Tropenkrankheiten als Berufskrankheiten
Gewerbeärztliche Aspekte eines vielschichtigen Problems

Einleitung und Ziele: Im Zusammenhang mit beruflich veranlassten Auslandsreisen haben Betriebsärztinnen und Betriebsärzte wichtige Aufgaben. Der Stellenwert der betriebsärztlichen Primär- und Sekundär- sowie der Einleitung der Tertiärprävention infektiöser reiseassoziierter Krankheiten soll herausgearbeitet und es sollen entsprechende Empfehlungen gegeben werden.

Kollektiv und Methode: Nach Schilderung der rechtlichen Rahmenbedingungen wird eine Stichprobe von Verdachtsfällen einer Berufskrankheit ausgewertet und vor dem Hintergrund der verfügbaren statistischen Daten interpretiert.

Ergebnisse: Im letzten Dezennium nahmen die Verdachtsfälle einer Berufskrankheit „Tropenkrankheiten und Fleckfieber“ deutlich ab. Ein hoher Anteil wurde anerkannt, es kommt aber nur selten zu länger dauernden oder bleibenden Schäden in rentenberechtigendem Umfang. Möglicherweise einsatzbedingt unterbleibt bei einer nennenswerten Anzahl jegliche infektionsprophylaktische arbeitsmedizinische Vorsorge, so dass davon auszugehen ist, dass empfohlene und notwendige Impfungen, eine Notfallselbstmedikation (NSM) oder eine medikamentöse Prophylaxe vielfach nicht durchgeführt werden. Schwerpunktmäßig erkranken die Beschäftigten an folgenden Infektionskrankheiten: Malaria, Amöbiasis und Dengue-Fieber (während eine Vielzahl anderer potenzieller Infektionen nur vereinzelt auftritt).

Schlussfolgerungen: Der arbeitsmedizinischen Vorsorge mit Anamnese, Untersuchung, Beratung ggf. mit einem Angebot von Impfungen und Medikamentenprophylaxe kommt ein hoher Stellenwert als Primärprävention zu. NSM und Reiserückkehreruntersuchungen (eventuell mit Asservation von Blutproben) sind Maßnahmen einer gezielten Sekundärprävention. Die Einleitung einer spezifischen Diagnostik bei Infektionskrankheiten im Anschluss an einen Auslandsaufenthalt in Risikogebieten ggf. mit einer BK-Verdachtsmeldung komplettieren als Tertiärprävention das betriebsärztliche Aufgabenspektrum.
Aim: Company doctors have important tasks in the context of business trips abroad. The significance of primary, secondary, and the initiation of tertiary prevention, taken care of by occupational health physicians, will be outlined and corresponding suggestions made.

Method: Following description of the regulatory framework, a sample of suspected cases of occupational diseases will be analysed and interpreted with respect to the available statistical data.

Results: Over the past decade the suspected cases of the work-related disease ”Tropical Diseases and Typhus“ (in Germany BK 3104) have decreased significantly. A high percentage was acknowledged but persistent or permanent sequelae conferring entitlement to a compensation pension were rare. Possibly operation-dependent any occupational medical infection prevention is omitted to a significant proportion. It can therefore be assumed that recommended and necessary vaccinations, emergency self treatment (EST) or a chemoprophylaxis are neglected in many cases. In terms of tropical infectious diseases the employees primarily suffer from malaria, amoebiasis and Dengue fever (whereas a large number of other infections appear only sporadically).

Conclusions: Preventive occupational medicine, with anamnesis, examination, advisory service, if applicable the availability of vaccinations and chemoprophylaxis, are important as primary prevention. EST and examination of returning business travellers, with the asservation of blood samples (if needed), are measures of specific secondary prevention. The initiation of special diagnostic investigations regarding infectious diseases, after a stay in risky regions and, if applicable, a suspicion report about an occupational disease as tertiary prevention complete the occupational medical range of tasks.

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