ASU Ausgabe: 09-2013

Arbeitsmedizinische Konsequenzen des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndroms bei Erwachsenen und Heranwachsenden

T. Küpper 1,2

J. Haavik 3

H. Drexler 4

J.A. Ramos-Quiroga 5

D. Wermelskirchen 6

C. Prutz 7

B. Schäuble 6

(eingegangen am 07. 02. 2013, angenommen am 21. 05. 2013)

Abstract deutsch

Arbeitsmedizinische Konsequenzen des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndroms bei Erwachsenen und Heranwachsenden

Ziele: Es ist zu erwarten, dass das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) die Leistungsfähigkeit und Arbeitsgesundheit von jugendlichen oder heranwachsenden Arbeitnehmern negativ beeinflusst.

Methoden: Es wurde eine Literaturrecherche (MEDLINE) durchgeführt im Hinblick auf Publikationen, die sich mit direkten oder indirekten Effekten von ADHS auf die Arbeit, Arbeitssicherheit, Arbeitslosigkeit und Gesundheit im Allgemeinen befassen.

Ergebnisse: ADHS korreliert mit erhöhter Arbeitslosigkeit. Beschäftigte erwachsene ADHS-Patienten klagen vermehrt über arbeitsplatzbedingte Beeinträchtigungen, geminderte Produktivität und Leistungsfähigkeit, gesteigerte Verunsicherung und geringe Frustrationstoleranz. Auch findet sich bei ihnen ein erhöhtes Unfallrisiko, vermehrte Traumata und Verkehrsunfälle (Wegeunfälle). Die Erkrankung hat signifikante Folgen auf Gesundheit im Allgemeinen, führt zu minderem Ausbildungsstand sowie gesteigerter Häufigkeit von Drogenkonsum und Kriminalität. Durch die Fehlzeiten und die geminderte Produktivität hat die Erkrankung erhebliche wirtschaftliche Folgen. Psychologisches Training in Kombination mit stimulierender Medikation – wenn nötig – wird als Behandlung der Wahl empfohlen. Bei allerdings beschränkter Datenlage zeigt sich hier eine Verbesserung von Symptomen und Produktivität sowie ein vermindertes Unfallrisiko, allerdings sind weitere Studien nötig.

Schlussfolgerungen: ADHS beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit, die Arbeitseffektivität und erhöht das Unfallrisiko bei der Arbeit. Da es sich um eine behandelbare Diagnose handelt, sollten Patient, Arbeitgeber und Ärzte kooperieren, um die Situation sowohl für den Patienten selbst als auch für die Firma zu optimieren.

Schlüsselwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom – Literaturrecherche – Leistungsfähigkeit – Arbeitseffektivität

Abstract English

Occupational medical consequences of attention-deficit hyperactivity disorder in adults and adolescents

Purpose: Attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) must be expected to cause negative effects on the performance of adolescent or adult workers and on occupational health.

Methods: A review of the MEDLINE database was performed for papers dealing with direct or indirect effects of ADHD on work, safety at work, employment and on occupational health.

Results: ADHD is correlated with higher unemployment. Employed adults with ADHD experience more workplace impairment, reduced productivity or performance, increased irritability and low frustration tolerance. They also show an increased risk of accidents, trauma and traffic accidents. Indirect effects of ADHD on occupational health is a reduced level of education, increased rate of drug abuse and criminality. The disease is of significant economic impact because of absenteeism and lost productivity. Psychoeducation in combination with stimulant medication – if necessary –, is recommended as first-line treatment. Limited data prove the amelioration of symptoms, improvement of work efficiency and reduced risk of accidents, but further studies are necessary.

Conclusions: ADHD affects performance, efficiency and risk at work. Since it is a treatable condition, patients, employers and physicians should cooperate to optimize the situation for the benefit of the employee as well as for the company.

Keywords: Attention-deficit/hyperactivity disorder – literature research – performance capability – work efficiency

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