ASU Ausgabe: 04-2018

„Prävention“ im Betrieb – interdisziplinär denken


Der interdisziplinäre Austausch von Präventionsexperten unterschiedlichster Professionen wie Betriebsärzte, Gesundheitsmanager, Sicherheitsingenieure, Psychologen und vielen weiteren macht den Präventionskongress zu einer einzigartigen Community-Plattform

Der interdisziplinäre Austausch von Präventionsexperten unterschiedlichster Professionen wie Betriebsärzte, Gesundheitsmanager, Sicherheitsingenieure, Psychologen und vielen weiteren macht den Präventionskongress zu einer einzigartigen Community-Plattform

Praxisbeispiele, die sich möglichst direkt im Alltag in kleinen und mittleren Unternehmen umsetzen lassen, sind das Leitmotiv der Initiatoren des interdisziplinären Präventionskongresses „Gesund leben und arbeiten“. Dieses Ziel steht auch 2018 im Mittelpunkt, wenn sich von 20. bis 22. Juni 2018 die Teilnehmer zum 4. Präventionskongress treffen, diesmal in der „Filharmonie“ in Filderstadt bei Stuttgart.

Inhaltsübersicht

  1. „Prävention“ im Betrieb – interdisziplinär denken
  2. Info
  3. Autor

Mit Nanotechnologie und Exoskeletten, Mobile Health und Telemedizin bis zu „Neuem aus dem AfAMed“ und zur praktischen Umsetzung des Mutterschutzgesetzes bietet der Kongress in diesem Jahr an drei Tagen alles, was in der Betreuung von Unternehmen neu und wichtig ist. Dabei liegt größter Wert auf der Interdisziplinarität und der Zusammenarbeit der Akteure im Betrieb, die auch immer wieder thematisiert und diskutiert werden wird.

DGUV-Symposium „kommmitmensch“

Neben dem wissenschaftlichen Programm (ASU 2/2018) und dem seit Jahren stark frequentierten BGM-PraxisCamp (ASU 3/2018) findet in diesem Jahr noch eine Reihe von Parallelveranstaltungen statt, die kompakt im Seminar- und Workshop-Charakter spezielle Themen vorstellen. Den Auftakt macht am ersten Kongresstag nach dem Eröffnungsvortrag ein DGUV-Symposium, das die neue Kampagne „kommmitmensch – Kultur der Prävention“ vorstellt. Im Kampagnenverlauf werden die sechs Handlungsfelder „Führung“, „Kommunikation“, „Beteiligung“, „Fehlerkultur“, „Betriebsklima“ und „Sicherheit und Gesundheit“ auf vielfältige Weise in die Betriebe getragen und thematisiert. Hierzu bieten die Unfallkassen und Branchenunfallversicherer umfangreiches Material – Kurzchecks und Handlungshilfen –, das auch in KMU der Kampagne zum Erfolg verhelfen soll. Ein Roundtable, der die Erwartungen der Akteure zusammenfasst, rundet das Symposium ab.

Unternehmerseminare

Erstmals findet parallel am 2. Kongresstag auch ein Unternehmerseminar „Gesund führen im Handwerksbetrieb“ statt. Von „Prävention und Gefahrenabwehr durch Gefährdungsbeurteilung“, das STOP-Prinzip im Arbeitsschutz, Wissenswertes über die persönliche Schutzausrüstung bis zum Wert der arbeitsmedizinischen Vorsorge erwartet hier die Unternehmer aus kleinen und mittleren Unternehmen ein fundierter Überblick über Chancen und Möglichkeiten des Arbeitsschutzes. Einen besonderen Schwerpunkt legen die Experten am Nachmittag auf den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit durch alter(n)sgerechte Arbeitsbedingungen, die Hilfsmittelberatung durch die Integrationsämter und die Programme zur „Frührehabilitation“ der Deutschen Rentenversicherung. Als Höhepunkt wird Rechtsanwalt Dr. Jörn Hülsemann zum Abschluss aufzeigen, welch hohen Wert für das Unternehmen betriebliche Eingliederungsmaßnahmen im Vergleich zu einer krankheitsbedingten Kündigung darstellen können.

Mit einem Intensivseminar zur „Gefährdungsbeurteilung im Handwerk“ wird Dr. Manfred Albrod, Großhansdorf, am dritten Kongresstag die Berührungsängste mit dem Thema beseitigen und über Sinn und Zweck von Gefährdungsbeurteilungen informieren. Neben den konventionellen Themen – etwa der Einrichtung von Arbeitsplätzen, der Auswahl von Geräten und Maschinen, dem Umgang mit Gefahrstoffen oder Krankheitserregern oder Fragen der Arbeitsorganisation und Arbeitszeit – werden dabei auch die psychischen Belastungen berücksichtigt. Denn die hierdurch bedingte hohe Zahl krankheitsbedingter Fehltage ist angesichts des Fachkräftemangels oft nicht zu kompensieren. Das Seminar soll die Teilnehmer in die Lage versetzen, danach die Gefährdungsbeurteilung in ihren eigenen Betrieben in Angriff zu nehmen.

Tagesseminare für das medizinische Assistenzpersonal

Am 21. und 22. Juni bieten die Kongressveranstalter außerdem zwei Tagesseminare für das arbeitsmedizinische Fachpersonal. Während am Donnerstag unter der Leitung von Dr. Heike Berg Audiometrie und Lärmschwerhörigkeit auf dem Themenplan stehen, geht es am Freitag um die Beurteilung des Sehvermögens im Straßenverkehr mit Karl Amort.

Nachwuchssymposium des Aktionsbündnisses Arbeitsmedizin

Das „Aktionsbündnis Arbeitsmedizin“, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Medizinstudenten und junge Ärzte, die bisher noch nicht in der Arbeitsmedizin tätig sind, für die Arbeitsmedizin zu begeistern, wird ebenfalls wieder im Rahmen des Kongresses am 21. Juni 2018 zu einem „Nachwuchssymposium“ einladen. Der Informationstag beginnt mit einer Betriebsbesichtigung bei der Dr. Ing. h.c. F. Porsche Aktiengesellschaft in Stuttgart-Zuffenhausen, bei der der Leitende Werksarzt, Dr. med. Michael Willenborg, den Teilnehmern seine Arbeit am Standort vorstellen wird. Nach Rückkehr zum Kongress erwartet die Teilnehmer ein Vortrag zu den Berufsperspektiven in der Arbeitsmedizin, bevor sie einem hochkarätig besetzten Roundtable aus Werks- und Betriebsärzten, Universitätsmedizinern sowie Ärzten bei Behörden und den Unfallversicherungsträgern ihre individuellen Fragen stellen können. Die Teilnehmer des Nachwuchssymposiums sind an den übrigen Tagen kostenlos vom Veranstalter und dem Aktionsbündnis zur Teilnahme am Kongress eingeladen.

Das vielfältige Programm kann ab sofort im Internet unter www.praeventionskongress-2018.de im Detail abgerufen werden. Dort ist auch die direkte Anmeldung zum Kongress möglich.

Literatur

Fussnoten

  • Zahlreiche Industrieaussteller informieren die Kongressteilnehmer über ihre neuesten Produkte und Dienstleistungen im Präventionsmarkt

Foto: forcdan – stock.adobe.com

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