Neues Ansprachekonzept zur Primärprävention beruflicher Hauterkrankungen für die Friseurbranche

Ziel: Bei Friseuren werden Berufsdermatosen besonders häufig durch Arbeiten im feuchten Milieu verursacht. Mit dem Schulungszentrum Studio78 wurde von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ein neues Ansprachekonzept zur Primärprävention von Hauterkrankungen im Friseurhandwerk entwickelt. In den Seminaren werden Fortbildungen zu Friseurtechniken und Hautschutzmaßnahmen kombiniert. In dieser Arbeit werden die Ergebnisse der Evaluation vorgestellt.

Kollektiv und Methode: An dem eintägigen Seminar nahmen Auszubildende (1. und 3. Lehrjahr) und Meisteranwärter teil. Zielkriterium war das Handschuhtrageverhalten beim Shampoonieren. Die Datenerhebung erfolgte zu drei Zeitpunkten: Vor Beginn des Seminars zum Wissensstand, am Ende des Seminars zur Verhaltensabsicht (jeweils per Fragebogen) und 12 Monate nach dem Seminar als Telefoninterview zur Umsetzung der Hautschutzempfehlungen am Arbeitsplatz.

Ergebnisse: Insgesamt 395 Teilnehmer nahmen teil (davon 69 % bzw. 18 % Auszubildende im 1. und 3. Lehrjahr, 13 % Meisteranwärter). Über 90 % der Teilnehmer waren mit der Verknüpfung von friseurfachlichen Themen mit Arbeits- und Hautschutzthemen zufrieden. 87 % der Teilnehmer wussten um den erforderlichen Hautschutz beim Shampoonieren, 79 % äußerten die Absicht, zukünftig beim Shampoonieren Handschuhe zu tragen. 46 % der Teilnehmer wurden beim Follow-up erreicht. 70 % gaben an, beim Shampoonieren Handschuhe zu tragen. Die Umsetzung der Hautschutzempfehlungen war in der Gruppe der Auszubildenden im 1. Lehrjahr am niedrigsten.

Schlussfolgerungen: Die Seminare im Studio78, in denen Friseurtechniken unter Einbindung des angewandten Hautschutzes unterrichtet werden, fanden bei den Auszubildenden des Friseurhandwerks und den Meisteranwärtern eine hohe Akzeptanz. Viele Teilnehmer hatten die Absicht, beim Shampoonieren zukünftig Handschuhe zu tragen. Um die Wirksamkeit dieses Ansprachekonzept (Trojaner-Prinzip) auf das Handschuhtrageverhalten im Salon zu untersuchen, sind weitere Studien erforderlich.
Aim: Hairdressers suffer from occupational skin diseases particularly frequently because they work under wet conditions. The training centre Studio78 was developed by a workers compensation board (BGW) for primary prevention of occupational skin diseases in hairdressing. The training concept combines vocational training in hairdressing techniques and skin protection measures. This article presents the results of the evaluation.

Methods: Hairdressing apprentices and master student hairdressers attended a one day seminar. The target criterion was the use of protective gloves for shampooing. Data were collected at three time points: before the seminar to check current knowledge, at the end of the seminar to record intended behaviour (in both cases by questionnaire) and 12 months later by a telephone interview to record the implementation of skin protection at the workplace.

Results: A total of 395 participants took part (69 % first year, 18 % third year apprentices, 13 % master student hairdressers). More than 90 % of the participants were satisfied with the training concept. 87 % were aware that skin protection was necessary during shampooing. 79 % intended to use gloves for shampooing. During the follow-up (46% response rate), 70 % stated that they used gloves during shampooing. The skin protection recommendations were put into practice least often by the apprentices in the first year of training.

Conclusions: The seminars in Studio78 cover hairdressing techniques, including the application of skin protection measures, and have been very well accepted by hairdressing apprentices and master student hairdressers. Many participants expressed the intention of using gloves when applying shampoo. However, more studies will be needed to establish how effective this Trojan horse principle is in encouraging the using of gloves in hairdressing salons.

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