Berufsbedingte räumliche Mobilität in Deutschland
Formen, Verbreitung und Folgen für Gesundheit, Wohlbefinden und Familienleben

Ziel: Während berufliche Mobilitätserfordernisse zunehmen und eine wachsende Zahl von Erwerbstätigen berufsbedingt räumlich mobil ist, ist über das genaue Ausmaß beruflicher Mobilität sowie über ihre Folgen für das subjektive körperliche und psychische Wohlbefinden und die Auswirkungen auf das Familienleben bisher wenig bekannt.

Kollektiv und Methode: Im Jahr 2007 wurden in sechs europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Spanien, Polen, Belgien und der Schweiz) insgesamt 7220 Personen im Alter zwischen 25 und 54 Jahren, darunter 2432 berufsbedingt mobile und 4788 nicht mobile, in einer standardisierten Querschnittsuntersuchung befragt. Die Studie ist für diese Länder repräsentativ. In Deutschland konnten 1663 Probanden befragt werden (Responserate 18 %), darunter 415 mobile Personen. Die Daten wurden per Gewichtung an die Randverteilung der Grundgesamtheit hinsichtlich zentraler soziodemografischer Merkmale angepasst.

Ergebnisse: Die Befunde verweisen auf vielfältige mobilitätsinduzierte Belastungen. Art, Ausmaß und Dauer der Belastung variieren stark in Abhängigkeit von der Mobilitätsform. Umzug scheint mit einer hohen, aber kurzzeitigen Belastungsspitze einherzugehen, Fernoder Wochenendpendeln sind dagegen oft dauerhaft Stress induzierend. Die Befunde geben zudem Hinweise auf die Bedeutung eines „healthy mobile“ Selektionseffekts.

Schlussfolgerungen: Die Arbeit verdeutlicht die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen zur Verminderung mobilitätsinduzierter Belastungen und sie zeigt Ansatzpunkte über die Möglichkeiten solcher Maßnahmen. Erkennbar wird auch, zu welchen Fragen weiterer Forschungsbedarf besteht.
Aim: While job-related mobility is increasing and a growing number of employees are mobile for job-related reasons, to date much remains unknown about the precise extent of job-related mobility and its consequences for subjective physical and mental well-being and its impacts on family life.

Method: In 2007 a standardized cross-sectional survey was conducted in six European countries (Germany, France, Spain, Poland, Belgium and Switzerland) in which altogether 7220 persons aged between 24 and 54 years, among those 2432 mobile and 4788 non-mobile persons, were interviewed. The study is representative for those countries. In Germany, 1663 people participated (response rate 18%), among those 415 mobile persons. Data were weighted by marginalization according central socio-demographic variables.

Results: The findings are indicative of multiple stress associated with several mobility forms, such as in long-distance commuters or weekend commuters. Relocation seems to be associated with a brief period of high-level stress. In addition, indications of a “healthy mobile selection effect” are discussed.

Conclusions: The results make clear the necessity for a reduction of mobility-related stress and indicate conceivable preventive measures as well as the need for further research into this subject.

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