Risikoorientiertes Präventionsprogramm Bäckerasthma
Ergebnisse arbeitsmedizinischer Nachuntersuchungen

Ziel: Im Backgewerbe besteht ein relativ hohes Risiko an einer allergisch bedingten obstruktiven Atemwegserkrankung einschließlich Rhinopathie im Sinne der BK 4301 zu erkranken. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten bietet ein spezifisches Asthma- und Rhinitispräventionsprogramm für Bäcker mit dem Wunsch auf Verbleib im Beruf an. Ziel der Beobachtungsstudie ist die Bewertung arbeitsmedizinischer Untersuchungsergebnisse von Teilnehmern des Programms zur tertiären Prävention von allergischem Bäckerasthma und Rhinitis.

Kollektiv und Methode: In einer retrospektiven Longitudinalstudie wurden 239 Teilnehmer des Präventionsprogramms Bäckerasthma nach durchschnittlich 7,1 Jahren arbeitsmedizinisch untersucht.

Ergebnisse: Es werden die ärztlichen Verlaufsbeurteilungen unter Berücksichtigung der aktuellen GINA-Kriterien und dem Schweregrad der Ventilationsstörungen im Verlauf ausgewertet. Die gesundheitliche Selbsteinschätzung der Probanden und die Umsetzung präventiver Maßnahmen am Arbeitsplatz, wie zum Beispiel das Tragen Persönlicher Schutzausrüstung, werden dargestellt.

Schlussfolgerung: Durch die Teilnahme an einem Präventionsprogramm mit interdisziplinärem Ansatz kann bei Bäckern mit drohender oder bereits bestehender allergischer obstruktiver Atemwegserkrankung eine gute Symptom- und Krankheitskontrolle ermöglicht werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Tertiärprävention sind umfassende Maßnahmen, wie z. B. die Expositionsminderung am Arbeitsplatz, eine ausführliche berufsspezifische Asthmaschulung, die enge Einbindung der betreuenden Haus- und Lungenfachärzte sowie eine regelmäßige Beratung und erweiterte Untersuchung nach dem Arbeitsmedizinischen Grundsatz 23 „Obstruktive Atemwegserkrankung“ durch Arbeitsmediziner.
Aim: Workers in bakeries are subject to a relatively high risk of developing allergic asthma or rhinitis. A preventive program for bakers suffering from occupational asthma or rhinitis who wish to remain in their profession has been developed by the institution for statutory accident insurance and prevention in the foodstuffs industry and the catering trade in Germany. The present study aims to evaluate the efficacy of this program for tertiary prevention.

Subjects and Method: During a retrospective longitudinal study, 239 participants in the baker‘s asthma preventive program were examined after an average period of 7.1 years.

Results: The medical assessment of the course of the disease expressed in terms of international criteria (GINA 2007) and the degree of the severity of the ventilation disorder were evaluated in this study. The results of the patients’ own medical self-assessment and the use of preventive measures at the workplace, for example, statements about the wearing of dust masks, are presented.

Conclusions: For bakers with imminent or already existing allergic asthma or rhinitis, a good control of symptoms can be achieved by participation in a special preventive program. Successful tertiary prevention requires extensive measures such as a reduction in allergen exposure at the workplace, a detailed trade-specific asthma training, good cooperation with the general practitioner and lung specialist responsible for the patient, and medical examination by the occupational physician as specified by the Guideline G23 “Obstructive Airway Disorders”.

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