups. In comparison to collectives
with a higher average age, the major
difference is the number and the handling of
sexual contacts. Volunteers in Latin America
in particular expose themselves to high risks
because of the high frequency of partners,
often without the use of a condom. Young
volunteers should also be better prepared
for possible hygiene standards in the areas of
diet, water supply and sanitary facilities. In order
to reduce the rate of diarrhoeal diseases,
information must be provided in preparatory
seminars on treatment methods of drinking
water, and the possible consequences of taking
untreated water which is not commercially
bottled. Greater focus should be placed
in the tropical medical advice to volunteers
on particular vaccinations, especially typhus
(Asia, Africa) and pertussis and measles
(Africa). In order to improve the preparation
of young volunteers, high-quality advice
thematically in line with their risk profile is
required before departure, ideally a combination
of individual discussion and general
seminars with practical training units. It is
important to train young volunteers not only
formally, but to develop in them an understanding,
since their readiness to take risks
is associated with their actual behaviour
abroad.
Keywords: social projects – non-state organisations – prevention – risk profile – sexual contacts – hygiene – sanitary facilities – vaccinations
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