Schnittstelle der haus- und betriebsärztlichen Patientenversorgung – eine Literaturübersicht

Ziel: Für eine adäquate Behandlung von Patienten in der hausärztlichen Praxis ist das Wissen um arbeitsbezogene Belastungsfaktoren unabdingbar. Allerdings scheint im hausärztlichen Praxisalltag ein gewisser blinder Fleck für diese Faktoren zu bestehen; dieser Umstand ist auf internationaler Ebene seit langem Gegenstand der Diskussion. Auch in Deutschland scheint ein nur geringer Austausch zwischen Haus- und Betriebsärzten zu bestehen. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es deshalb, nationale und internationale Daten zur Schnittstelle dieser Berufsgruppen aus der Literatur herauszuarbeiten.

Methode: Systematische Recherche in elektronischen Datenbanken (Medline, Embase, relevante deutsche Zeitschriften, Internet- Suchmaschine Google) anhand definierter Suchbegriffe. Konsensverfahren bezüglich relevanter Recherche-Ergebnisse und Zuordnung zu Themengebieten.

Ergebnisse: Die als relevant identifizierten Veröffentlichungen konnten 5 Themengebieten zugeordnet werden: „Ergebnisse aus Befragungen von Haus- und Betriebsärzten“, „Betriebsärztliche Maßnahmen an der Schnittstelle zur hausärztlichen Versorgung“, „Fächerübergreifende Themen – Notwendigkeit der Kooperation“, „Interventionsstudien zur Förderung der Kooperation von Haus- und Betriebsärzten“ und „Kritik und Vorwürfe“.

Schlussfolgerungen: International besteht Konsens über die Notwendigkeit einer besseren Kooperation zwischen Haus- und Betriebsärzten. Insbesondere für Deutschland liegen nur wenige Informationen zur Schnittstelle der haus- und betriebsärztlichen Versorgung vor. Die aus den Veröffentlichungen identifizierten potenziellen Barrieren und Verbesserungsmöglichkeiten sollten Gegenstand künftiger Forschungsprojekte sein.
Aim: For adequate treatment of primary care patients, knowledge of work-related factors is indispensable. In their daily routine, however, many general practitioners seem to be blind to these factors, a fact which has long been the subject of discussion at the international level. In Germany too there seems to be only little interaction between occupational medical and general practitioners. Therefore, the present study aimed to collect data from the national and international literature on the cooperation of these two professional groups.

Methods: Literature search in electronic data bases (Medline, Embase, relevant German journals, Google) using defined search terms. Relevant literature was identified and assigned to terms of reference by means of a consensus procedure.

Results: The articles identified as relevant were assigned to five terms of reference: “Results of surveys among general and occupational practitioners”, “Preventive measures at the interface between occupational medical and general practice”, “Interdisciplinary topics – necessity for cooperation”, “Interventional studies to support cooperation between general practitioners and occupational physicians”, and “Criticism and allegations”.

Conclusions: Internationally, there is agreement that better cooperation between general practitioners and occupational physicians is necessary. Particularly in Germany, only little information about this interaction is available. The potential barriers which have been identified here and possibilities for improvement should be the subject of further investigation.

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