ASU Ausgabe: 02-2018

Fit im technischen Dienst – zielgruppenspezifische Prävention in der Arbeitsmedizin

Originalia

D. Eichler

A.Wex

C. Balarezo

M. Bellinger

(eingegangen am 31. 03. 2017, angenommen am 30. 08. 2017)

Abstract deutsch

Fit im technischen Dienst – zielgruppenspezifische Prävention in der Arbeitsmedizin

Einleitung: Die Arbeit beschreibt die Entwicklung und Umsetzung eines zielgruppenspezifischen Präventionsprogramms „Fit im technischen Dienst“ im Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amts.

Methodik: Ausgehend von niedrigen Arbeitszufriedenheits- und hohen Belastungswerten der Zielgruppe „Männer im technischen Dienst“ in der Mitarbeiterbefragung Gesundheit konnten die Teilnehmer rekrutiert und über acht Monate zu einer regelmäßigen Teilnahme motiviert werden.

Ergebnisse: Positive Effekte zeigten sich am deutlichsten in den Bereichen Gewichtsreduktion, vermindertes Stresserleben, verbessertes körperliches Wohlbefinden und verbesserte Erholung nach Belastung.

Schlussfolgerungen: Die Untersuchung zeigt, dass auch Beschäftigte aus eher gesundheitsfernen Berufsgruppen durch ein bedürfnisorientiertes, gendergerechtes, individuell zugeschnittenes betriebliches Präventions-Konzept motivierbar sind und positive Ergebnisse hinsichtlich ihrer Gesundheit erzielen können.

Schlüsselwörter: Gesundheitsdienst – Präventionsprogramm – Arbeitszufriedenheit – Belastung

Abstract English

Fit for the technical service – target group-specific prevention in occupational medicine

Introduction: This work describes the development and implementation of a target group-specific prevention programme called “Fit im technischen Dienst” (Fit for the technical service) in the health service of the Federal Foreign Office.

Methods: Based on low levels of job satisfaction and high levels of stress in the target group “men in the technical service” in the employee health questionnaire, it was possible to recruit participants and motivate them to participate on a regular basis over eight months.

Results: Positive effects were seen most clearly in the areas of weight reduction, reduced experience of stress, improved physical well-being and improved recovery after stress.

Conclusions: The study shows that it is possible to motivate employees in less health-conscious occupational groups by means of a needs-centred, gender-appropriate, individually tailored internal prevention concept and to achieve positive results in terms of their health.

Keywords: health service – prevention programme – job satisfaction – stress

ASU Arbeitsmed Sozialmed Umweltmed 2018; 53: 125–132

doi: 10.17147/ASU.2018-02-07-02

Einleitung

Das Auswärtige Amt hat für seine Mitarbeitenden sowie für deren Familienangehörige eine erweiterte Verantwortung und Fürsorgeverpflichtung hinsichtlich der besonderen gesundheitlichen Gefährdungen, die mit mehrjährigen Auslandseinsätzen an schwierigen, gesundheitlich problematischen Dienstorten einhergehen. Die Umsetzung dieser Aufgabe übernimmt im Wesentlichen der amtseigene Gesundheitsdienst und zwar auf der Grundlage des Gesetzes über den Auswärtigen Dienst (GAD) sowie der geltenden arbeitsmedizinischen Rechtsvorgaben (insbesondere ASIG, ArbSchG, ArbMedVV, ArbStättV, BKV). Betreut werden ca. 13.400 Mitarbeitende im In- und Ausland mit etwa 23.000 Familienangehörigen (davon 6900 Mitarbeitende mit ca. 12.100 Familienangehörigen in gesundheitsgefährdenden [untersuchungspflichtigen] Gebieten).

Der Gesundheitsdienst ist mit neun Ärztinnen/Ärzten und neun Medizinisch-Technischen Assistentinnen/Arzthelferinnen/Krankenschwestern in tropischen oder schwierigen Regionen vor Ort präsent (sog. Regionalarztdienststellen). In Berlin und Bonn arbeiten zusätzlich sechs erfahrene Arbeits-/Tropenmediziner sowie zwei Psychiater, vier Psychologen mit psychotherapeutischen sowie arbeits- und gesundheitspsychologischen Qualifikationen, vier Sozialarbeiter/-innen, Laborfachkräfte u. a. Insgesamt umfasst das Team des Gesundheitsdienstes weltweit ca. 50 Mitarbeitende. Jährlich werden mehr als 2500 Untersuchungen (personalärztlich und im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge) durchgeführt.

Zudem übernimmt der Gesundheitsdienst inhaltliche und steuernde Funktionen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im Auswärtigen Amt. Die hier beschriebene Maßnahme ist eine von zahlreichen Interventionen im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Der Anlass für die in dieser Arbeit beschriebene Intervention war ein doppelter: Zum einen war in der regelmäßig alle drei Jahre in Zusammenarbeit mit der Unfallversicherung Bund und Bahn (UVB) durchgeführten „Mitarbeiterbefragung Gesundheit“ eine Mitarbeitergruppe im technischen Dienst durch besondere berufliche Belastungen und eine stark reduzierte Arbeitszufriedenheit aufgefallen. Zu den besonderen Belastungsfaktoren zählen u. a. die oft schlechte Planbarkeit des Arbeitsalltags aufgrund von zahlreichen und zunehmenden Spontanaufträgen, erhebliche Schulungsbedarfe wegen technischer Neuerungen, Dienstreisen bzw. kurzfristige Abordnungen auf Posten im Ausland mit sehr diversen technischen Gegebenheiten, aber auch besonderen Merkmalen der Lebenssituation, wie das vorübergehende Leben im Hotel, fehlende sportliche Betätigungsmöglichkeiten oder veränderte Ernährungsbedingungen. Zum anderen wurden in der Zielgruppe im Rahmen der regelmäßigen Tauglichkeitsuntersuchungen (G35) zur Beurteilung der weltweiten Einsatzbarkeit (auch an Dienstorte mit eingeschränkter medizinischer Versorgung und besonderen gesundheitlichen Risiken) zunehmend häufiger gesundheitliche Versetzungseinschränkungen festgestellt – ein Problem für Beschäftigte und Arbeitgeber gleichermaßen, da die Auslandstätigkeit für die Mitarbeitenden aufgrund der Gehaltsstruktur ungleich attraktiver ist als der Einsatz im Inland und da die vorgesehene Postenrotation weltweit nur funktioniert, wenn alle Teilnehmer gesundheitlich dafür geeignet sind.

Das Auswärtige Amt bietet seit über 15 Jahren seinen Beschäftigten regelmäßige Präventionskurse am Arbeitsplatz an (Rückenschule, Autogenes Training, Yoga u.a.), die ganz überwiegend von Frauen genutzt werden, was sich mit allgemeinen Erfahrungen deckt (s. Kahl 1999). Der Erste Deutsche Männergesundheitsbericht (DGMG 2010) beantwortet die Frage, ob Männer ihre Gesundheit vernachlässigen oder ob sie in unserem Gesundheitssystem vernachlässigt werden, mit „sowohl als auch“. Eines der zentralen Ergebnisse des Berichts lautet: Männer brauchen eine andere Ansprache und Information in gesundheitlichen Fragen als Frauen, sie benötigen klare Aussagen und konkrete Handlungsanweisungen. Eine weitere wesentliche Feststellung: Männer verbringen den größten Teil ihrer Zeit mit ihrer Arbeit. Darum erscheinen arbeitsplatzbezogene Angebote besonders attraktiv und bieten eine Win-win-Situation, denn gesunde Arbeitnehmer lohnen sich auch für den Arbeitgeber. Die üblichen Angebote betrieblicher Gesundheitsförderung nehmen Männer häufig nicht an. Sich mit der eigenen Gesundheit zu befassen, empfinden sie als unmännlich (Beck 2010). Deshalb sind die richtigen Kommunikationsstrategien und -wege von zentraler Bedeutung. Sie entscheiden darüber, ob die männlichen Mitarbeiter das Thema Gesundheit „an sich ran“ lassen. Dies betrifft sowohl die „Sprache“ als auch den Inhalt: Von männerspezifischen Informationsveranstaltungen und Aktionstagen fühlen sich die Männer stärker angesprochen.

Das hier vorgestellte Präventionsprogramm FIT IM TECHNISCHEN DIENST wurde direkt auf verschiedene gesundheitsrelevante Bedürfnisse der ausschließlich männlichen Beschäftigten im Technischen Dienst des Auswärtigen Amts zugeschnitten, die vor Beginn in einem Fokusgruppen-Workshop von der Zielgruppe erfragt und mit den Ergebnissen der Mitarbeiterbefragung abgeglichen wurden. Bengel und Lyssenko (2012) haben im Auftrag der BZgA zu Resilienzfaktoren geforscht und konnten nachweisen, dass Sinnhaftigkeit, soziale Unterstützung, positive Emotionen und Selbstwirksamkeitserwartung – neben anderen – einen entscheidenden Einfluss auf die individuelle Resilienzentwicklung haben. Dementsprechend war unser Ziel, die Stressbelastbarkeit der Gruppe durch Erhöhung der Resilienz und durch Senkung individueller Risikofaktoren zu verbessern.

Methodik

Untersuchte Stichprobe

Die Zielgruppe bestand aus 26 Mitarbeitern im Technischen Dienst, davon drei Führungskräfte. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 47,8 Jahre. Insgesamt elf Kollegen der Gesamtzielgruppe rotieren über die Dienstposten des Auswärtigen Dienstes zum Teil mit regulären Standzeiten von bis zu vier Jahren an eine der zahlreichen Auslandsvertretungen oder arbeiten an diesen Auslandsvertretungen für kurze Abordnungen von einigen Monaten. Die verbleibenden 15 Teilnehmer befinden sich nicht in der Rotation. Sie gehen ihrer regelmäßigen Tätigkeit vollzeitig in der Berliner Zentrale nach.

Insofern war zu Programmstart klar, dass es zu spontanen Drop-outs in der Teilnehmergruppe kommen kann, wenn aufgabenbedingt der eine oder andere Kollege kurzfristig versetzt wurde.

Programmstruktur und -inhalte

Das Programm FIT IM TECHNISCHEN DIENST lief von Oktober 2015 bis Juni 2016. Die Konzeption, Planung und Organisation des Programms oblag dem Gesundheitsdienst, die Durchführung erfolgte sowohl durch eigene Mitarbeiter als auch durch externe Kooperationspartner. Letztere deckten die Programmschwerpunkte „Körperliche Fitness“ und „Ernährung“ ab.

Das Programm fand im Haus und während der Arbeitszeit statt. Die Teilnahme war freiwillig, sollte aber durch die Führungskräfte der Zielgruppe ermöglicht und unterstützt werden. Auch die Führungskräfte hatten die Möglichkeit zur Teilnahme an allen Programmbausteinen, was explizit auch von den Teilnehmenden und den Durchführenden gewünscht wurde.

Das Angebot umfasste folgende Module in wöchentlichem Rhythmus:

eine freiwillige, ausführliche körperliche Eingangsuntersuchung durch den Gesundheitsdienst,

Fragebögen zum Thema Stress- und Stressbewältigung,

ein 90-minütiges Stressbewältigungsseminar mit Auswertung der Fragebögen,

vier Einheiten Entspannungsverfahren, PMR nach Jacobson, jeweils 50 Min.,

eine externe Ernährungsberatung über den Zeitraum von zwei Stunden,

zwölf Sporteinheiten à 45 Min. zur Verbesserung der körperlichen Fitness, der Beweglichkeit und der Muskelkraft durch einen externen Trainer einmal wöchentlich (inkl. Test der Fitness zum Eingang und nach Beendigung der Sporteinheiten),

eine freiwillige Abschlussuntersuchung durch den Gesundheitsdienst.

Motivationsauftaktveranstaltung

Das Präventionsprojekt startete nach Genehmigung durch die Leitung mit einer Auftaktveranstaltung mit verpflichtender Teilnahme aller Vertreter der Zielgruppe und deren Vorgesetzter. In dieser Veranstaltung wurden Hintergründe und Ziele, Inhalte und Methoden des Programms erläutert, Schwierigkeiten bei der Integration der Teilnahme in den Arbeitsalltag besprochen und die Zustimmung und Unterstützung durch die Vorgesetzten explizit eingeholt.

Stressbewältigungsseminar

Ziel des Seminars war die Verbesserung der kognitiven und instrumentellen Stressbewältigung und die Erhöhung der individuellen Resilienz durch das Reflektieren der Möglichkeiten des aktiven und selbstfürsorglichen Umgangs mit den alltäglichen und belastend empfundenen Anforderungen.

Als Ausgangspunkt wurde das Transaktionale Stressmodell (Lazarus u, Folkmann 1984) und das Allostatic-Load-Modell (McEwen 1998) veranschaulicht und es wurde die Selbstreflexion zu folgenden Fragen angeleitet: „Was stresst mich persönlich und warum? Wie reagiere ich gewöhnlich und welche Konsequenzen nehme ich dann wahr?“ Dem folgten Dozentenimpulse zum Thema Stressbewältigung oder „Wie kann ich an den einzelnen Facetten der Stressentstehung und der Stressauswirkungen regulierend ansetzen?“ Das umfasste:

die Klärung von Zuständigkeiten, Prioritäten und Posterioritäten sowie der Organisation der eigenen Arbeit (Abbau von Stressoren),

die Mobilisierung von externen Ressourcen wie sozialer Unterstützung im Team und privat (Resilienzaufbau),

die Entwicklung fehlender fachlicher und/oder sozialer Kompetenzen (Ressourcenaufbau),

die Korrektur der eigenen stressverstärkenden Einstellung bzw. Haltung sowie

die Identifikation von Möglichkeiten zum Belastungsausgleich und zur Reduktion von Stresserleben durch positive Aktivitäten (Ressourcenaufbau) und

die Identifikation von Möglichkeiten zur Entspannung und Regeneration und Steigerung der Widerstandskraft (Ressourcenaufbau).

Daraus sollten die Teilnehmer noch in dem Seminar individuelle Handlungsvorsätze und erste Pläne für den beruflichen und privaten Alltag entwickeln.

Anhand des kognitiven Stressmodels von Kaluza (2015) wurde den Teilnehmern vermittelt, welche Arten von Denkmustern die Stressreaktion verschärfen. Wie sie solche stressverschärfenden Kognitionen in stressreduzierende umstrukturieren können, wurde mit ihnen an Beispielen erarbeitet und ihnen wurden individuelle „Hausaufgaben“ dazu mitgegeben.

Fitness- und Krafttraining

Ziel des Trainings war die Verbesserung der instrumentellen Stressbewältigung. Gegenstand der Sporteinheiten waren vor allem Eigengewichtsübungen, die jederzeit, also auch in kurzen Pausen, und ohne besonderen Aufwand (Fitnessbekleidung oder Geräte) und an fast jedem Ort (am Arbeitsplatz oder in jedem Hotel der Welt) ohne Schwierigkeiten umgesetzt werden können. Darüber hinaus sollten die Teilnehmer ihr Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig Bewegungspausen am Arbeitsplatz sind und sie sollten unmittelbar erfahren, wie wirksam regelmäßiges Fitnesstraining die Stressregulation verbessert und die körperliche Widerstandskraft steigert. Darüber hinaus enthielt das Training auch kleine Laufeinheiten aufgrund ihrer nachgewiesenen Effekte auf die kardiovaskuläre Stressreaktion und die Reduktion der stressassoziierten Cortisolausschüttung (Klaperski et al. 2014).

Entspannungstraining

Ziel des Entspannungstrainings war die Verbesserung der palliativ-regenerativen Stressbewältigung. Mit der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen als körperorientiertem Verfahren sollten die Teilnehmer lernen, zur Ruhe zu kommen und negativen Stressfolgen durch gezielte Entspannung zu begegnen.

Die Teilnehmer erhielten nach Ablauf des Trainings eine CD mit Anleitung zur selbständigen Durchführung der Progressiven Muskelentspannung.

Ernährungsseminar

Gegenstand des Ernährungsseminars waren die Grundprinzipien gesunder und nahrhafter Ernährung generell und mit dem Fokus besonderer Stressbelastungen bzw. schwerer körperlicher Tätigkeit am Arbeitsplatz. Die Teilnehmer reflektierten ihre Ernährungsgewohnheiten auf der Arbeit und im Privatleben und erhielten konkrete Hinweise zur Ernährung unter Stress unter Berücksichtigung von Nährstoffanforderungen und der Gestaltung von Mahlzeiten. Der Wunsch nach alltagskompatiblen Informationen zur Ernährung war von einem Großteil der Teilnehmer vorab geäußert worden.

Datenerhebung

Neben einer ausführlichen Anamnese und eingehenden körperlichen Untersuchung (Erhebung eines Ganzkörperstatus inkl. Gewicht, Größe, Blutdruck) wurde eine orientierende Blutuntersuchung durchgeführt (Blutbild und Differenzialblutbild, klinische Chemie, TSH, Urin-Diagnostik). Des Weiteren wurde ein EKG geschrieben sowie eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt, um gesundheitliche und mit vermehrtem Stresserleben assoziierte Risikofaktoren und deren Veränderung über den Verlauf abzubilden.

Dies wurde ergänzt durch Messungen von jeweils zwei Parametern der körperlichen Beweglichkeit und der Kraft der Halte- und Stützmuskulatur, erhoben durch den Sporttrainer. Diese Untersuchungen sollten auch den Teilnehmern Anhaltspunkte für die individuelle Zielplanung im Programm bieten.

Es erfolgte eine Prä-Post-Messung wesentlicher Belastungsindikatoren. Diese beinhaltete Selbstauskünfte zu verschiedenen physiologischen und psychologischen Belastungssymptomen.

Es wurden Auskünfte zum Stresserleben auf der körperlichen, der emotionalen, der kognitiven und behavioralen Ebene erbeten sowie zu individuellen stressverstärkenden Selbstschemata und zum Erholungsverhalten und -erleben. Dazu wurden folgende Instrumente verwendet:

„Stresstest“ (Kaluza 2015),

Test „Stressverschärfende Gedanken“ (Kaluza 2015),

Recreation Experience and Activity Questionnaire (ReaQ; Lehr 2015).

Der „Stresstest“ (Kaluza 2015) erfragt die individuelle Ausprägung verschiedener Stresssymptome in den letzten Wochen. Die Intensität rangiert zwischen „sehr“ = 2, „leicht“ = 1 und „kaum/nie“ = 0. Das Maximum liegt bei 54 Stresspunkten. Die Werte werden wie folgt interpretiert: 0–5 Stresspunkte = „Sie können sich über eine gute gesundheitliche Stabilität freuen.“; 06–11 = „Erste Anzeichen von Stressreaktionen finden bei Ihnen statt.“; 12–18 = „Vermehrte Anzeichen von Stressreaktionen finden bei Ihnen statt“; mehr als 18 = „Sie stecken in einem Teufelskreis von Verspannung, emotionalen Belastungen und Gesundheitsstörungen“.

Persönliche Motive, Einstellungen und Haltungen prägen die Stressverarbeitung und entscheiden darüber, ob ein Ereignis als Stress (-belastung) oder als Herausforderung betrachtet wird (Kaluza 2015). Deshalb wurden die Teilnehmer nach ihren stressverschärfenden Denkmustern befragt. Dazu gehören u. a. Kognitionen wie „Es gibt nichts Schlimmeres als Fehler zu machen“, „Starke Menschen brauchen keine Hilfe“, „Ich will mit allen Leuten gut auskommen“ und „Das schaffe ich nie“. Kaluza benennt diese stressverschärfenden Denkmuster wie folgt: „Sei perfekt!“, „Sei beliebt!“, „Sei stark!“, „Sei vorsichtig!“ und „Ich kann nicht!“

Mit dem Recreation Experience and Activity Questionaire wurden die Teilnehmer gebeten, die Häufigkeit ihrer Erholungsaktivitäten innerhalb der letzten Woche anzugeben. Der Fragebogen enthält 21 Aktivitäten mit einer fünfstufigen Skala von nie = 0, 1-mal = 1, 2-mal = 2, 3-mal = 3 bis zu mindestens 4-mal = 4. Der zu erzielende Maximalwert liegt bei 84. Darüber werden die Auswirkungen der Aktivitäten in den Dimensionen „gedankliche Distanzierung“, „Ruhe und Kraft finden“ sowie „angenehme Herausforderungen (wahrnehmen)“ bezogen auf die letzte Woche bewertet. Jede Dimension wird mit drei Items operationalisiert. Die Bewertung erfolgt auf einer vierstufigen Skala von nie = 0; selten = 1; manchmal = 2 und häufig = 3. Der zu erzielende Maximalwert liegt jeweils bei neun.

Unmittelbar nach Programmende wurde ein selbstentwickelter Evaluationsfragebogen eingesetzt, in dem die Teilnehmer über vorgegebene Antwortkategorien beurteilen konnten, inwiefern sie von der Teilnahme am Programm profitiert haben. Mehrfachnennungen waren möglich. Eine diesbezügliche Frage lautete: „ Inwiefern haben Sie profitiert?“ und enthielt u. a. folgende Antwortkategorien: Wissen („Ich weiß was ich tun muss“) und Zielklarheit („Ich weiß, was ich für mich erreichen will“)

Statistische Auswertung und Ergebnisse

An der Prämessung nahmen elf, an der Postmessung zehn Kollegen teil, d. h. zu lediglich zehn Teilnehmern (38 %) der ursprünglichen Zielgruppe liegen Daten von beiden Messzeitpunkten vor. Die Evaluationsbögen nach Abschluss des Programms füllten sieben Kollegen (27 %) aus.

Die Teilnahmequote am Gesamtprogramm schwankte zwischen zwölf Kollegen am Stress- und Ernährungsseminar und sechs bis zehn Kollegen an den Sport- und Entspannungseinheiten.

Die kleine Grundgesamtheit und die geringe Teilnahmequote an der Evaluation erlauben lediglich eine qualitative Beschreibung der Ergebnisse und das Formulieren von Beobachtungen, aussagekräftige statistische Absicherungen sind nicht möglich.

Körperliche Untersuchung

Alle Teilnehmer wurden vor und nach dem Programm ärztlich untersucht. Bei insgesamt zehn Probanden lag eine vollständige Vor- und Nachuntersuchung vor. Anhand der Eingangsuntersuchung musste keiner der Teilnehmer vom Programm ausgeschlossen werden.

Die Nachuntersuchungen zeigten keine statistisch signifikante Änderung der erhobenen Parameter. Es konnte aber ein leicht positiver Trend in der Gewichtsentwicklung festgestellt werden, 7 von 10 Probanden haben geringfügig an Gewicht verloren (durchschnittlich 0,8 kg). Die in der Blutuntersuchung erhobenen Fettwerte (Gesamtcholesterin, HDL, LDL, Triglyzeride) blieben weitgehend gleich, die teilweise leicht erhöhten Leberwerte (gGT, GOT, GPT) verringerten sich bei 3 von 10 Probanden. Beim EKG und der Lungenfunktion wurde keine Änderung festgestellt.

Beweglichkeit und Muskelkraft

Es wurden die Parameter „körperliche Beweglichkeit“ und „Kraft der Halte- und Stützmuskulatur“ überprüft. Zu sechs Teilnehmern liegen die Daten zu beiden Messzeitpunkten vor. Die Beweglichkeitstests erbrachten bei allen Teilnehmern bereits zum Programmstart Bestwerte zum Parameter „körperliche Beweglichkeit“. Steigerungen waren daher nicht zu erwarten. Die Beweglichkeit wurde über Fingerspitzen-Boden-Test und über Dehnfähigkeit der Brustmuskulatur gemessen. Dazu lagen die Teilnehmer mit seitlich ausgestreckten Armen auf dem Rücken, und die Hände sollten den Boden berühren. Zur Postmessung blieben diese Werte unverändert. Die Muskelkraft der Halte- und Stützmuskulatur wurde über die Verweildauer im Unterarmstütz und im Oberschenkelwandsitz in Sekunden erhoben. Es zeigten sich deutliche Verbesserungen bei allen Teilnehmern zum zweiten Messzeitpunkt ( Abb. 1).

Psychische Parameter

Stresserleben: Der durchschnittliche Stresslevel, über alle Warnsignale ermittelt, betrug zum Messzeitpunkt t1 vor Programmstart 8,7 Stresspunkte. Dies verweist auf das Vorhandensein vermehrter Stressreaktionen bei der Zielgruppe. Zum Messzeitpunkt t2 nach Programmende wurden durchschnittlich 6,2 Stresspunkte ermittelt, was eine deutliche Reduktion im Vergleich zum Messzeitpunkt 1 widerspiegelt ( Abb. 2).

In  Abb. 3 wird die durchschnittliche Ausprägung der Belastungssymptome differenziert für die vier Bereiche körperliche, emotionale, kognitive und behaviorale Reaktionen zu beiden Messzeitpunkten vergleichend dargestellt. In allen vier Bereichen wird eine Abnahme der Belastungssymptome im Verlauf sichtbar.

Bezüglich der stressverschärfenden Denkmuster zeigte sich im Beobachtungszeitraum bei dem Stressverstärker „Ich kann nicht!“ eine Reduktion zu Programmende, bei dem Stressverstärker „Sei beliebt!“ eine Zunahme. Alle anderen blieben fast unverändert.

Erholungsaktivitäten und -erleben: Die  Abb. 4 veranschaulicht eine leichte Zunahme der Erholungsaktivitäten zu Programmende. Darunter fallen u. a. Erholungsaktivitäten wie „angenehme Musik bewusst hören“ und „gemeinsam mit Freunden/meinem Partner einen Ausflug/eine Unternehmung machen“ und „mit sympathischen Menschen zwanglos plaudern“. Die Aktivität „gedankliche Distanzierung“ von den als stressend empfundenen Ereignissen hingegen hat zu Programmende etwas abgenommen, die Kategorien „Ruhe und Kraft tanken“ und „angenehme Herausforderungen (wahrnehmen)“ sind fast unverändert geblieben.

Zufriedenheit

Sechs der sieben Teilnehmenden an der Programmevaluation gaben an, nach ihrer Teilnahme einige positive Auswirkungen auf ihre Gesundheit bemerkt zu haben ( Abb. 5).

Als individuelle Erfolge, die von den Teilnehmern frei genannt werden sollten, beschrieben sie Verbesserungen in den folgenden Bereichen:

Work-Life-Balance (n = 6), körperliches Wohlbefinden und Beweglichkeit (n = 6), Fehlertoleranz und Gelassenheit im Beruf (n = 4), Ernährungsbewusstsein (n = 2), Entspannungsfähigkeit (n = 1), berufliche Leistungsfähigkeit (n = 1), Zusammenarbeit im Team (n = 2).

Der individuelle Programmnutzen wurde des Weiteren u. a. über geschlossene Fragen erhoben und zwar zum Erwerb von:

Wissen, Einstellungen/Haltungen, Denkanstößen und Zielklarheit,

Gelassenheit, Optimismus/Zuversicht, Entspanntheit, Widerstandsfähigkeit etc.

Die Antworten dazu ergaben Folgendes:

Sechs Teilnehmer gaben an, dass ihnen durch das Programm klarer geworden ist, was sie für einen verbesserten Umgang mit beruflichen Belastungsfaktoren tun können.

Fünf sind im Umgang mit Belastungsfaktoren subjektiv gelassener geworden.

Jeweils drei Teilnehmer registrierten Verbesserungen im Bewegungs-, Ernährungs- und im Entspannungsverhalten.

Zufriedenheit mit dem Präventionsprogramm: Zur inhaltlichen Zufriedenheit mit Programm gaben fünf der Befragten an, sehr zufrieden zu sein, zwei Teilnehmende waren ziemlich zufrieden, keiner war lediglich etwas oder gar nicht zufrieden.

Alle Teilnehmer waren zufrieden mit dem Ablauf/der Organisation des Programms sowie mit den Dozentinnen und dem Trainer. Die Hälfte der Teilnehmer hätte sich mehr Unterstützung durch ihre Vorgesetzten gewünscht ( Abb. 6).

Ergänzend dazu äußerten die Teilnehmenden im Freitext:

„Einklang (von Programm) mit den laufenden Arbeitsaufgaben (war) schwierig.“

„(Die) Flexibilität des Trainers war gut. Er hat auf Terminverschiebungen unsererseits positiv und konstruktiv reagiert.“

„Das Programm sollte irgendwann in irgendeiner Form weiter gehen.“

„(Das) Interesse der Leitung wurde nicht bemerkt.“

„(Vorgesetzte) hätten teilnehmen müssen bzw. auch die Mitarbeiter motivieren sollen, die nicht teilnehmen wollten.“

„Mein direkter Vorgesetzter fand, dass das (Programm) Zeitverschwendung ist.“

Zusammenfassung und Bewertung

Diskussion der Teilnahmequote

Nach den Daten des RKI (2014) lässt sich konstatieren, dass die Erwerbsarbeit bzw. die Berufstätigkeit für eine männergerechte Maßnahmengestaltung im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung eine hohe Bedeutung hat. Maßnahmen finden dann Zuspruch durch Männer, wenn sie auf Erhalt bzw. Erhöhung der Leistungsfähigkeit (z. B. Bewegungsangebote) abzielen und einen eher instrumentellen Charakter aufweisen. Berücksichtigt man in diesem Zusammenhang, dass von den ca. 3,6 Millionen deutschen Unternehmen nur etwa ein Fünftel Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung durchführen (Beck 2010), zeigt sich auch hier ein bislang nicht ausgeschöpftes Präventionspotenzial. Vor diesem Hintergrund und mit der Erfahrung, dass unsere „üblichen Kursangebote“ nahezu ausschließlich von Frauen genutzt werden, erfragten wir vor Beginn der Maßnahme in einem Fokusgruppen-Workshop sehr genau die Erwartungen der Teilnehmer an eine „für sie passende und motivierende Intervention“ und waren hier insbesondere überrascht von dem klaren und vielfachen Wunsch nach einer „vernünftigen Ernährungsberatung“ neben dem Wunsch nach Angeboten zur Verbesserung der körperlichen Fitness und zur Stressreduktion.

Von den angesprochenen 26 potenziellen Teilnehmern haben 10 regelmäßig an den Angeboten des Programms teilgenommen, das sind 38,5 %. Nach Kahl (1998, Bundes-Gesundheits-Survey) nehmen durchschnittlich 13,8 % der Frauen und 7 % der Männer an betrieblichen gesundheitsfördernden Maßnahmen teil; verglichen damit konnte unser Programm durch gezielte Bedürfnisabfrage im Vorfeld und individuelle Ansprache in der ausschließlich männlichen Zielgruppe eine sehr hohe Beteiligung erreichen. Dass diese nicht noch höher war, liegt wahrscheinlich an einem Subgruppen-Effekt: Die gesamte Zielgruppe „Männer im Technischen Dienst“ (n = 26) besteht aus einer nicht der Rotation unterliegenden „Kern“-Gruppe (n = 12) sowie einer durch Auslandseinsätze wechselnden „Rand“-Gruppe (n = 14). Die Kollegen der „Kern“-Gruppe sind durch jahrelange Zusammenarbeit miteinander sehr vertraut und durchaus problembewusst für die Auswirkungen von außerordentlichen beruflichen Belastungen auf die eigene Gesundheit, die Arbeitszufriedenheit und die Qualität der kollegialen Interaktionen. Diese Kollegen haben zahlreiche Einheiten des Programms engagiert besucht. Sie formulierten als Hypothese für das Fernbleiben der anderen Kollegen, deren Fremdheit bzw. deren mangelndes Zugehörigkeitserleben zur Kerngruppe. Dem hätte zu Programmbeginn in der Motivationsauftaktveranstaltung mit einer teamfördernden Intervention begegnet werden können.

Die Teilnehmenden diskutierten als demotivierenden Faktor ferner ausgebliebene Unterstützung durch die unmittelbaren Vorgesetzten. Diese war – wie auch deren eigene Programmteilnahme – im Vorfeld zugesagt worden, ist jedoch nicht erfolgt. Die Leitung habe sich weder für das Programm interessiert, noch habe sie die Kollegen ermuntert oder aufgefordert, das Programm zu nutzen – auch nach mehrmaligem Bitten durch die Programmverantwortlichen des Gesundheitsdienstes nicht. Motivierten Teilnehmern wurde die Teilnahme allerdings auch nicht verwehrt.

Diskussion der Ergebnisse

Wesentliche Veränderungen körperlicher Parameter (Labor, Gewicht, Allgemeinzustand) waren nicht das primäre Ziel der beschriebenen Intervention und sind auch nicht eingetreten. Durchaus positiv war jedoch die Tendenz zur Gewichtsreduktion bei 7 von 10 und zur Normalisierung erhöhter Leberwerte bei 3 von 10 Teilnehmern. Auch die Verbesserung der körperlichen Fitness (Zunahme Haltekraft und Beweglichkeit) spricht für die Wirksamkeit der Intervention.

Die deutliche Reduktion des subjektiv wahrgenommenen Stresslevels und auch die Reduktion von Stresswarnsignalen sowohl auf körperlicher, emotionaler, kognitiver als auch auf der Verhaltensebene kann ebenfalls als Programmerfolg gewertet werden. Dieser wird auch in den offenen Fragen der Programmevaluation von den Teilnehmern bestätigt.

Die Teilnehmer resümierten größere Gelassenheit im Umgang mit beruflichen Belastungsfaktoren, eine größere Fehlertoleranz und Problemgelassenheit. Neben dieser verbesserten Gelassenheit gaben sie an, durch das Programm auch verstanden zu haben, was sie selbst für eine verbesserte Stressregulation beruflich und privat tun können, und zwar sowohl über verstärkte Erholungsaktivitäten als auch über Entspannungsübungen und über eine bewusste Ernährung in Bezug auf Nährstoffe und Mahlzeitengestaltung. Zwei der Teilnehmer berichteten, ihre Erkenntnisse mit ihren Ehefrauen besprochen zu haben, um gemeinsam besser Stress regulieren und sich gesund verhalten zu können.

Besonders positiv ist in diesem Zusammenhang, dass sechs der sieben Teilnehmer am Ende eine verbesserte Work-Life-Balance und ein verbessertes körperliches Wohlbefinden sowie eine gestiegene Beweglichkeit berichteten.

Insgesamt war die Zufriedenheit mit dem Programm hoch und von den Teilnehmern wurde der Wunsch nach Fortführung geäußert. Der Gesundheitsdienst hat diesen Wunsch aufgenommen und bietet jetzt im Rahmen des regulären Kursprogramms „Gesundheitsförderung in der Mittagspause“ einen Kurs „Fitness für Männer“ an, an dem – neben anderen – die Kollegen der „Kerngruppe“ des Programms bis auf eine Ausnahme teilnehmen.

Laut RKI (2014) liegt die Herausforderung künftig darin, eine höhere Teilnahmequote von Männern an betrieblichen Präventionsprogrammen zu erreichen, in einer Maßnahmengestaltung, die Geschlecht bzw. Geschlechtergerechtigkeit als Qualitätsdimensionen systematisch einbezieht und eine Überprüfung der wissenschaftlichen Evidenz und Wirksamkeit der Angebote kontinuierlich verfolgt. Hierzu gehört auch vorab die Einbeziehung einzelner Zielgruppen in die Maßnahmengestaltung (Partizipation), was für die Entwicklung effizienter und effektiver Angebote unerlässlich ist. Nach Beier (2007) können männerspezifische Präferenzen und Bedürfnisse, wie auch die relevanten Ansatzpunkte einer geschlechtsspezifischen Ansprache, mit einem solchen Ansatz besser ermittelt und die Anbindung der Maßnahmen an alltägliche Orte und Handlungen – gerade im beruflichen Umfeld – aus Sicht der Männer optimal gestaltet werden. Unsere beschriebene Intervention erfüllt genau diese Kriterien, was sicher entscheidend mit zu ihrem Erfolg beigetragen hat.

Nach Richter (2009) werden Gesundheit und Gesundheitsverhalten eines Menschen stark von seiner Lebenslage beeinflusst: Einkommen, schulische/berufliche Ausbildung und berufliche Stellung ebenso wie Alter, Geschlecht, Bildungsniveau, Partnerschaft, Kinder, Gesundheitszustand sind wichtige Dimensionen für die Frage, ob jemand z. B. Vorsorgeuntersuchungen oder andere Präventionsangebote annimmt. Vereinfacht gilt: je höher Bildungsniveau, soziale Integration und beruflicher Status, desto „gesundheitsorientierter“ ist das Verhalten und desto eher besteht eine Offenheit für Präventionsangebote und umgekehrt.

Fazit: Auch für Männer aus eher gesundheitsfernen Berufsgruppen lassen sich attraktive und wirkungsvolle Gesundheitsförderungsprogramme mit hoher Teilnahmequote gestalten, wenn diese Gruppen- und Zusammengehörigkeitseffekte nutzen und die Teilnehmerbedürfnisse erfragen und berücksichtigen. Die Einbindung der Führungskräfte als motivierende Faktoren bedarf näherer Aufmerksamkeit.

Literatur

Beck D, Schnabel PE: Verbreitung und Inanspruchnahme von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung in Betrieben in Deutschland. Gesundheitswesen 2010; 72: 222–227.

Beier S: Gesundheitsverhalten und Gesundheitsförderung bei Männern. In: Stiehler M, Klotz T (Hrsg) Männerleben und Gesundheit: Eine interdisziplinäre, multiprofessionelle Einführung. Weinheim, München: Juventa, 2007, S. 75–89.

Bengel J, Lyssenko L: Forschung und Praxis der Gesundheitsförderung – Heft 43: Resilienz und psychologische Schutzfaktoren. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 2012.

DGMG: Erster Deutscher Männergesundheitsbericht, 2010 (online unter: https://www.stiftung-maennergesundheit.de/aktivitaeten/forschung/erster-maennergesundheitsbericht.html – zuletzt abgerufen am 28.08.17).

Gießelmann K: Prävention im Betrieb lohnt sich. Deutsches Ärzteblatt 2013; 113, Heft 51-52.

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Lazarus RS, Folkman S: Stress, appraisal, and coping. New York: Springer, 1984.

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Kaluza G: Stresstest. In: Stressbewältigung: Trainingsmanual zur psychologischen Gesundheitsförderung, 3. Aufl. Heidelberg: Springer, 2015.

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Richter M, Hurrelmann K (Hrsg.): Gesundheitliche Ungleichheit: Grundlagen, Probleme, Perspektiven. 2. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009.

Robert-Koch-Institut (Hrsg.): Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland, Kapitel 6: „Mehr Gesundheit für Männer“ – Männerspezifische Prävention und Gesundheitsförderung. In: Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes.Berlin: RKI, 2014, S.187–207.

Interessenkonflikt: Die Autoren geben an, dass keine Interessenkonflikte vorliegen.

Für die Verfasser

Dr. med. Maria Bellinger MA

Ärztin für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie, Sozialmedizin

Gesundheitsdienst

Auswärtiges Amt, Berlin

106-9@auswaertiges-amt.de

Literatur

Fussnoten

Gesundheitsdienst, Auswärtiges Amt, Berlin

  • Abb. 1: Messung der Haltedauer der Halte- und Stützmuskulatur (Bauch, Beine, Gesäß)

  • Abb. 2: Selbstauskunft zur Quantität der wahrgenommenen Stressbelastung

  • Abb. 3: Selbstauskunft zu Qualitäten der wahrgenommenen Stressbelastungen

  • Abb. 4: Selbstauskunft zu Erholungsaktivitäten und zum Erholungserleben

  • Abb. 5: Selbstauskunft zu Programmauswirkung auf die Gesundheit

  • Abb. 6: Selbstauskunft zur Programmgestaltungs-Zufriedenheit

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