Gonarthrose in Abhängigkeit von der individuellen beruflichen und außerberuflichen Gelenkbelastung
Eine MRT-Studie bei 216 Patienten mit nichttraumatischen Kniegelenkbeschwerden

Ziel: Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen beruflicher und außerberuflicher Kniegelenkbelastung und dem bildmorphologischem Befund in der Magnetresonanztomographie bei Patienten mit nichttraumatischen Kniegelenkbeschwerden.

Kollektiv und Methode: Die Kniegelenk- MRT von 216 Patienten (mittleres Alter 46 ± 16 Jahre) wurde nach dem modifizierten „whole-organ magnetic resonance imaging score“ (WORMS) ausgewertet und mit der Kniegelenkbelastung, erfasst nach dem modifzierten Tegner-Score im strukturierten Interview, korreliert. Prädiktoren für eine manifeste Gonarthrose wurden in einem logistischen Regressionsmodell untersucht.

Ergebnisse: Es bestanden keine oder nur initiale Arthrosezeichen bei 68 % der Patienten. Männer erreichten einen um 50 % höheren kumulierten Tegner-Score als Frauen bei gleichem mittlerem Gonarthrosegrad. Für die mittlere und maximale berufliche Kniebelastung bestand eine signifikante Assoziation zu einem erhöhten Gonarthrosegrad in allen Gelenkkompartimenten und zu degenerativen Meniskusläsionen (alle p < 0,003). Bei Männern waren Tätigkeiten im Knien, Hocken und auf Leitern im Regressionsmodell hochprädiktiv für eine manifeste Arthrose in mindestens einem Gelenkkompartiment. Bei Frauen erwies sich der BMI als der Hauptrisikofaktor.

Schlussfolgerungen: Die MRT eignet sich für die Untersuchung von Frühstadien der berufsbedingten Gonarthrose. Das Kniegelenk belastende Tätigkeiten kommen überwiegend in männlich dominierten Berufen vor. Die berufsassoziierten Gelenkveränderungen betreffen alle drei Gelenkkompartimente.
Aim: We have studied the association between occupational and non-occupational knee joint load and MR-morphological signs of degenerative joint derangement in patients with knee pain.

Method: Knee joint MR-images of 216 patients (mean age 46 ± 16 years) were evaluated according to the modified whole-organ magnetic resonance imaging score. MR-morphological findings were correlated with joint load estimated by means of modified Tegner score data collected during a structured interview. A binary logistic regression model was employed to assess predictor variables for knee osteoarthritis (OA).

Results: Initial or no signs of knee OA were seen in 68 % of the patients. The accumulated Tegner score in male patients was 50 % higher than in females showing the same degree of knee OA. Average and maximum joint load were significantly associated with a higher degree of degeneration in all joint compartments and with degenerative meniscal lesions (all p < 0.003). In men, logistic regression revealed that working positions including kneeling, squatting and climbing ladders were highly predictive of manifest knee OA in at least one joint compartment. In women, the BMI was identified as the main risk factor.

Conclusions: Knee MRI is useful in the study of early stages of work-related knee OA. Kneestraining working positions are mainly found in male-dominated trades. All three compartments are significantly affected by work-related joint degeneration.

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